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"Allen Verboten zum Trotz: Wir werden Newroz

08.03.18

28167228 2119190378308961_4551116566771869276_nPresseerklärung von NAV-DEM, 08.03.2018

In den vergangenen Tagen wurde über das Verbot einer Großdemonstration in Hannover am 17. März anlässlich des kurdischen Newrozfestes berichtet.

Die Anmelder der Demonstration von NAV-DEM melden sich nun mit einer schriftlichen Erklärung zu dem Verbot zu Wort und erklären, dass sie gemeinsam mit der Bevölkerung zum Newrozfest in jedem Fall auf den Straßen sein werden.

“Newroz ist ein Fest des Widerstandes. In Zeiten, in denen die Türkei gemeinsam mit islamistischen Gruppierungen, mit der Duldung der internationalen Mächte und ausgestattet u.a. mit deutscher Waffentechnik und Geheimdienstinformationen einen brutalen und blutigen Angriffskrieg gegen unsere Menschen in Afrin führt, werden wir uns dieses Recht auf Widerstand nicht nehmen lassen! Wir werden in jedem Fall Newroz auf den Straßen feiern. Weder in Deutschland, noch an einem anderen Ort der Welt lassen wir uns das Newrozfest verbieten”, mit diesen Worten nimmt Ayten Kaplan, Co-Vorsitzende des größten kurdischen Dachverbands in Deutschland NAV-DEM Stellung zu den Berichten (http://www.sueddeutsche.de/politik/newroz-versammlungsverbot-kurdisches-neujahrsfest-abgesagt-1.3894365?reduced=true ) über ein Verbot der diesjährigen Newrozdemonstration in Hannover.

Kaplan bewertet das Verbot des Newrozfestes in Hannover als direkten Angriff gegen die kurdische Identität. Sie erklärt mit folgenden Worten, dass die Verbote des Newrozfestes in Nordkurdistan mit dem Widerstand der Bevölkerung durchbrochen werden konnte: „In der Türkei wurden die Kurdinnen und Kurden über lange Jahrzehnte verleugnet und unterdrückt. Folglich wurde auch ihre Sprache und Kultur nicht anerkannt und bekämpft. Dennoch sind die Menschen insbesondere mit dem Aufflammen des Widerstandes in Kurdistan ab Ende der 1980er selbstbewusst am 21. März jeden Jahres auf die Straßen gegangen, um ihr Newrozfest zu feiern. Der türkische Staat hatte große Angst vor diesem neuerlangten kurdischen Selbstbewusstsein. Anfang der 1990er Jahr kam es bei Angriffen der türkischen Armee auf die Newrozfeste in Städten wie Nusaybin und Cizre zu großen Massakern, viele Zivilisten wurden brutal ermordet. Doch die kurdische Bevölkerung hat dennoch weiterhin Jahr für Jahr ihr Newrozfest gefeiert und die Verbote durchbrochen. Heute erkennt die ganze Welt die Kurdinnen und Kurden an. Und das ist ein Ergebnis dieses Widerstandes.”

Weiterhin führt die NAV-DEM Co-Vorsitzende aus, dass die AKP-Regierung nun zwar erneut sich an eine Verbots- und Verleugnungspolitik gegenüber der kurdischen Bevölkerung klammere, sie aber hiermit auf verlorenem Posten stehe: “Die AKP versucht mit Verboten, Festnahmen und zivilen Massakern die kurdische Bevölkerung wieder einzuschüchtern. Doch auch in diesem Jahr werden in Nordkurdistan und dem Westen der Türkei hunderttausende, wenn nicht Millionen Menschen auf die Straßen gehen, das Newrozfest feiern und ihre Solidarität mit den Menschen in Afrin zum Ausdruck bringen. Dass die Bundesregierung diese schmutzige Politik der Türkei allerdings auch auf Deutschland überträgt und meint auch hier, mit Repressionen und Verboten die kurdische Bevölkerung und ihre Freundinnen und Freunde einzuschüchtern, ist brandgefährlich. Auf diese Weise beteiligt sich die Bundesregierung an der Verleugnungs- und Unterdrückungspolitik der Kurdinnen und Kurden. Wir wissen, dass hinter dieser Politik die schmutzigen Deals zwischen Sigmar Gabriel und seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu stecken. Wir rufen die Bundesregierung dringend dazu auf, diesen falschen Kurs umgehend zu korrigieren.”

Zum Schluss bedankt sich Kaplan bei allen Menschen, die nach dem Bekanntwerden des Verbotes des Newrozfestes in Hannover ihrem Verband die Unterstützung angeboten haben. “Lasst uns gemeinsam ein großes, buntes und friedliches Newroz feiern! Von unrechtmäßigen Verboten lassen wir uns nicht von unserem Weg abbringen! Das diesjährige Newrozfest wird eine eindrucksvolle Solidaritätsbekundung mit dem Widerstand von Afrin sein”, so Kaplan abschließend.

***

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Auch können wir Ihnen bei Interesse persönliche Interviews mit Frau Ayten Kaplan vermitteln.

Mit freundlichen Grüßen

Ali Cicek

Civaka Azad - Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit e.V.
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