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Update: "Krach vorm Knast"-Tour – Berichte und Termine

27.11.16

krachNach anfänglichen Startschwierigkeiten hat die "Krach vorm Knast"-Tour, in der wir - ein loser Haufen (Straßen-)Musiker_innen - vor Knastmauern in Deutschland und der Schweiz spielen, am Freitag, den 18.11., mit Ach und Krach begonnen und wir haben auch das geschafft, was wir wollten. Die Leute drinnen haben uns gehört und sich anscheinend auch sehr gefreut.

 

Aber von vorne:
Nach einem grausligen Organisationschaos sind wir um 18 Uhr vorm Knast in Köln Ossendorf. Wir haben einen Lauti mit Anlage und es sind auch ein paar Leute da.
Es gibt Lieder und Redebeiträge, die mit Pfeifen und Jubeln hinter den Mauern beantwortet werden. Vor allem bei der Bitte, auch im Knast für Sachen, die mensch gut findet, auf zu stehen und auch mal was kauputt zu machen, gibt es laute Reaktionen von drinnen.
Zwei mit Megaphon bewaffnete autonome Kleingruppen ziehen um den Knast, um die Leute drinnen zu erreichen und sie auf die Radiosendung vom autonomen Knastprojekt am ersten Samstag jeden Monats aufmerksam zu machen, denn leider kann man auch mit einer guten Anlage nicht den ganzen Knast beschallen.
Im allgemeinen freuen wir uns riesig, dass die Leute im Knast uns gehört und sich über das Konzi gefreut haben.

Was wir allerdings enttäuschend fanden, war der Punkt, dass nur etwa 10 Leute zur Unterstützung an den Knast gekommen sind. Großteils mag das an der schlechten Mobilisierung liegen. Teils aber auch daran, dass das Thema Knast im politischen Bewusstsein vieler extrem weit hinten steht, da auch bei gut organisierten Silvester zum Knast Demos oft nicht viel mehr los ist. Also an diesem Punkt nochmal an alle Leute: Feiert doch euer nächstes Silvester oder jeden beliebigen anderen Tag einfach vor den Mauern und schiebt ein bisschen Rabatz, macht Musik und errinnert die Leute drinnen dran, dass sie nicht allen egal sind.
Mit viel drunter und drüber geht es dann weiter nach Aachen. Dort spielen wir am 22.11. vorm Knast. Mit vier wunderbaren Unterstützer*innen, die mit uns ordentlich Lärm machen. Leider können wir mit unserer Anlage nicht so gut über die Mauern schallen und wir sind uns nicht sicher, ob die Leute drinnen was hören. Wir hören auf jeden Fall nichts von dort.
Das Konzi gilt auch den Angeklagten des Bankraubprozesses in Aachen, die zur Zeit im Knast in Gelsenkirchen und Aachen sitzen.
Nächste Station ist als spontane Idee Stuttgart Stammheim. Wir finden einen Feldweg mit direktem akkustischen Zugang und wir können auch die Leute im Knast sehen.
Wir werden mit viel Gejubel und “Antifa”!-rufen begrüßt. Auch die Mukke kommt gut an. Einige Leute stehen hinter den Gittern und schwenken Feuerzeuge. Es gibt ein oder zwei Stimmen, die wollen, dass wir weggehen, aber der Großteil der Leute wünscht sich, dass wir bleiben.
Nach etwa 20 Minuten kommen zwei Cops an, halten das Mikrofon zu und wollen Personalien. Die Leute im Knast fangen an zu brüllen. (Sachen wie “Motherfucker”, “Fuck the Police” und “Bastarde”, außerdem gibt es ordentlich Bambule (also Gitterrütteln und Hämmern)). Es trifft uniformierter Nachschub ein. Wir bekommen einen Platzverweis und machen uns wieder auf die Socken… Mit Randale von Seiten der Leute hinter den Mauern und ziemlich guter Laune :-)
Heute ist nicht aller Tage, wir komm’ wieder keine Frage

Die Tour geht weiter. Unsere Termine haben sich natürlich verändert, sind jetzt aber überwiegend festgelegt:
27.11. Leipzig Knastkonzi 13 Uhr
29.11. Cottbus Solikonzi + KüfA abends in der Zelle79
30.11. Cottbus Knastkonzi 13 Uhr
06.12. Zürich Knastkonzi
07.12. Zürich Knastkonzi
08.12. Luzern Solikonzi
10.12. Bern Knastkonzi
11.12. Bern Solikonzi
15.12. (evtl.) Basel
17.12. Freiburg Knastkonzi mittags + Solikonzi abends in der KTS
danach wahrscheinlich noch Solikonzert im Wendland + Knast- und Solikonzert in Berlin
Kommt vorbei, seid laut und zeigt eure Solidarität!
Freiheit für alle Gefangenen!

Kontakt: prisontour [ät] riseup [dot] net

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