FOLTER IN AKP-GEFÄNGNISSEN DAUERT AN

FOLTER IN AKP-GEFÄNGNISSEN DAUERT AN

Im Juli 2016 sind revolutionäre Gefangene in der Türkei in einen Generalwiderstand getreten. Der gescheiterte Putschversuch, der in einen bis heute andauernden Ausnahmezustand übergegangen ist, um jede kritische Stimme und jeden Widerstand gegen das faschistische Regime zu brechen, hat vor allem die Wiedereinführung systematischer Folter in den Gefängnissen herbeigeführt, welche sich zuvor durch die F-Typ- Isolationspraxis vielmehr in willkürlichen psychischen Angriffen äußerte.
Die politischen Gefangenen, die sich selbst als „Freie Gefangene“ bezeichnen, haben daher einen breiten Widerstand gegen diese Angriffe, die ihren Willen brechen sollen, eingeleitet.
Häufig haben bei diesem Protest gegen die physische Gewalt und willkürliche Maßnahmen der Gefängnisbehörde Gefangene ihre Zellen in Brand gesteckt.

Das Ausmaß der Angriffe und die gezielte Folterpraxis in einigen Gefängnissen deuten darauf hin, dass die AKP-Regierung die Folter „zentral und systematisch“ anordnet.
Aktuelle Beispiele:
Geschlossene Haftanstalt Silivri:
– Während die Zahl der Gefangenen mittels Verbannungen und Zwangsverlegungen verringert wird, konzentriert sich die faschistische Gefängnisleitung unter Direktor Ali Demirtas darauf, die wenig übrigen Gefangenen einzuschüchtern, ihre Persönlichkeit zu unterdrücken und den Widerstand der „Freien Gefangenen“ zunichte zu machen. Um dies zu vollziehen, wird permanent Folter angewandt.
– Gegen männliche Gefangene werden weiterhin Foltermethoden wie Arm verdrehen und ihnen den Atem zu nehmen, indem ihnen der Mund zugehalten wird.
Dieser Foltermethode werden jene Gefangene ausgesetzt, die Parolen rufen und Sitzstreikproteste fortsetzen.
Die Arme werden nach hinten gebeugt und bis zum Hals hochgedrückt. Wenn die Arme dann wieder losgelassen werden, können sie die Gefangenen lange Zeit nicht bewegen und hochheben.
Während diese Foltermethode langfristig angewandt physischen Schaden bei der betroffenen Person hinterlässt, bleiben keine Spuren zurück.
– Gefangene berichteten ihren Anwält*innen, dass die Folterpraktiken infolge der Zwangsverlegungen und verringerten Zahl an Gefangenen zugenommen haben.
Zwar haben Reaktionen der Anwält*innen gegenüber folternden Gefängniswärtern zunächst Wirkung gezeigt und Folter wurde bis zum Besuch vorübergehend eingestellt. Jedoch nach dem Anwaltsgespräch wurde die Folter an den Gefangenen auf dem Weg zurück in die Zelle fortgesetzt.
– Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt war der Austausch von Briefen unter den Gefangenen über den Innenhof, sowie die Umsetzung genossenschaftlichen, organisierten und kollektiven Lebens auf diesem Weg ein großes Hindernis vor der Isolationspraxis in den Gefängnissen.
Den Gefängnisbehörden gelang es trotz der Trennung der Gefangenen durch weit auseinander gelegenen Zellen und indem mehrere Zellen dazwischen nicht belegt wurden nicht, die Kommunikation der Gefangenen zu unterbinden.
Sie ließen daher über dem Innenhof einen dicken Stacheldraht anlegen. Bei dem Gefangenen Serif Turunc wurde der gesamte Innenhof mit einer Decke von Stacheldraht abgedichtet.
Da dem Gefangenen auch das Recht auf Gespräche mit Mitgefangenen und der Erhalt von Büchern untersagt wird, befindet er sich unter schwersten Isolationsbedingungen.
– In der geschlossenen Haftanstalt Silivri richtet die Gefängnisleitung ihre Angriffe ganz besonders auf den Remzi Ucucu.
Es wurde berichtet, dass ihm auf dem Weg zum Telefonieren der Arm soweit nach hinten gebeugt wird, dass er fast gebrochen wird, sein Mund zugehalten und er mit dem Kopf gegen einen Tisch bzw. gegen den Boden geschlagen wird.
Auch als seine Zelle gestürmt wurde, ist Remzi Ucucu mit dem Kopf gegen den Boden geschlagen worden und er wurde mit Fäusten im Kopf- und Halsbereich misshandelt. Für diese Folterpraktiken sind der Gefängnisdirektor und die Gefängniswärter*innen unmittelbar verantwortlich.
– Anträge kranker Gefangener auf ärztliche Untersuchungen im Revier werden erst nach 3-4 Wochen angenommen. Nicht nur, dass dies bei dringenden Fällen das Lebensrisiko erhöht, es wird damit versucht, die Behinderung einer Behandlung kranker Gefangener als Folterinstrument einzusetzen.
– Gefangene, die zwangsverlegt werden, werden zuvor niht informiert, und werden geradezu verschleppt, noch bevor sie sich ihre Schuhe anziehen können. Als Begründung für dieses Vorgehen wird genannt, dass als „faschistisch“ geltende Gefängnisdirektor damit den Widerstand gegen Zwangsverlegungen verhindern will. Die Gefangenen machen von ihrem natürlichen Recht auf Widerstand gegen ständige Verlegungen und Zwangsverlegungen unter Folter Gebrauch.
Es kann daher kein Vergehen sein, sich dagegen zu wehren, sondern wohl eher das Recht auf Widerstand zu unterbinden.
Der Direktor Ali Demirtas im Silivri Gefängnis setzt diese Folterpraxis und damit sein Verbrechen jedenfalls fort.
– Der Gefangene Ismail Akkol hat aus Protest gegen ihm zugefügte Folter in den vergangenen Wochen seine Zelle in Brand gesteckt. Um die Folter an ihm fortzusetzen, wird er weiterhin in der augebrannten Zelle festgehalten. Nach dieser Protestaktion erhielt er 10 Tage lang keine Decke und keine Matratze. Alle noch übrigen Gegenstände wurden nass und unbrauchbar gemacht. Der Gefangene wird auch nicht zum Krankenrevier gebracht, obwohl seine Hand taub ist.
Silivri Gefängnis Nr. 9 :
– Medikamente, welche die krebskranke Gefangene Mesude Pehlivan einnehmen muss, werden auf den Boden gestreut. Obwohl ihr Gesundheitszustand hygenische Bedingungen und Pflege erfordert, muss sie diese Medikamente einnehmen. Es sind an Beinen und am Kopf rötliche Wunden aufgetreten, die Kopfhaut beginnt abzubröckeln.
Silivri Gefängnis Nr. 6 :
– Die Gefängnisdisziplinarkommission erteilt Disziplinarstrafen, ohne diese zu verifizieren.
– Bücher, die von draußen geschickt werden, werden zur Polizeidirektion geschickt. Abhängig von deren Antwort werden die Bücher den Gefangenen ausgehändigt oder nicht.
– Durch Anbringen eines Stacheldrahtes über dem Innenhof wird die Kommunikation unter den Gefangenen verhindert, der Weg zur Besucherkabine und zurück in die Zelle wird zur Folter, zudem werden Besuchsverbote verhängt, um die Isolationsfolter durch Kontaktsperren zu verschärfen.
Postkarten und Briefe sind überlebenswichtig für die Gefangenen…
Durchbrechen wir die Isolation und schreiben einige Zeilen, um das Recht auf Kommunikation durchzusetzen…
SCHREIBT AN:
***
Dilan Ekin
Sincan F Tipi Hapishane
Sincan
Ankara

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