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HS Erklärung zu den internationalen Aktionstagen in Solidarität mit Georges Ibrahim Abdallah

28.06.13

giafoto„I will not regret, I will not compromise, and I will keep resisting“  Georges Ibrahim Abdallah
Wir unterstützen den Aufruf zu den internationalen Aktionstagen vom  5./6. Juli 2013 in Solidarität mit Georges Ibrahim Abdallah zusammen mit  zehn politischen Gefangenen der Organisation La Voie Démocratique aus  Marokko, den beiden PC p-m Gefangenen aus Siano (Italien), Kostas  Gournas (Revolutionärer Kampf) und einem Gefangenen des 17. November  (beide Griechenland). Thomas Meyer-Falk hat bereits im Vorfeld der  Aktionstage seine Grussbotschaft geschickt.


Wir, Marco Camenisch und Andrea Stauffacher, werden zwischen dem 30.6. und 7.7. in den Hungerstreik treten.

Hier unsere Erklärung dazu:
Die Situation von Georges Ibrahim Abdallah steht für diejenige vieler  revolutionärer Gefangenen, die seit Jahrzehnten ungebrochen sind und  trotz abgelaufener Strafe nicht entlassen werden. Georges wurde 1984 in  Lyon als libanesischer Kämpfer der Fraction Armée Révolutionnaire  Libanaise verhaftet und 1987 zu lebenslanger Haft verurteilt. Vor 14 Jahren lief seine Haftzeit ab. Seine Freilassung wussten die  französischen Gerichte aufgrund von immer stärkeren Druck durch die USA  und Israel bis heute zu verhindern. Ein Auszug aus einem Geheimpapier:

„Er würde bei der Rückkehr in sein Land wie ein Held gefeiert, auch  durch verschiedene Bewegungen, die den revolutionären Kampf führen. Er  darf nicht auf das Schlachtfeld zurückkehren.“
Ein Schlachtfeld, auf dem die imperialistischen Mächte herbe Schläge  versetzt bekommen. Die Niederlagen in Irak oder Afghanistan führten die  USA zu einer Veränderung ihrer Kriegs-strategie. Weg von der offenen  militärischen Intervention hin zur Aufrüstung von  Stellvertreter-kriegen, selbst die Taliban oder die Al-Kaida sind  willkommen. Militärbasen in Europa wie Sigonella (Italien) oder  Stuttgart (Deutschland) werden aufgerüstet, von dort aus werden  unbemannte Drohnen als Killermaschinen eingesetzt, gigantische  Überwachungssysteme zu legitimem Schutz erklärt, Gewalt systematisch nur  in Zusammenhang mit sozialen Revolten und revolutionären Kämpfen  thematisiert, Kriege als Friedenseinsätze und Staatsterrorismus als Demokratieschutz definiert.

Georges „darf nicht auf ein Schlachtfeld zurück“, auf dem sich die  verschärfende Krise, die inneren gesellschaftlichen Widersprüche  explosionsartig und unberechenbar in Widerstand sozialer Revolten und  revolutionären Kämpfen umschlägt, Arabischer Raum, London, Athen,  Istanbul, Brasilien…
Auch Marco Camenisch soll auf kein Schlachtfeld zurück wenn es nach dem  Sonderdienst des Bewährungs- und Vollzugsdienstes Vollzug 3 wie auch der  Leitung des Dienstes für forensisch-psychologische Abklärung ginge.  Marco sei intelligent, spiele eine wichtige Rolle im Kampf gegen den  Kapitalismus, habe nach all den Jahren Knast immer noch eine delinquenzfördernde Welt-anschauung, eine chronifizierte  Gewaltbereitschaft und gewaltlegimitierende soziale Kontakte heisst es.  Voraussetzung für eine Vollzugslockerung: u.a. Bearbeitung seiner  Problembereiche (Weltanschauung und Verhältnis zur Gewalt) im Rahmen  einer Therapie und klare Distanzierung von seinem sozialen Umfeld.

Wie Recht hatte Georges wenn er im März dieses Jahres schrieb:
„GenossInnen ihr müsst wissen, dass in dem Moment wo die bürgerliche  Justiz die politische Identität eines revolutionären Gefangenen  zerstört, sie nach Mitteln sucht um die gesamte kritische  Auseinandersetzung mit seinem Kampf zu verhindern und uns zu  kriminalisieren … Die List ist, die Versuche kämpferischer Praxis  auszulöschen, die sich seit zwei Jahrzehnten in der europäischen Zone  und im Mittleren Osten entwickelt hat. Gemeinsam, GenossInnen, und nur  gemeinsam werden wir siegen.“

Mit dieser Initiative wollen wir einen kleinen Beitrag zur Entwicklung  der internationalen Solidarität als Waffe, die revolutionäre  Beziehungen, Kontinuität und Organisierung schafft, Widerstand wie  Kämpfe verbindet, gemeinsam nach vorne gerichtet entwickelt, beitragen.

Marco Camenisch
Andrea Stauffacher

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