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Ermittlungen zum Tod von Oury Jalloh eingestellt

15.10.17

ouryaugustRote Hilfe e.V. fordert weiterhin Aufklärung

Die Ermittlungen zum gewaltsamen Tod von Oury Jalloh in einer Zelle des Dessauer Polizeipräsidiums am 07. Januar 2005 wurden von der Staatsanwaltschaft Halle (Saale) eingestellt. Als Begründung wird angegeben, dass es keine ausreichenden Anhaltspunkte dafür gebe, dass der Brand in der Zelle durch eine andere Person gelegt worden sei. Eine weitere Aufklärung als die bisher erfolgte sei nicht zu erwarten.

Der aus Sierra Leone stammende Oury Jalloh war nach seiner Festnahme an Händen und Füßen auf einer feuerfesten Matratze fixiert worden, auf der er bis zur Unkenntlichkeit verbrannte. Laut Polizei habe er das Feuer selbst entfacht, um sich zu töten. Dass ihm keiner der Dienst habenden Beamten zu Hilfe kam, sei einer defekten Brandmeldeanlage geschuldet gewesen. Diese habe man nach häufigen Fehlalarmen abgeschaltet. Dafür wurde der damals zuständige Dienstgruppenleiter 2012 vom Landgericht Magdeburg wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 10.800 Euro verurteilt. Ein lächerlicher Preis für ein Menschenleben.

In den vergangenen zwölf Jahren haben Aktivist*innen der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh immer wieder die Aufklärung dieses Todesfalls gefordert. Sie leisteten Aufklärungsarbeit, organisierten Kundgebungen und ließen eigene Gutachten zu Ourys Tod erstellen. Denn es ist unwahrscheinlich, dass sich der gefesselte Mann selbst entzündet hat. Vielfach gab es in den vergangenen Jahren Hinweise, dass der Brand gelegt wurde und ein möglicherweise rassistisch motiviertes Verbrechen vorliegt, dass mit der aktuellen Entscheidung auch weiterhin unaufgeklärt bleibt.

Seitens der Staatsanwaltschaft Halle (Saale) hieß es nun jedoch, die Auswertung der Gutachten gebe keine konkrete Auskunft über das Geschehen. Der Ausbruch des Brandes lasse sich nicht sicher nachstellen. Ein höchst unbefriedigendes Ergebnis, mit dem wir uns nicht zufrieden geben.

Die Rote Hilfe e.V. wird weiterhin alle Initiativen unterstützen, die die Aufklärung von Ourys Tod einfordern.

Heiko Lange für den Bundesvorstand Rote Hilf e.V.

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