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Erpressungsversuche vom LKA, Abhörmaßnahmen, Zensur und Nazischweine – Ein Brief von Andreas Krebs zu seinem Kampf hinter Gittern

19.11.17

fäüste.pgnAm 12. Oktober 2017 um 6.00 Uhr morgens startete der Tag wie jeder andere – morgendliches Wecken und Lebendkontrolle. Ich holte meine Morgenmedizin aus dem Dienstzimmer und ging anschließend duschen. Ich muss dazu sagen, dass von Montag bis Freitag von 6 bis 8 Uhr die Zellentüren geöffnet sind. Ich ging um kurz nach 7 Uhr kurz duschen und begab mich danach in meine Zelle. Plötzlich um ca. 7.12 Uhr kam eine Stationsbeamtin in meine Zelle und sagte, dass das LKA aus Berlin dann kommt und ich sollte mich gleich fertig machen.

 

Da ich wissen wollte, was die Berliner Bullen von mir möchten, da in mehreren Dingen gegen mich ermittelt wird, erklärte ich mich bereit anzuhören, was sie konkret von mir wollen. Unverzüglich ging ich auf der Station zu dem befindlichen Telefon und wollte sofort meine Frau anrufen um sie darüber zu informieren und das sie auch die Anwältin kontaktiert. Ich gebe meinen Pin ein und plötzlich höre ich die Ansage: Aus Sicherheitsgründen wurde mein Telefonkonto gesperrt.
Total mißtrauisch und nach vier weiteren Versuchen ging ich zum Dienstzimmer des Pflegepersonals und fragte, warum das so ist, was die Gründe für die Sperrung sind. Da wurde mir gesagt, dass das Telefon öfters Spinne und nicht immer richtig funktioniere. Ich also nochmals zum Telefon und wieder die gleiche Ansage. Ich ging in meine Zelle und grübelte darüber nach,was hier nicht stimmt.

Ein Gefangener kam zu mir in die Zelle, den ich fragte, der aber genauso überrascht gewesen ist. Da in meinem Kopf alle Alarmglocken angingen, gab ich dem Kumpel ein paar verbotene Dinge aus meiner Zelle zum verstecken, weil ich ja im Laufe des Tages meine Zelle verlassen muss und in die Veranstaltung zum LKA Termin gebracht werde, um zu hören, was sie wollen.
Ich traute der ganzen Situation nicht und befürchtete auch das meine Zelle durchsucht wird, wenn ich nicht da bin. Dieses Spiel kannte ich auch schon aus anderen Anstalten aus Bayern. Nur dass mit dem Telefon war mir neu, da es in ganz Bayern solche Möglichkeiten und Telefonanlagen für Gefangene nicht gibt.
Plötzlich kam schon wieder die Beamtin (es war kurz nach 7.30 Uhr) und meinte, ob ich fertig bin, da es los geht. Ich war wieder total überrascht und meinte, dass das doch nicht normal ist, dass nun 7.30 Uhr jemand von außerhalb in die Anstalt kommt, worauf sie meinte, dass sie keine Ahnung hätte.
Sie meinte nur, dass ich Anstaltskleidung anziehen müsste, was ich dann machte. Sie brachte mich also nach vorne in Richtung Torwache, wo ein Gebäude für Anwaltsbesuche und die Bekleidungskammer ist.

Dort steckte man mich in einen Warteraum, wo allerdings ein Beamter bei mir blieb. Total komisch, die ganze Situation, auch das ich im Warteraum zusätzlich bewacht werde! Fünf Minuten darauf kam ein weiterer Beamter und man ging mit mir in die Schleuse der Torwache, wo sehr viele Bullen

in zivil, schwer bewaffnet und mit Schutzweste ausgerüstet standen.
Einer kam auf mich zu und meinte, dass ich zur Generalstaatsanwaltschaft nach Berlin gefahren werde. Ich fragte sofort nach meiner Anwältin, wo man meinte, dass diese darüber verständigt wird. Ich bemerkte, dass die komplette Torwache von der Polizei in zivil besetzt wurde und die Beamten der Anstalt in ihrem eigenen Bereich nicht das geringste zu melden hatten. Die Beamten waren sicherlich hilflos da gestanden und hatten selber keinerlei Ahnung, was da gerade passiert und die Gründe für das Aufgebot und die Besetzung der Torwache. Ich war total sprachlos und fühlte mich in dem Augenblick eingeschüchtert.
Die Bullen durchsuchten mich und brachten mich zu einem schwarzen Mercedes Bus mit getönten Scheiben. Man fesselte mich an den Beinen und dann zog man mir eine schusssichere Weste drüber, wo ein Polizist zu den dumm rein schauenden Beamten sagte: „Zur Sicherheit, nicht dass Herrn Krebs seine Freunde draußen stehen.“
Dann wurden meine Hände gefesselt, man setzte mich hinten ins Fahrzeug und sie fuhren aus der Schleuse, ohne ein weiteres Wort an die immer noch dumm schauenden Beamten zu sagen.
Ich bemerkte vor der Anstalt einen weiteren mit schwarzen Scheiben versehenen Bus, der uns in sehr großem Abstand folgte. Das sah ich, weil ich mich regelmäßig umblickte. Nach ca. 30 Minuten stellten sich drei Mann vor, die hinten bei mir saßen, und ich viel aus allen Wolken. Einer telefonierte, anscheinend mit einer höheren Person, was ich nur bruchstückhaft hörte: „Ja, wir haben ihn und sind unterwegs.“ Es waren das LKA Brandenburg, das LKA Berlin und das LKA Niedersachsen.

Ich fragte, ob man mich verarschen wollte und es kommen doch nicht drei Bundesländer an LKA-Beamten mit so einem Aufgebot zusammen nur um mich zum Staatsanwalt zu bringen. Einer lenkte ab und versuchte total hinterfotzig mich zu fragen, wie die Haft ist, und wurde langsam immer persönlicher. Ich sagte nur, dass alles läuft und ich möchte nicht weiter reden.
In Magdeburg fuhr man ein großes Polizeigebäude an, fuhr auf den Hinterhof, wo man mir meine abgenommenen Zigaretten und mein Feuerzeug aushändigte. Ich rauchte im Abstand von ca. drei Metern zu den Bullen eine Zigarette und als ich fertig war, lud man mich wieder ein und es ging weiter. Dabei merkte ich bevor ich eingeladen wurde, dass das Fahrzeug ein Potsdamerkennzeichen hatte. Wieder unterwegs sprach kaum jemand und die drei bei mir hinten blätterten nur in ihren Unterlagen.
Die Fahrt dauerte ewig und es war für mich sehr bedrückend und irgendwie total unreal. Sie musterten mich ständig oder legten ihre Mappen so hin oder hielten sie bewusst damit ich das ein oder andere sehen konnte und sie beobachteten mich und wie ich wohl reagiere. Ich habe mir nichts anmerken lassen und blickte nur aus dem Fenster und achtete auf die Strecke, die gefahren wurde. Ab und zu schloss ich die Augen und versuchte zu entspannen, da mir total übel gewesen ist und durch die schusssichere Weste schwitzte ich wie verrückt. Mir kam der Weg verdächtig lange vor und als ich nach drei Stunden Fahrt nach einem kurzen Schlaf wieder wach wurde, stellte ich anhand der Verkehrszeichen fest, dass wir in Brandenburg sind und nicht in Berlin. Da sagte der eine zu mir, dass sie mich belogen hätten und sie fahren ein Anwesen an, was sie mir zeigen möchten und ob ich dazu was sagen kann. Ich wollte sofort zurück zum Knast und der eine meinte nur, dass wir gleich da sind.

Ich war total durcheinander, weil mir so was auch noch nie passiert ist und ich auch nicht für möglich gehalten hatte zu was diese Arschlöcher fähig sind und mit welchen Methoden sie arbeiten. Sie fuhren an einem Anwesen langsam vorbei und sofort wurde auf ich eingeredet, ob ich darüber etwas sagen kann, wer da wohnt und und und …. Ich hatte nur gesagt, dass ich keine Ahnung hätte und noch nicht einmal diesen Ort kenne.

Dann rückte einer mit der Sprache raus und er sagte, dass sie wissen, dass ich vor Monaten Kontakt zu zwei der gesuchten Ex-RAF Leuten gehabt hätte und dabei wedelten sie mit Fotos von diesen Menschen vor mir rum. Ich erklärte, dass ich nur mit einer Anwältin rede.
Dann wurde einer direkter, dass wenn ich ihnen helfe, dass es dann zu keiner Auslieferung kommen würde, die ich mir nicht einmal erträumen könnte. Sogar mit einer Belohnung von 80 Tausend könnte ich rechnen. Ich sagte die ganze Zeit kein Wort und dann sagte der eine, dass er wieder zurück fahren könnte in die Haftanstalt. Die zwei Chefs unterhielten sich ständig und immer wieder dazwischen drin versuchten sie mit mir zu reden, einen auf guten Kumpel machen und ob sie mir was gutes tun können wie etwa Motorradzeitungen. Ich verneinte ALLES!
Dann sagte der Chef aus Niedersachsen, dass man es sicher arrangieren könnte, dass ich ein Handy in der Zelle habe und sie würden das schon mit der Anstalt abklären, so könne ich zu den Menschen besseren Kontakt herstellen. Dabei diskutierten sie welches für mich am Besten wäre. Und der Brandenburger LKA Chef meinte (er zeigte mir seine Uhr), dass eine Telefonuhr für mich gut wäre, aber ich dürfte das keinen Mitgefangenen erzählen. Ich dachte echt ich spinne, was sie mir da angeboten haben. Ich wollte schon sagen, dass ich das nicht brauche, weil ich ja offiziell telefonieren darf. Aber das habe ich mir gleich verkniffen, nicht dass sie auf die Idee kommen, dass sie das Abhören wollen.

Während der ganzen Fahrt zurück sagte ich kaum ein Wort und immer wieder unterbrachen sie ihre eigene Unterhaltung und redeten auf mich ein, immer wieder mit dem Vorschieben der Auslieferung. Kurz vor der Anstalt sagte der aus Berlin, dass ich es mir überlegen soll, dass ich niemanden davon erzählen darf, auch nicht meiner Anwältin, niemanden uns selbst die Anstalt weiß von NICHTS., sondern ihnen wurde so wie mir auch erzählt, dass ich zur Generalstaatsanwaltschaft wegen der Auslieferung nach Berlin gefahren werde. Dann steckte einer mir seine Adresse in die Hosentasche und wir fuhren in die Schleuse, wo man mir die Fuß- und Handfesseln ab machte und ich zog sofort die Weste aus. Ich bekam meine Zigaretten und mein Feuerzeug und ein Beamter brachte mich sofort zurück auf die Station in mein Haus, wo gerade Aufschluss gemacht wurde.
Der eine vom LKA wollte mir noch die Hand geben und verabschiedete sich. Ich sagte kein Wort und gab ihm auch nicht die Hand. Von den Beamten fragte mich niemand was das für eine Aktion bzw. Einsatz gewesen ist. Ich hörte in der Schleuse Sekunden bevor ich zurück gebracht wurde, wie der vom LKA Niedersachsen zum Beamten sagte, dass man das Telefon wieder frei schalten kann. Diese Wichser! Nun weiß ich warum das Telefon für mich am Morgen gesperrt gewesen ist. Ich hatte den ganzen Tag nichts zum Essen und nichts zum Trinken, und ich rauchte nur zwei Zigaretten. Zurück auf der Station rief ich gleich meine Frau an, erzählte ihr aber nichts von dem Überfall auf mich.

Aber am nächsten Tag fingen die ersten Probleme an. Ich unterhielt mich mit zwei Gefangenen mit denen ich mich hier abgebe (ich erzählte auch ihnen nichts) und Tags darauf kam gleich früh einer von den beiden und erzählte mir, dass die Beamten durch die Blume ihn auf etwas angesprochen haben, was sie NICHT wissen können und über das wir uns Tags zuvor unterhalten haben.
Solche Ereignisse sind nun bis heute vier mal vorgekommen, zwei mal als wir das testeten, ob wir vielleicht nur paranoid sind und uns einbilden, aber ich bin mir nun sicher, dass ich abgehört werde sobald ich mit einem anderen Gefangenen rede!
Die Beamten können gewisse Dinge gar nicht wissen, unmöglich und niemand sonst hat es mitbekommen. Also bleibt nur noch das ich abgehört werde. Die letzten Tage kommt plötzlich auch immer ein Gefangener vorbei, der mit mir gerbe einen auf guten Kumpel machen möchte und das durchschaute ich sofort.
Der wurde von den Beamten angesetzt. Ich sagte immer, wenn der Gefangene kam, ich hätte keine zeit, sondern muss dieses oder jenes machen. Heute kam er noch kein einziges mal. Ich brauchte einige Tage, um das alles zu verarbeiten und schreibe heute das erste mal mit dem, wie sie versuchten mich zu erpressen.
Ich bin fassungslos und schockiert, dass man versucht meine Ängste so auszunutzen. Als ich zurück kam von den Schweinen, habe ich wirklich überlegt, ob ich meinem Leben nicht doch am besten gleich ein Ende setzen soll. Und nachdem ich nun auch hier drinnen sehr auf der Hut sein muss, macht es das Leben für mich noch viel schwieriger, schon fast unerträglich! Durch die Veröffentlichung dieser Zeilen will ich allen klar machen zu was sie im Stande sind und welche Macht sie ausüben können, diese Schweine!

Seit meiner Inhaftierung war das LKA vor diesem Großeinsatz schon drei mal bei mir und versuchte mich zu bearbeiten. Diese verdammten asozialen Drecksschweine! Und man muss sich nun vorstellen, selbst ein Handy würden sie reinbringen, wofür andere über Wochen in den Arrest müssen, wenn man sie erwischt. Selbst die Anstalt tanzt nach denen ihrer Pfeiffe.
Ich muss die Tage so vorsichtig sein, mit und was ich rede. Denn sie versuchen um jeden Preis an Informationen zu kommen. Ich habe die Befürchtung und ernsthafte Sorge, dass wenn die Anwältin kommt, sie diese Unterhaltung genauso abhören. Damit muss ich rechnen und es wäre auch nicht das erste mal bei Gefangenen, dass solche staatlichen Praktiken angewendet werden. Ich erinnere nur an die damaligen Inhaftierten der RAF in Stammheim, wo die Gefangenen dann durch einen Test mit der Äußerung zu einer Geiselnahme, die Schweine überführten. Denn der Statt reagierte auf das abgehörte Gespräch zwischen den Verteidigern und Inhaftierten ohne zu wissen, dass dieses Gespräch nur ein Test gewesen ist. Jahre später räumte ein Untersuchungsausschuss diese Abhörmaßnahme auch ein.
Ich bekomme es auch auf andere Weise zu spüren, hier in der Haft. Und zwar werden alle Anträge von mir, wirklich ALLE, entweder nicht eröffnet, manche sind gar nicht mehr auffindbar, oder so wie ich es am Montag den 16.10. selbst gesehen habe: Ich sollte zu diesem verlogenen Arschloch an stellvertretenden Hausdienstleiter Herr Buchner. Arroganter Hund der Wunder was glaubt, was er ist. Ich musste zu ihm ins Büro, wo folgendes passiert ist: Er händigte mir endlich nach mehreren Einbehaltungen, die letzten zwei Ausgaben der Gefangen Info aus, die man vorher zensierte und er sagte, sollte er bei irgendeinem anderen Gefangenen diese Zeitung oder andere Schriften finden, hätte ich mit Konsequenzen zu rechnen.

Ich war so sprachlos, dass ich nichts darauf erwiderte. Plötzlich sah ich auf seinem Tisch zwei Anträge von mir, in denen ich beantragte, dass man mich nach Berlin verlege, da dort meine Verlobte und alle Freunde wohnen und so weiter. Diese Anträge sind zwei Monate alt und wurden noch nicht einmal bearbeitet! Die lagen einfach nur da und man ignorierte das einfach. Er hat nicht damit gerechnet, dass ich die Anträge entdeckte und wahrscheinlich hat er auch nicht daran gedacht, diese wegzuräumen. Ich sagte sofort zu ihm, dass ich nun meine Anwältin kontaktiere und sie sich mit ihm in Verbindung setzen wird.
Kein Wort sagte er dazu – nichts!

Das einzige, was er machte, war sich im Namen der Anstalt zu entschuldigen, weil ich zwei Wochen auf eine Aushändigung von einem großen Brief mit dem Inhalt eines Stiftes für Kalligraphien warten musste, weil dieser Buchner im Urlaub war.
So auch ein Einschreiben, ebenfalls mit einem Füller, den ich erst nach über einer Woche ebenfalls durch ihn ausgehändigt bekam.
Wie sie gerade Lust haben, so teilen sie Einschreiben und genehmigte Zusendungen aus.
Ich bitte, dass so mit Namen zu Veröffentlichen! Ich habe KEINE Angst! Ich werde mich NIEMALS hinter einer Anonymität verstecken, sondern ich stehe zu ALLEM was ich sage, dass ist mir ganz wichtig! Würde ich mich nur einmal verstecken, ich könnte NIE mehr in den Spiegel sehen und ich würde meine Ehre verlieren! Mit so was könnte ich nicht leben! Und jeder der mich kennt, der weiß, dass das mein Markenzeichen ist, dass es kein Verstecken gibt, egal welche Konsequenzen auch immer mich erwarten könnten!
Dieser dreckige Naziknast übertrifft alles! Drei Prozent Ausländeranteil und diese Gefangenen haben nur Angst. Denn die anderen Gefangenen machen hier ganz offiziell und auch auf den Gängen vor den Beamten ihre Hitlersprüche oder rechtsradikalen Begrüßungen. Die Beamten stehen nur lächelnd da uns sympathisieren mit den Gefangenen. Hier ist das Verhältnis zwischen den Rechten und den Beamten so innig, dass sie gemeinsam lachen, rauchen, sich auf die Schippe nehmen, als ob sie die besten Freunde wären.
Gestern Abend zum Beispiel spielte über mir ein Gefangener bei offenem Fenster mit seiner Gitarre rechte Lieder mit krassen Texten. Die anderen Gefangenen grölten und applaudierten.
Das hören auch die Beamten, da sie fünf Meter weiter ihr Rauchereck haben. Unabhängig aber davon ist es so laut, dass sie es gar nicht abstreiten können. Aber niemand unternimmt hier etwas dagegen. NIEMAND!

Und fast alle Gefangenen fahren dieses Schiene! Wenn man als Neuer hier rein kommt, sieht man sofort bei den Mitgefangenen (75 Prozent) ihre rechten Tätowierungen. Alles sichtbar, teilweise sogar am Hals, an den Armen und einigen sogar im Gesicht.
Sie tragen es offen zur Schau. Ich unterhielt mich mit einem lieben Menschen aus Syrien, der mir im gebrochenen Deutsch sagte, dass die Beamten gemein zu ihm waren und nicht helfen, keine Hilfestellung geben bei Sachen, die den Vollzug betreffen. Ein anderer wurde von den Beamten schon so dumm angemacht, obwohl er kein Wort deutsch verstand. Seit Wochen ohne Fernseher und nicht zu den Beamten geht. Wenn ein Deutscher kommt und kein Fernseher oder Radio hat, bekommt er spätestens einen Tag darauf alles, was er braucht. Tja, das ist der tiefe Osten und hier steht die Zeit still. Die wenigen ausländischen Mitgefangenen sind alleine und gehen auf die Beamten nicht zu, genauso wenig zu den Deutschen. 200 Gefangene sind hier und davon 180 rechter Gesinnung, was ganz offen zur Schau gestellt wird, ohne das jemand einschreitet!
Sollte mir hier innen nur einer zu nahe kommen, werde ich eine Lektion verpassen, die sie nicht vergessen werden. Vielleicht werde ich ja dann endlich verlegt.
Das ist also meine derzeitige Haftsituation. Und es gibt noch viel viel mehr, was es zu erzählen gäbe und was passiert ist.

Ich hoffe, dass diese Zeilen eine breite Öffentlichkeit erreichen und dass vielleicht Menschen auf die Barrikaden gehen um diese Zustände zu beenden.
Ich kämpfe Tag für Tag, ich stecke Erniedrigungen, Ausgeliefert sein und meine Angstzustände wegen einer eventuellen Auslieferung nach Italien und was mich dann WIEDER erwartet, weg.
Aber es ist schwer!

Ich möchte keine Angst mehr haben müssen.
Ich möchte so gern, dass mein Kopf wieder frei ist, ohne das Chaos darin.
Diese Schweine haben so viel in mir kaputt gemacht und mit jedem Tag ein Stück mehr von mir!
Andi, 22. Oktober 2017
Andreas freut sich über jede Form der Unterstützung, ob Infostände, Kundgebungen oder Farbe, die Wahl der MIttel kennt keine Grenzen!

Schreibt ihm und Unterstützt ihn! Andreas Krebs, JVA Volkstedt, Am Sandberg 11, 06295 Lutherstadt Eisleben

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