In Erinnerung an den Freiwilligen Seamus McElwain

In Erinnerung an den Freiwilligen Seamus McElwain

Der IRA Freiwillige und Guerilla-Führer Seamus McElwain wurde am 1. April 1960 in eine republikanische Familie gebohren, in Knockacullion in der Nähe von Scotstown und Knockatallon im North County Monaghan, nicht weit von Britanniens illegaler Grenze in Irland. Schon in jungen Jahren war Seamus sich der andauernden Ungerechtigkeit der Teilung und britischen Besatzung bewusst und im Jahr 1974, mit 14 Jahren trat er Na Fianna Éireann bei und nahm seinen Platz in den Reihen der Revolutionären Bewegung ein. Indem er die Möglichkeit ablehnte, in Amerika zu studieren, erklärte Seamus entschlossen „Niemand wird mich je beschuldigen, davongelaufen zu sein“.

Mit 16 war Seamus in die Óghlaigh na hÉirann aufgenommen worden und war ein Mitglied der South Fermanagh Brigade der IRA. Seamus verdiente sich schnell den Ruf eines herausragenden Freiwilligen und mit nur 19 Jahren hatte er sich das Kommando als O/C der IRA in South Fermanagh verdient.

Seamus führte seine Freiwilligen von der Front und war Teil vieler erfolgreicher Operationen gegen die britischen Besatzungstruppen, britische Geheimdienst-Veröffentlichungen in den Medien verbinden ihn mit der Tötung wenigstens 12 Mitglieder der Kräfte der Krone.

Im März 1981, im aktiven Dienst, wurden Seamus und drei andere Freiwillige von der britischen Armee gefangen genommen. Zunächst, während der Untersuchungshaft im Crumlin Road Gefängnis festgehalten, wurde Seamus in einem Schauprozess für die Tötung mehrerer Mitglieder der RUC verurteilt. Der Richter bezeichnete ihn als einen „gefährlichen Mörder“, der wenigstens 30 Jahre im Gefängnis verbringen sollte. Das zeigte die Furcht, die der britische Imperialismus vor einem republikanischen Soldaten wie Seamus McElwain hatte.

Einmal zu den H-Blocks transferiert als republikanischer Kriegsgefangener, sah es Seamus als seine Pflicht an, aus dem Gefängnis zu entkommen um in den Kampf für nationale Befreiung zurückzukehren. Am 25. September 1983 inszenierten Seamus, sein Genosse Padraig McKearney und 36 andere IRA-Freiwillige einen spektakulären Ausbruch aus den H-Blocks, der ein massiver Propaganda-Sieg für die IRA war.

Seamus meldete sich sofort zurück zum Dienst und leistete weiterhin aktiven Dienst, seine Einheit operierte nun an der Monaghan – Femanagh Grenze und führte eine hocheffektive Guerillakrieg-Kampagne gegen die Britischen Besatzungskräfte.

Seamus war ein zutiefst überzeugter sozialistischer Republikaner, der glaubte, dass der revolutionäre bewaffnete Kampf der Pfad zur nationalen Befreiung und der sozialistischen Revolution in Irland ist. Seamus nahm das Studium revolutionärer Theorie ernst und war belesen in den Werken von Marx, Connolly, Lenin und Mao. Mit seinen Genossen Padraig McKearney und Jim Lynagh, war Seamus involviert, Pläne zu entwerfen, um den Krieg für nationale Befreiung zu eskalieren. Diese IRA-Kader, besonders in der Grenzregion hatten begonnen, die Lehren des chinesischen kommunistischen Revolutionärs Mao Tse-Tung hochzuhalten, den sie tiefer studiert hatten, während sie im Gefängnis saßen. Die republikanischen Kader glaubten, dass der Erfolg des Kriegs darin lag, ihn zu einer neuen Höhe zu entwickeln, als langandauernden Volkskrieg, die proletarische Militärlinie, entwickelt vom Vorsitzenden Mao im Lauf der erfolgreichen chinesischen Revolution.

Die IRA Guerilla-Führer in den Grenzregionen, darunter McElwain, Lynagh und McKearney, planten diese Strategie durchzuführen, indem sie eine dauerhafte mobile Kolonne aus bis zu 30 Freiwilligen etablierten, die im Free State basiert wären, aber jedes Jahr fünf oder sechs spektakuläre Operationen in den besetzten Gebieten durchführen würden. Die Kolonne würde sich gegen die Infiltration durch Spitzel schützen, indem sie sich weigerten, das Lager abzubrechen, die ganze Zeit zusammenbleibend auf einer Vollzeitbasis zu trainieren, während zwischen den Operationen Zwei- und Drei-Mann-Einheiten Späh-, Finanzierungs und kleinere Guerilla-Aktionen durchführen würden. Der Plan der maoistischen Kader war, einen langandauernden Volkskrieg in der Grenzregion zu beginnen, befreite Zonen zu schaffen, indem die Kräfte der Krone vom Land in die Städte getrieben wurden. Republikanische Macht konnte dann in diesen befreiten Gebieten entwickelt werden.

Als die IRA-Führung, die damals schon auf einen Kompromiss mit dem Imperialismus aus war, den Plan als unbrauchbar ablehnte, entschieden die maoistischen Kader, auf sich selbst gestellt weiterzumachen. Neben McElwain, Lynagh und McKearney hatte der Plan die Unterstützung von Padraig Kelly, O/C der legenderen East Tyrone Brigade der IRA gemeinsam mit Kieran Fleming (Derry), Antoin MacGiolla Bhride (South Derry), Dessie Grew (Armagh), Michael ‚Pete‘ Ryan und Liam Ryan (beide East Tyrone). Die genannten IRA-Kader repräsentierten die militantesten IRA Guerilla-Führer, die den revolutionären Krieg in den 1980‘ern führten und sie alle sollten durch die Hände britischer Terroristen sterben, in einer gezielten Mordkampagne, die auf diejenigen zielte, die den Krieg weiterführen konnten und weitergeführt hätten.

Für den Moment blieben die maoistischen Kader innerhalb der Provisionals und weiterhin verbreiteten sie die Strategie des Volkskriegs. Doch während sie ihre Kraft sammelten, arrangierten sie auch ihre eigenen Waffenlieferungen und suchten Kontakt zu anderen Guerilla-Führern wie Dominic McGlinchey, damals Chief of Staff in der INLA, um sicherzustellen, dass sie, sobald bereit, dazu in der Lage wären, mit den Provisionals zu brechen und ihre eigene revolutionäre Organisation etablieren könnten, um den Krieg für nationale Befreiung und sozialistische Revolution weiterzuführen.

Am 26. April 1986 bereitete McElwain einen Hinterhalt auf die britischen Besatzungskräfte vor, als er selbst in einer gezielten Operation der SAS mit Tötungsabsicht angegriffen wurde. Als sie den verwundeten McElwain gefangen hatten, verhörten ihn Britanniens Terroristen für wenigstens fünf Minuten und ermordeten ihn an Ort und Stelle in einer außergesetzlichen Tötung. Ein anderer IRA-Freiwilliger, der neben Seamus verwundet wurde, schaffte es, davonzukriechen.

Der Freiwillige Seamus McElwain starb, wie er lebte, als furchtloser sozialistisch-republikanischer Soldat der all-irischen Republik.

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Seamus McElwaine wurde mit vollen militärischen Ehren beerdigt bei einer IRA-Beerdigung, die von tausenden begleitet wurde. Sein Freund und Genosse Jim Lynagh nahm die Verantwortung für die Ehrengarde und war persönlich daran beteiligt, die letzte Salve über dem Sarg abzufeuern.

Seamus McElwain war zum Zeitpunkt seines Todes nur 26 Jahre alt, war in seinem eigenen Leben aber schon zur revolutionären Legende geworden. Als wahrer Held der Revolution und der all-irischen Republik, inspiriert der Freiwillige Seamus McElwain auch weiterhin all jene, die dem Kampf für nationale Befreiung ergeben bleiben und insbesondere der revolutionären Jugend.

Der Freiwillige Seamus McElwain, sozialistischer Republikaner und maoistischer IRA-Kader, starb vor 34 Jahren für unsere Freiheit.

Fuair sé bas ar son saoirse na hÉirann

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