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GÜLAFERIT ÜNSAL: (Grußbotschaft zum 18. März, dem Tag der politischen Gefangenen)

17.03.16

gülaferit.soliDIE WIDERSTAND LEISTENDEN WERDEN HOFFNUNGSTRÄGER BLEIBEN, DIE GESCHICHTE WEITERHIN IHRE SIEGE SCHREIBEN.

Wie in jedem Bereich unsres Lebens, gibt es auch in den Gefängnissen zwei Möglichkeiten, sich gegenüber den Angriffen zu verhalten.

entweder Widerstand und Kampf
oder Kapitulation.


Widerstand und Kampf erfordert Opfer. Mitunter kann das den Tod bedeuten. Sich zu beugen hingegen, bedeutet in Unwürde zu sterben.
Auf der ganzen Welt greifen der Imperialismus und Faschismus mit größer Brutalität an.
Länder, die von imperialistischen Kriegen betroffen sind, werden besetzt und geplündert. Millionen Menschen sind gezwungen, ihre Länder zu verlassen.
Auf den Fluchtwegen, an den Grenzpforten verenden Menschen ohne Rücksicht auf Frauen und Kinder. Die Überlebenden werden in unmenschlichen Flüchtlingslagern den Angriffen faschistischer, ausländerfeindlicher EuropäerInnen ausgesetzt bzw. man versucht, sie wie in Konzentrationslagern bei lebendigem Leib zu verbrennen.
In der Türkei wurden allein in Cizre, ohne Rücksicht auf Kinder und ältere Personen, 200 Menschen lebendig verbrannt oder durch Bomben zerfetzt.
Um den Aufstand der kurdischen Bevölkerung in Sur und in anderen Städten zu unterdrücken, ist ihnen jedes Mittel Recht.
Verletzte wurden mit Benzin übergossen und lebendig verbrannt.
Häuser wurden mit schwerem Geschütz dem Erdboden gleichgemacht und bombardiert.
Es wurde tagelang eine Ausgangssperre verhängt.


Der Strom wurde abgedreht, Wasserspeicher bombardiert, chemische Mittel wurden ins Wasser gemischt, Gasbomben in die Kanalisation geworfen.

Menschen konnten die verkohlten, zerstückelten Leichen ihrer Angehörigen tagelang nicht von der Straße aufsammeln. Sie gingen von Leichenschauhaus zu Leichenschauhaus, von Stadt zu Stadt, um ihre Leichname zu suchen. Sie mussten die Leichen Teil für Teil aus verschiedenen Mülltonnen oder unter Häusertrümmern einsammeln.
Jene, die am 19. Dezember die revolutionären Gefangenen, die sich mit einem Todesfasten gegen die F-Typ-Gefängnisse wehrten, mit chemischen Waffen und mit Bomben ermordeten und lebendig verbrannten, sind dieselben, die in Cizre und Sur ähnliche Massaker verüben.
Jene, die den 14-jährigen Berkin Elvan mit einem Schuss in den Kopf töteten und Dilek Dogan in ihrem eigenen Haus vor den Augen ihrer ganzen Familie ermordeten, sind auch die Mörder des Babys AYLAN.
Jene, die den IS organisieren und ihn mit Waffen ausstatten sind dieselben, die gegen Irak und Syrien den Krieg eröffneten und diese Länder besetzten.
Jene, die Länder besetzen und die Menschen zur Flucht zwingen, sind dieselben, die Flüchtlingslager in Europa anzünden und unter Beschuss nehmen.
Jene, die NPD, NSU und PEGIDA organisieren und bewaffnen, sind dieselben, die den Rassismus und die Ausländerfeindlichkeit in die Höhe treiben und Flüchtlinge angreifen.
Die Verantwortlichen für alle Angriffe und Kriege gegenüber den Weltvölkern sind die Imperialisten der USA und EU, sowie ihre reaktionären, faschistischen Kollaborateure.

* Alle, die sich gegen die kapitalistische Ausbeutung und gegen den Faschismus stellen, sollen
- isoliert, von der Außenwelt getrennt werden
- einem massiven psychologischen Krieg ausgesetzt und alsTerroristen gebrandmarkt und vereinsamt werden.
- sollte sich der-/diejenige nicht ergeben, wird mit Vernichtung gedroht.


Wir haben in europäischen Gefängnissen wochenlange Hungerstreiks durchgeführt, um keine Gefängnisuniform tragen zu müssen oder um uns der Zensur von Zeitungen und Büchern zu widersetzen. Wir wurden politischen Komplotten und Provokationen ausgesetzt.
Gegenüber kapitalistischer Degeneration und mittelalterlicher Reaktion haben wir unsere politische Identität in den Gefängnissen bewahrt.
Wir, politischen Gefangenen und die Völker, die gegen die Tyrannei des Faschismus und die Besatzung des Imperialismus Widerstand leisten, sind der Beweis dafür, dass es selbst in den Gefängnissen und an irgend einem Ort dieser Welt auch alleine möglich ist, Widerstand zu leisten und zu siegen.
* Es ist der Imperialismus, der feige und hoffnungslos ist.
Sie nehmen den Tod hunderter Gefangener und tausender ZivilistInnen in Kauf und planen noch größere Massaker.
Ihre Brutalität kennt keine Grenzen.
Denn sie wollen Angst und Unglauben (Anm: im Sinne von jeglichen Glauben an das Gute vernichten) verbreiten.
Das wichtigste ist, sie wollen die Hoffnung der Völker auf ihre Befreiung zerstören.
Sie haben solche Angst vor den Völkern, dass sie gegen ihre eigene Bevölkerung einen Krieg eröffnen, als würden sie ein fremdes Land besetzen.
Sie haben solche Angst, dass sogar ein einzelner Gefangener, den sie verhaften und isolieren, zu ihrem Albtraum werden kann.
Sie haben Angst vor unseren Kindern und Jugendlichen. Denn sie sind unsere Zukunft. Weil sie solche Angst vor de Zukunft haben, ermorden sie noch mehr unserer Kinder und Jugendlichen.
Mag sein, dass ihr über neueste nukleare, chemische Waffen, über Panzer, Raketen, schlaue Bomben, Foltergeräte und neueste Technologien verfügt.
Ihr könnt noch so skrupellose, furchterregende und grausame Massaker und Kriege organisieren.
Ihr könnt die größten Waffenkonzerne der Welt sein
Ihr könnt Begriffe wie Demokratie, Gesetze und Gerechtigkeit mit Füßen treten.
Doch das zeigt nicht wie stark ihr seid, sondern lediglich, wie feige, hilflos und ungerecht ihr seid.
Wir Völker der Welt schöpfen unsere Kraft au unserer historischen Rechtschaffenheit und aus unserer unzerstörbaren Hoffnung.

Wir werden siegen!... Wir werden siegen!... Was auch immer ihr tut, trotzdem werden WIR SIEGEN.
Wir werden die Isolationszellen mit erhobenem Haupt und mit unserer Würde verlassen.
Gülaferit Ünsal

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