[HH] Zur Auseinandersetzung im Hauptbahnhof

[HH] Zur Auseinandersetzung im Hauptbahnhof

Am 12.9. kam es im HBF zu Auseinandersetzungen zwischen Antifaschist_innen und Neonazis. Der MOPO-Ticker meldete: „11.41 Uhr: Erste Krawalle in Hamburg: Linksautonome haben laut Bundespolizei an Gleis 12/13 des Hauptbahnhofs Gegenstände auf einen ausfahrenden Zug geworfen. Die Hintergründe sind noch nicht geklärt. Nach MOPO-Informationen sollen Neonazis in dem Zug gesessen haben.“ Dieser Bericht ist falsch und verharmlosend.

 

Auf dem Gleis 13 hatten sich etliche Antifaschist_innen versammelt, die sowohl mit dem Zug nach Bremen als auch mit dem am gleichen Bahnsteig gegenüber fahrenden Zug richtung Flensburg fahren wollten, da an der dänischen Grenze ebenfalls eine Nazi-Kundgebung stattfand. In dem Zug nach Flensburg saßen außerdem ca. 50 Geflüchtete, die über Flensburg nach Schweden reisen wollten. Kurz vor der geplanten Abfahrt des Zuges stürmte eine Gruppe von mindestens 50 Nazis die Treppen von der Südseite des HBF runter auf das Gleis und es entstand sofort eine massive Auseinandersetzung zwischen den Antifaschist_innen und den Neonazis, die offenbar unbermerkt von der überall präsenten Polizei in den HBF auf das Gleis mit den Antifas gelangen konnten. Ein Teil der Nazis gelangte auch in den Zug, in dem sich die Geflüchteten und einige Antifas befanden, so dass es körperliche Auseinandersetzungen sowohl im Zug als auch auf dem Gleis gab. 

Die im MOPO-Bericht angesprochenen Steinwürfe gab es, die Genoss_innen gingen natürlich davon aus, dass sich in dem Zug Nazis befanden. Trotzdem muss hier kritisch angemerkt werden, dass die Steine einen Zug trafen, in dem auch Unbeteiligte – und viel schlimmer: etliche Geflüchtete – saßen, als auch den dahinterliegenden Bahnsteig, auf dem sich weitere Unbeteiligte und die mit den Nazis kämpfenden Antifas befanden. 

Nachdem sich die Situation beruhigt hatte, dauerte es noch ca. eine halbe Stunde, bis der Zug den HBF richtung Flensburg verließ. In dem Zug befanden sich weiterhin die Geflüchteten, eine kleine Gruppe Antifaschist_innen und ca. 20-30 Nazis aus der zuvor angreifenden Gruppe, die von der Polizei im letzten Waggon bewacht wurden. Laut den Berichten der Genoss_innen aus dem Zug verließ die Polizei in Elmshorn den Zug. In Neumünster stiegen die Nazis dann unbehelligt aus dem Zug und versuchten von zwei Seiten die Antifaschist_innen zu attackieren, diese konnten sich in den Zugtüren verteidigen. Der Zug fuhr danach – ohne die Nazis – weiter nach Flensburg, wo die Geflüchteten am Bahnhof von Supporter_innen empfangen wurden. 

Die „ersten Krawalle“, die im Hamburger Hauptbahnhof passierten, war ein Angriff von einer großen Gruppe Neonazis auf Antifaschist_innen. Wie und warum diese unbemerkt von der Polizei in den Hauptbahnhof gelangten, sollte hier die Frage sein. 

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