Brief von Werner Braeuner zum Hungerstreik

Einen 12 – fachen Salut aus dem Knast, aus dem innersten Heiligtum von Staat, Sozialdemokratie/Lohnarbeit und Kapital für das kämpfende Proletariat in Berlin und der restlichen Welt – wir haben gesiegt!

Es geht mir gut, offensichtlich bin ich bei bester Gesundheit; Heuschrecken und Raupen sind asketische Lebewesen, gestern abend wog ich bereits schon wieder 66,6kg – …weiß der Teufel!!! ProletarierInnen, die Angehörigen der zuletzt auf diesem Planeten übrigbleibenden Supermacht, sind unbeugsam und zäh. Der Klassenfeind nebst seinen Bütteln und Huren wird bald verstehen: Wir sind gekommen, um zu bleiben.

– Solidarität mit dem in unbefristete Hungerstreik getretenen Proletariern in Pelican Bay und anderen Hochsicherheitsknästen im US-Bundesstaat Kalifornien – Eure Würde ist unsere!

– Für das Leben und die Freiheit von Mumia Abu Jamal, von einem unserer besten Kämpfer – einer für alle, alle für einen!

– EIN HOCH AUF DAS WELTWEITE PROLETARIAT!

Ich möchte diesen vorerst letzten HS-Berichtsbrief nicht fortsetzen, ohne Euch zuvor zu bitten, gemeinsam eines am 10.November 2008 im US-Hochsicherheitsknast „West Tennessee State Penitenteary“ im Klassenkampf gefallenen anarchistischen Kameraden und Freundes von mir zu gedenken mit Namen Herold H. Thompson. Herold war mir Vorbild an Entschlossenheit und Kampfesmut, er sei niemals vergessen! Soll er vielen anderen ebenfalls Vorbild sein und sie in ihren Kämpfen begleiten: Niemals aufgeben, kämpfen! Denn WIR sind das Proletariat.

Ja, natürlich hatte ich Angst. Im Hinterkopf hatte ich die Zahl 66. Bobby Sands (1959-1981), proletarischer irischer Freiheitskämpfer, war am 66. Tag seines Hungerstreiks im nordirischen Knastleger Long Kesh gestorben (siehe „Gefangenen Info Nr. 362, juni 2011, S.14; www.gefangenen.info).

Am 30.6.2011, 17Uhr hat sich die Anstaltsleitung der JVA Sehnde gegenüber RA Dündar Kelloglu und mir verpflichtet, zukünftig Ersatz für das zu stellen, was ich aus Ekel nicht essen kann. Obschon ich nicht selbst beim Anstaltskaufmann Nahrungsmittel einholen können werde, ist meine Ernährung mit der Selbstverpflichtung der JVa Sehnde sichergestellt. Der

Anstalt obliegt, ihre Verpflichtung nun auf praktikable Weise umzusetzen.

Der Hungerstreik ist an seinem 54. Tag folgerichtig und um 17Uhr beendet worden! Die erkämpfte Selbstverpflichtung der JVA Sehnde deckt meinen Bedarf an ausreichender Nahrung ab und ist daher als Sieg meiner Seite zu bewerten.

Daß dieser HS siegreich beendet werden würde, hat sich erstmals am Montag, dem 27.6., am Tag 51 des HS, durch Bewegung auf seiten der JVA Sehnde abgezeichnet, da diese mich bat, meinen Nahrungsbedarf schriftlich zu fixieren.

Und ich wurde seben Tags nachdrücklich gebeten, den HS zum darauffolgenden Tag, dem 28.6., zu am Mittagessen teilzunehmen, für das mir fabrikverpackte Nahrung in Aussicht gestellt wurde. Diese Bewegung der JVA Sehnde geht offenbar auf die für den 28.6., 15Uhr terminiert gewesene Protestkundgebung zahlreicher solidarischer GenossInnen vor dem Gebäude

des Ministeriums der Justiz des Landes Niedersachsen in Hannover zurück.

Schon lange vor Beginn des HS (8.5.) hatte das Jutti schriftlich mitgeteilt, die Verhandlungsführung und Entscheidungsbefugnis läge allein bei der JVA Sehnde; diese sei das von mir anzusprechende Gegenüber. Die politische Ebene wollte ihre Verantwortung auf die Verwaltungsebene, hier auf die JVA Sehnde, abwälzen. Mit der Protestkundgebung vor dem Jumi am 28.6. ist jene Ausweichstrategie des Justizministers Bernd Busemann ausgehebelt gewesen, allein deswegen hat die Justizbehörde sich am 27.6. erstmals bewegt !!! Und ich mich selbstverständlich nicht einen einzigen Zentimeter! Am 27.6. teilte ich der JVA Sehnde mit, den HS nicht beenden zu wollen, ohne daß RA Dündar Kelloglu mit der Justizbehörde eine bindende Vereinbarung zur Sicherstellung ausreichender Nahrungsversorgung für mich getroffen haben würde. Wie nun bekannt, ist eine solche bindende Vereinbarung am 30.6. um 17Uhr abschließend zustande gekommen. Der entscheidende und ausschlaggebende Punkt der Mobilisierung unserer Seite war offenkundig die Hebung des Hungerstreiks von der Ebene der Verwaltung auf die Ebene der Politik. Denn von Beginn des HS an war der letztliche Entscheider auf seiten des gegenüber nie irgendjemand anderes als der Justizminister Bernd Busemann gewesen, letzterer der „Dienstherr“ der JVA Sehnde!

All den vielen solidarischen GenossInnen, die draußen mobilisiert und unterstützt haben, sage ich nun: Das ist zwar ein Sieg für mich, aber es ist EUER Sieg! Feiert für mich mit, bitte!

Werner mit Pfeil und Bogen

NICHTS-ETWAS-ALLES

Einen 12 – fachen Salut aus dem Knast, aus dem innersten Heiligtum von Staat, Sozialdemokratie/Lohnarbeit und Kapital für das kämpfende Proletariat in Berlin und der restlichen Welt – wir haben gesiegt!
Es geht mir gut, offensichtlich bin ich bei bester Gesundheit; Heuschrecken und Raupen sind asketische Lebewesen, gestern abend wog ich bereits schon wieder 66,6kg – …weiß der Teufel!!! ProletarierInnen, die Angehörigen der zuletzt auf diesem Planeten übrigbleibenden Supermacht, sind unbeugsam und zäh. Der Klassenfeind nebst seinen Bütteln und Huren wird bald verstehen: Wir sind gekommen, um zu bleiben.
– Solidarität mit dem in unbefristete Hungerstreik getretenen Proletariern in Pelican Bay und anderen Hochsicherheitsknästen im US-Bundesstaat Kalifornien – Eure Würde ist unsere!
– Für das Leben und die Freiheit von Mumia Abu Jamal, von einem unserer besten Kämpfer – einer für alle, alle für einen!
– EIN HOCH AUF DAS WELTWEITE PROLETARIAT!
Ich möchte diesen vorerst letzten HS-Berichtsbrief nicht fortsetzen, ohne Euch zuvor zu bitten, gemeinsam eines am 10.November 2008 im US-Hochsicherheitsknast „West Tennessee State Penitenteary“ im Klassenkampf gefallenen anarchistischen Kameraden und Freundes von mir zu gedenken mit Namen Herold H. Thompson. Herold war mir Vorbild an Entschlossenheit und Kampfesmut, er sei niemals vergessen! Soll er vielen anderen ebenfalls Vorbild sein und sie in ihren Kämpfen begleiten: Niemals aufgeben, kämpfen! Denn WIR sind das Proletariat.
Ja, natürlich hatte ich Angst. Im Hinterkopf hatte ich die Zahl 66. Bobby Sands (1959-1981), proletarischer irischer Freiheitskämpfer, war am 66. Tag seines Hungerstreiks im nordirischen Knastleger Long Kesh gestorben (siehe „Gefangenen Info Nr. 362, juni 2011, S.14; www.gefangenen.info).
Am 30.6.2011, 17Uhr hat sich die Anstaltsleitung der JVA Sehnde gegenüber RA Dündar Kelloglu und mir verpflichtet, zukünftig Ersatz für das zu stellen, was ich aus Ekel nicht essen kann. Obschon ich nicht selbst beim Anstaltskaufmann Nahrungsmittel einholen können werde, ist meine Ernährung mit der Selbstverpflichtung der JVa Sehnde sichergestellt. Der
Anstalt obliegt, ihre Verpflichtung nun auf praktikable Weise umzusetzen.
Der Hungerstreik ist an seinem 54. Tag folgerichtig und um 17Uhr beendet worden! Die erkämpfte Selbstverpflichtung der JVA Sehnde deckt meinen Bedarf an ausreichender Nahrung ab und ist daher als Sieg meiner Seite zu bewerten.
Daß dieser HS siegreich beendet werden würde, hat sich erstmals am Montag, dem 27.6., am Tag 51 des HS, durch Bewegung auf seiten der JVA Sehnde abgezeichnet, da diese mich bat, meinen Nahrungsbedarf schriftlich zu fixieren.
Und ich wurde seben Tags nachdrücklich gebeten, den HS zum darauffolgenden Tag, dem 28.6., zu am Mittagessen teilzunehmen, für das mir fabrikverpackte Nahrung in Aussicht gestellt wurde. Diese Bewegung der JVA Sehnde geht offenbar auf die für den 28.6., 15Uhr terminiert gewesene Protestkundgebung zahlreicher solidarischer GenossInnen vor dem Gebäude
des Ministeriums der Justiz des Landes Niedersachsen in Hannover zurück.
Schon lange vor Beginn des HS (8.5.) hatte das Jutti schriftlich mitgeteilt, die Verhandlungsführung und Entscheidungsbefugnis läge allein bei der JVA Sehnde; diese sei das von mir anzusprechende Gegenüber. Die politische Ebene wollte ihre Verantwortung auf die Verwaltungsebene, hier auf die JVA Sehnde, abwälzen. Mit der Protestkundgebung vor dem Jumi am 28.6. ist jene Ausweichstrategie des Justizministers Bernd Busemann ausgehebelt gewesen, allein deswegen hat die Justizbehörde sich am 27.6. erstmals bewegt !!! Und ich mich selbstverständlich nicht einen einzigen Zentimeter! Am 27.6. teilte ich der JVA Sehnde mit, den HS nicht beenden zu wollen, ohne daß RA Dündar Kelloglu mit der Justizbehörde eine bindende Vereinbarung zur Sicherstellung ausreichender Nahrungsversorgung für mich getroffen haben würde. Wie nun bekannt, ist eine solche bindende Vereinbarung am 30.6. um 17Uhr abschließend zustande gekommen. Der entscheidende und ausschlaggebende Punkt der Mobilisierung unserer Seite war offenkundig die Hebung des Hungerstreiks von der Ebene der Verwaltung auf die Ebene der Politik. Denn von Beginn des HS an war der letztliche Entscheider auf seiten des gegenüber nie irgendjemand anderes als der Justizminister Bernd Busemann gewesen, letzterer der „Dienstherr“ der JVA Sehnde!
All den vielen solidarischen GenossInnen, die draußen mobilisiert und unterstützt haben, sage ich nun: Das ist zwar ein Sieg für mich, aber es ist EUER Sieg! Feiert für mich mit, bitte!

Werner mit Pfeil und Bogen
NICHTS-ETWAS-ALLES

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