Dortmund: Toter in Polizeigewahrsam

Ein 38-Jähriger ist in Dortmund Recklinghausen am Donnerstag in Polizeigewahrsam gestorben. Nach der Feststellung von gesundheitlichen Problemen wurde medizinische Hilfe angefordert. Diese konnte lediglich den Tod des Mannes feststellen.
Wie die Dortmunder Polizei mitteilt, ist ein 38 Jahre alter Mann in polizeilichem Gewahrsam nach der Feststellung von gesundheitlichen Beschwerden verstorben. Hinweise auf ein Fremdverschulden gäbe es bisher nicht. Der Tote sei zuvor am Donnerstag aufgrund eines Haftbefehls in Gewahrsam genommen worden. Die Ermittlungen dauern laut Polizei an.

Der 38-Jährige ist damit die vierte Person, die in den vergangenen zwei Jahren bei einem Polizeieinsatz in Dortmund stirbt. Am 3. April kam ein wohnungsloser Mann durch einen Schuss eines Polizisten in der Dortmunder Innenstadt zu Tode. Zuvor hatten zwei andere Beamte drei Schüsse aus Tasern eingesetzt. Der Obdachlose soll die Beamten dabei vorher mit einer Eisenstange angegriffen haben. Ein Messer oder Schusswaffe hatte der Angreifer nicht zur Hand. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren aufgrund von Notwehr ein.

Traurige Bekanntheit erfuhr auch der Tod von Mouhamed Lamine Dramé im August 2022. Ein Polizist hatte ihn in der Dortmunder Nordstadt durch fünf Schüsse aus einer Maschinenpistole getötet. Die Polizei wurde damals zu einem Einsatz mit einer möglicherweise suizidalen Person gerufen.

Der 16-Jährige saß im Innenhof einer Jugendeinrichtung und soll ein Küchenmesser gegen seinen eigenen Bauch gerichtet haben. Auf Ansprachen von Betreuern und Polizisten habe er nicht reagiert, weshalb der Einsatzleiter den Einsatz von Pfefferspray anordnete. Als Reaktion soll Dramé aufgestanden und sich in Richtung der Beamt:innen bewegt haben. Diese setzten fast zeitgleich Taser und eine Maschinenpistole gegen den Jugendlichen ein. Den Einsatz der Polizei hielt die Staatsanwaltschaft für unverhältnismäßig. Aus ihrer Sicht sei von Dramé keine Bedrohung für die Beamt:innen ausgegangen. Sie hat deshalb Anklage erhoben, der Prozess findet derzeit im Landgericht Dortmund statt.

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