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[B] Aufruf zum 18. März 2017 – Tag der politischen Gefangenen

18. März Bündnis 12.03.17

Plakat A3Demonstration 18. März 2017

am Samstag, den 18.3. um 15 Uhr am U-Bhf Turmstr. zur der JVA Moabit

Abendveranstaltung 19. März 2017

am Sonntag, den 19.3. um 18 Uhr im Tiyatrom, Alte Jakobstr. 12, 10969 Berlin



Wir leben in einer Klassengesellschaft, in der Rassismus, Sexismus und Repression zum Alltag gehören. Abschiebehaft, Psychiatrien, Forensik und Knäste werden nicht hinterfragt, sondern von der herrschenden Politik legitimiert, zum angeblichen Schutz der Allgemeinheit.Uns wird gesagt, dass in den Knästen die Bösen sitzen, während draußen die Guten sind.Doch ist das wirklich so ?

An dieser Stelle sagen wir ganz klar: NEIN!

Knäste sind Institutionen der herrschenden Politik, um ein System von oben aufrechtzuerhalten. Ein System, welches vorgibt, die Gesellschaft vor sogenannten Kriminellen schützen zu wollen, und sie durch Arbeitszwang, Reue, Therapie und Medikamente wieder in die Gesellschaft „einzugliedern“. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus.
Menschen werden nicht weggesperrt, weil sie böse oder gefährlich sind. Menschen werden weggesperrt, weil sie nicht in die Gesellschaft passen, die sich eine Politik von oben vorstellt. Sie werden weggesperrt, weil sie nicht in das vorherrschende System passen und keinen ökonomischen Nutzen bringen. Also müssen sie wieder nutzbar gemacht werden. Der Knast als totale Zwangs- und Überwachungsinstitution stellt dabei das beste Mittel dar, um Menschen an das System anzupassen: arbeiten für einen Hungerlohn, sich vorgegebenen Strukturen beugen, Maßnahmen mitmachen, die so genannte Experten vorgeben. Dabei sollen politische Verhältnisse nicht hinterfragt, sondern akzeptiert werden. Wer offensiv für seine Ideale eintritt oder Widerstand zeigt, bekommt die Repression schnell zu spüren.

So werden zum Beispiel Menschen, die aufgrund ihrer politischen Identität zu Flucht und Exil gezwungen werden, in der EU mit Verfolgung durch Schwarze Listen und Anti-Terror-Gesetze konfrontiert. Insbesondere Menschen aus der Türkei und Kurdistan werden mittels des deutschen Anti-Terror-Gesetzes §129b, welcher Meinung und Gesinnung kriminalisiert, verfolgt und zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Diese Repression ist allerdings nicht einzeln zu betrachten, sie ist nicht losgelöst von herrschenden Verhältnissen. Vielmehr wird von oben eine Politik betrieben, die Menschen ausschließt, wenn sie nicht „systemkonform“ sind oder „unbequem“ erscheinen.

Trotzdem gibt es weltweit Widerstand und Organisierungsansätze von Gefangenen. So begannen z.B. Inhaftierte in US-Knästen im vergangenen September einen landesweiten Streik gegen die privatisierte Knastindustrie und die damit einhergehende Ausbeutung von Gefangenen. Auch hier in der BRD zeigt sich Widerstand, z.B. in Form von Hungerstreiks und gewerkschaftlicher Organisation in Knästen.

Diesem Widerstand wollen wir uns anschließen! Es kann nicht sein, dass Menschen durch die herrschende Politik weggesperrt werden, nur weil sie sich nicht System angepasst verhalten oder Kritik an gesellschaftlichen Verhältnissen äußern. Deshalb wollen wir Solidarität auf einer gesamtgesellschaftlichen Ebene zeigen, wozu auch der Kampf gegen die Knastgesellschaft und jeder staatlichen Gewalt gehört.

Kommt deswegen am 18.03.17 zu der Kundgebung/Demo zum Knast Moabit. Lasst uns gemeinsam solidarisch mit den Gefangenen sein! Lasst uns laut sein und den Gefangenen zeigen, dass sie nicht allein sind. Lasst uns Kämpfe gemeinsam führen, draußen und drinnen !


Antiknastbewegungen zur Alltagspraxis !
Widerstand entkriminalisieren !


 


 

Flyer und Kurzaufruf

18.3.17 Berlin Flyer