Bekanntmachung der Notfallmediziner über den Hungerstreikenden D. Koufodinas vom 13. März 2021

Bekanntmachung der Notfallmediziner über den Hungerstreikenden D. Koufodinas vom 13. März 2021

Er wird seit 25 Tagen auf der Intensivstation des Lamia Krankenhauses behandelt bei vollständigem Verzicht auf Ernährung seit dem 8.1.2021. Nachdem er seit dem 11.2. nicht in der Lage war, oral Flüssigkeiten zu sich zu nehmen, akzeptierte er gezwungenermaßen die Platzierung von flüssigkeitsspendendem Serum.

Am 22. Februar setzte er aus eigenem Willen das Hydratationsserum ab, das in den letzten Tagen nach hypovolämischem akuten Nierenversagen infolge völliger Flüssigkeitsabstinenz neu positioniert wurde.

Sein Zustand ist aufgrund zahlreicher und komplexer akkumulierter Störungen organischer Systeme sehr kritisch, mit einem offensichtlichen Risiko dauerhafter Schäden und Unterfunktionen, aber auch der ständigen potenziellen Gefahr eines plötzlichen Todes.

Die Störungen des Hungerstreikenden werden heute ausführlicher beschrieben wie folgt:

• Großer Gewichtsverlust mit großer Muskelschwäche und Atrophie großer Muskelgruppen (Sarkopenie) mit der Unfähigkeit, den Oberkörper aufzustützen.
• Störungen der Sensorik, Sehnenreflexe, Schwindel, Taumel. Mögliche dauerhafte Schädigung des zentralen und peripheren Nervensystems.
• Erkrankungen der Schleimhäute (Zahnfleischentzündung, Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis)).
• Störungen der Blutbildung (Hämatopoese) – Panzytopenie mit dem Risiko von Infektionen und Blutungen.
• Störungen des Magen-Darm-Traktes mit Episoden von Erbrechen (zuweilen brauner Auswurf) und Risiko einer spontanen Bakteriämie durch eine bakterielle Translokation.
• Kontrolliertes (nach medizinischer Intervention) hypovolämisches akutes Nierenversagen.
• Stoffwechselstörungen aufgrund von Ketose, vorläufig teilweise rückläufig.
• Risiko für tödliche Herzrhythmusstörungen, multiple Ursachen.
• Störungen des Eiweißstoffwechsels (Unterernährung).
• Multiple Störungen auf zellulärer Ebene wegen chronischen Mangels an Nährstoffen und Substanzen, die für den Stoffwechsel unentbehrlich sind.
• Immunsuppression infolge lang anhaltenden Verzichts auf Nahrung (Unterernährung, Leukopenie) und potenziellem Risiko tödlicher Infektionen, insbesondere Infektionen durch Krankenhauskeime.

Das medizinische und pflegerische Personal des Krankenhauses erklärt mit Nachdruck, dass es die medizinische Ethik in Bezug auf den erklärten Willen des Hungerstreikenden respektieren wird. Es weist jedoch darauf hin, dass auch wenn der Hungerstreikende beschließt, seinen Streik abzubrechen, die Bemühungen, ihn wiederherzustellen, aufgrund des Grenzpunkts, an dem er angekommen ist, ein langwieriger und schmerzhafter Prozess sein wird und das Risiko einer Vielzahl von Störungen birgt („Refeeding-Syndrom“).

Infolgedessen wird es auch bei sofortiger Beendigung des Hungerstreiks einige Zeit brauchen, bis die Lebensgefahr als überwunden angesehen werden kann, während keine Möglichkeit besteht, abzusehen, ob dauerhafte Organschäden abgewendet wurden.

Athen 13.03.2021

Die vom Hungerstreikenden gewählten Ärzte:
Theodoros Zdoukos, Allgemeinmediziner, Direktor des E.S.Y.
Aikaterini Douzepi, Anästhesistin der Intensivstation, leitende Ärztin des E.S.Y.

https://gei-ge.de/node/1615686955209467/

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