Freiheit für die Move Sisters! 

Freiheit für die Move Sisters! 

Weitere Informationen: http://kurzlink.de/Move

Es ist eine Tatsache, dass die Menschen in den USA ein gestörtes Verhältnis zu ihrer Geschichte haben. Es reicht schon, zwanzig Minuten auf dem Band der Zeit zurückzulaufen, um einsehen zu müssen, wie schnell US-Amerikaner alles vergessen. Wie erst, wenn es um Ereignisse geht, die ein paar Wochen oder Monate zurückliegen? Frag lieber nicht!

Menschen in den USA verlangt es immer nach dem Allerneuesten, dem Besten, das gerade geboten wird. Um bei der Wahrheit zu bleiben: Was in diesen Tagen als »Geschichte« verkauft wird, besteht in der Regel aus Lügen. Da geht es beispielsweise um die »freiheitsliebenden Gründungsväter der Vereinigten Staaten von Amerika« und ähnliche Mythen. Die Wahrheit? Sie alle waren wohlhabende Sklavenhalter. Wie kann man das Wort »Freiheit« nur in den Mund nehmen, wenn man andere Menschen als seinen Besitz ansieht?

Gehen wir also ein paar Schritte zurück in der Geschichte – aber nicht zu weit: Bis zum 8. August 1978. Das war der letzte Tag, an dem die Move-Frauen Debby Sims Africa, Janine Phillips Africa und Janet Holloway Africa in Freiheit waren. An dem Tag belagerte eine große Polizeiübermacht ein Move-Gemeinschaftshaus in West Philadelphia und griff es schließlich mit Revolvern und Gewehren an. Auch hier die reine Wahrheit: Als die Polizisten wie von Sinnen auf das Haus feuerten, trafen sie einen ihrer eigenen Männer und töteten ihn. Verhaftet und wegen Mordes angeklagt wurden aber neun Männer und Frauen der Move-Kommune.

Wie schafft man es aber, jemanden umzubringen, jemanden zu erschießen, ohne eine Waffe zu besitzen und einzusetzen? Und wie kann man Menschen wegen Mordes verurteilen, wenn man sie nicht auch wegen Waffenbesitzes anklagt? Seit 38 Jahren stellen sich die »Move Sisters« genau diese Frage wieder und wieder. Die Wahrheit ist: Sie wurden unter Anklage gestellt, weil sie der Move-Gemeinschaft angehören. Sie wurden verurteilt, weil sie zur Move-Familie gehören. Und ihnen wurde wiederholt die Entlassung auf Bewährung verweigert – eben weil sie Move-Mitglieder sind.

Der Kampf um ihre Freiheit, die ihnen schon so lange verweigert wird, nimmt jetzt an Schärfe zu, und so erfahren mehr und mehr Menschen von ihrer schlimmen Lage. Diese wunderbaren, fürsorglichen Frauen sind vorbildliche Gefangene. Im Staatsgefängnis von Cambridge Springs geleiten sie Mitgefangene durch die Schrecken des Eingesperrtseins. Es wäre schon ein Verbrechen, wenn die Justiz sie nur einen Tag ins Gefängnis gesperrt hätte, ganz zu schweigen von den 38 Jahren, die sie bis heute hinter Gittern verbrachten! Es muss jetzt darum gehen, die Solidaritätskampagne für die »Move Family« zu verstärken!

Übersetzung: Jürgen Heiser

Weitere Informationen: http://kurzlink.de/Move

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