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GEDENKVERANSTALTUNG ZUM MASSAKER 2000 IN DEN TÜRKISCHEN GEFÄNGNISSEN

11.12.18

türkei mdSamstag, den 15.Dezember
um 17:00 Uhr
Magda Thürey Zentrum
Lindenallee 72, 20259 Hamburg
Nähe U-Bahn Christuskirche

Am 19.Dezember 2000 begann in der Türkei eine noch nie dagewesene Offensive des Staates gegen mehrere Gefängnisse und ihre Insassen. Bei dieser Offensive, die insgesamt 3 Tage andauerte, starben insgesamt 32 Menschen.

 

Was war geschehen?
Monate zuvor hatten politische Gefangene landesweit zum Todesfasten aufgerufen, welcher zum Ziel hatte, die Isolationshaft in den neu einzuführenden F-Typ Gefängnissen (nach dem Modell Stammheim) zu verhindern und Rechte für politische Gefangene zu erkämpfen. Zuvor wurde die Isolationshaft bereits durch ein Todesfasten im Jahre 1996 verhindert. Diesmal wollte der Staat jedoch Härte zeigen und begann am 19.Dezember mit der Operation "Rückkehr ins Leben". Diese breit angelegte Operation fand zeitgleich in 20 Gefängnissen rund um die Türkei an und beinhaltete zehntausende Polizei- und Sicherheitskräfte, sowie Einheiten der Gendarmerie und der Armee. Somit war dies nach dem Einmarsch in Zypern in den 70er Jahren, der größte Militärakt in der Geschichte der türkischen Republik.
Die Einsatzkräfte durchbrachen Wände und Dächer, um zu den Gefangenen durchzudringen, die sich in ihren Zellentrakten verbarrikadierten. Sie schossen mit scharfer Munition, flößten Gas in die Zellen, beschossen die Gefangenen mit chemischen Bomben und testeten solche an den Gefangenen, die noch nicht zuvor getestet wurden. Eine Überlebende, die mit diversen Brandverletzungen davonkam, sprach später davon, dass die Haut brannte, während die Kleidung unversehrt blieb.

Die blutige Bilanz:
6 Frauen wurden bei lebendigem Leibe verbrannt, 2 Soldaten wurden durch Schüsse der Gendarmerie versehentlich ermordet, insgesamt starben in diesen 3 Tagen 32 Menschen. Dieses Massaker, welches als Massaker des 19.Dezember in die Geschichte einging, zählt als eines der blutigsten Angriffe des türkischen Faschismus gegen Revolutionäre und politische Gefangene. Trotz dessen wurde das Ziel, das Todesfasten abrupt zu beenden verfehlt, das Todesfasten dauerte 7 Jahre lang an und endete mit der Aufhebung der Isolation und Anerkennung diverser Rechte für die politischen Gefangenen.
Wir möchten am 15.Dezember gemeinsam an die Opfer dieses Massakers gedenken und laden daher alle ein, an unserer Veranstaltung in Hamburg teilzunehmen. Zuvor werden wir eine Demonstration ( Beginn: 12:00 Uhr, Rote Flora )für die in Hamburg inhaftierten politischen Gefangenen Musa Aşoğlu und Erdal Gökoğlu (welcher selbst Opfer des Massakers ist und diesen mit einer Schusswunde nur knapp überlebt hat) durchführen, an deren Anschluss wir gemeinsam zum Ort der Veranstaltung fahren werden.

Folgende Beiträge wird es geben:
Es sprechen Angehörige und UnterstützerInnen der Todesfastenden und es wird eine Grußbotschaft von Erdal Gökoğlu geben, der daran teilnahm und zu Zeit wegen §129b (Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung) in Hamburg inhaftiert ist.
Auch wird über die laufenden §129b-Verfahren gegen ihn und Musa Aşoğlu berichtet.

Solidarische Grüße
Freiheitskomitee

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