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[Italien] Infos zur aktuellen Situation von Andreas Krebs aus einem Knast in Neapel (Dezember 2018)

03.01.19

brieftaube-über-knast-150x150Wir wollen hier ein paar Informationen über unseren Freund und Gefangenen Andreas Krebs weitergeben. Andreas ist zurzeit in Neapel (Italien) inhaftiert. Der Prozess gegen ihn läuft bereits seit Mai 2018. Andreas gesundheitlicher Zustand ist nach wie vor schlecht! Außerdem wurde Andreas vor kurzem der Paragraph 41 bis (verschärfte Isolation) von der italienischen Justiz aufgebrummt. Argumentiert haben das die Behörden mit Andreas „Zugehörigkeit zur linksextremen Szene“.

Wir wollen an dieser Stelle noch auf einen Brief von Andreas verweisen, der in der letzten Ausgabe der Gefangenen Info Nr. 420 veröffentlicht wurde. Den Brief könnt ihr hier nachlesen!

Bevor wir Andreas selbst zu Wort kommen lassen, hier noch einige Informationen dazu, wer Andreas ist, für diejenigen denen sein Fall noch nicht bekannt ist. Andreas war jahrelang in den Fängen der deutschen Justiz und saß insgesamt über 16 Jahre im Knast. Er ist ein rebellischer Gefangener, baute hinter Gittern die Gefangenengewerkschaft mit auf, führte diverse Hungerstreiks gegen die Knastbedingungen und beteiligte sich auch an einem Solidaritätshungerstreik für die Gefangenen in Griechenland. Bis heute veröffentlicht er immer wieder knastfeindliche Texte, in denen er den Alltag in Gefangenschaft beschreibt. Eine Weile nach seiner Entlassung (Herbst 2014) lernte er seine jetzige Frau kennen. Beide entschieden sich einen ruhigen Lebensabend im Süden Italiens verbringen zu wollen. Ende Dezember 2016 kam es zu einer Auseinandersetzung mit seinem damaligen Arbeitgeber, wobei dieser 3 Tage später im Krankenhaus verstarb und anschließend eine Hetzjagd auf Andreas und seine Frau begann. Via Facebook bekam seine Frau Morddrohungen, während er im Gefängnis Santa Maria Capua Vetere von den Familienmitgliedern des Verstorbenen, die noch immer in dem Knast arbeiten, misshandelt und gefoltert wurde. Da das Überwachungsvideo Andreas‘ Aussage bestätigte, sich verteidigt haben zu müssen, kam er in den Hausarrest. Dort waren sie ständigen „Besuchen“ der Polizei und dem Hass aus Teilen der Bevölkerung ausgesetzt. „Mit einem Lynchmob war zu rechnen.“ (https://de.indymedia.org/node/13887 – Text der Rigaer 94) Sie mussten fliehen und kamen zurück nach Deutschland, wo er nicht mal ein halbes Jahr später aufgrund eines europäischen Haftbefehls aus Italien mit Hilfe des MEKs wieder festgenommen wurde.

Das war im September 2017. Bis Dezember 2017 war Andreas in der JVA Volkstedt inhaftiert, von wo aus er dann völlig unerwartet unter Beteiligung eines vermummten SEKs in die JVA Burg verlegt wurde. Andreas berichtete immer wieder in Briefen von den untragbaren Bedingungen in den Knästen Volkstädt und Burg. Im April 2018 wurde Andreas schließlich, wieder vollkommen überstürzt nach Berlin Moabit in Auslieferungshaft überstellt, um schließlich im Mai 2018 nach Italien ausgeliefert zu werden. Andreas befindet sich seitdem im Secondigliano, einem der wichtigsten Hochsicherheitsgefängnisse Neapels. Dort wird seit 30. Mai 2018 ein Prozess gegen ihn geführt. Andreas war vor der Auslieferung körperlich und psychisch sichtbar gezeichnet durch die Haft-Bedingungen in den Knästen Volkstedt, Burg und zuletzt in Berlin-Moabit. So wurde Andreas’ kritischer Gesundheitszustand systematisch ignoriert und verleumdet. Medikamente sowie klinische Untersuchungen und Operationen wurden ihm verweigert. Zusätzlich waren die Knast-Bedingungen bei Andreas verschärft, durch eine hohe Sicherheitsstufe und durch das polizeistaatliche Konstrukt der angeblichen Kontakte zu ehemaligen RAF-Mitgliedern. In Italien hat sich Andreas Gesundheitszustand keineswegs verbessert. Andreas hat in der letzten Zeit immer wieder von der gewalttätigen Realität im Secondigliano, der Willkür durch die Wärter und den allgemeinen Rassismus berichtet. Im November 2018 fanden einige Prozesstage statt an denen auch Andreas Frau vor Ort war. Im Gerichtssaal versuchten die Verwandten von Andreas ehemaligen Arbeitgeber auf seine Frau loszugehen.

Wir haben hier in Absprache mit Andreas einige Infos zu seiner Situation aus den Briefen der letzten Zeit zusammengefasst.

„[…] Teilweise ist das Anstaltsessen nur ungenießbar ohne Zusatznährwerte wie etwa Vitamine oder Ballaststoffe. Die Gefangenen können selber kochen mittels Lebensmittel durch die wöchentlichen Besucher, die Aufschnitt und vorgekochtes Fleisch vorbeibringen können, bis 20 Kilo im Monat. Gekocht wird mittels eines 130 Gr. Campingkochers, wobei man sich alles, auch Topf und Pfanne, selber kaufen muss. Mit einer Grundausstattung ist man locker bei 100€. Dann noch Espressomaschine und so weiter, summiert sich das total. Sogar ein Kamillentee kostet mit 25 Beutel (keine Marke) drei Euro. Alles darf man auch nicht von den Angehörigen bringen lassen. Schlimm an der Sache ist, dass alles an Geschirr aus Plastik ist und man sich selber kaufen muss. Es gibt kein Toilettenpapier, aber dafür ein Bidet. Das Waschbecken ist sehr klein und man muss seine Töpfe und Tupperboxen von den Angehörigen (heißes Wasser existiert) im Bidet, wo man vorher seinen Arsch gewaschen hat, dh seine Sachen ebenfalls darin abspülen. Ich glaube, man kann das noch so sauber schrubben, Bakterien bzw. Skorbut lässt dennoch grüßen! Vor drei Tagen war es dann soweit, dass ich kaum noch laufen konnte, nur noch mit Krücken und vor der Zelle ist ein Rollstuhl für längere Wege. Ich befinde mich auf eigenen Wunsch im Zugang mit einer Person meiner Wahl in einer Zwei-Mann-Zelle. Im Zugang ist 23 Stunden und 40 Minuten Einschluss, der Rest an 20 Minuten beschränkt sich auf maximal 20 Minuten duschen. In einer normalen Station ist man mit 4 – 5 Mann in einer Zelle und es ist von früh 8 Uhr bis Abends 20 Uhr offen. Aber das sind alles Nazis, und ich sah selbst, wie sie einen Afrikaner schlugen, ohne dass Beamte eingegriffen haben, sondern den Typen auf den Zugang alleine legten. Der hat niemanden was getan oder verraten. Jeder zweite hat eine Stichwaffe im Arsch und es wird täglich gedroht mit dem Leben! Strafen werden verteilt, was ich noch nie so erlebt habe. Jeder spielt sich auf und wirft mit dem Clan Camorra oder der Mafia aus Sizilien um sich. Zum Besuch gehen die Leute so aufgebrezelt, komplett mit Armani, als wären sie auf einer Modenschau oder was auch immer sie glauben zu sein. Außen hui und innen pfui! Aber die Leute (Gefangenen) sind wirklich schlimm, und es kommt auch vor, dass sie sich gegenseitig mit ihrer Stichwaffe verletzen. Linke wie ich dürfen sich am Besten nicht outen, auch die, und gerade die Ausländer, werden einfach nicht auf den Stationen gewollt. Dafür werde ich nicht mehr von den Beamten misshandelt. Nach der Veröffentlichung in Deutschland und durch die Anfrage der deutschen Staatsanwaltschaft ist man mega-höflich zu mir, bis auf den Anfang wo zwei Vorfälle in kürzester Zeit gewesen sind. Die Gesundheitsfürsorge ist unter aller Kanone! Im Behandlungsraum wird geraucht und nebenbei morgendliche Serien am TV angesehen. Man wird schnell mit Psychopharmaka abserviert.

[…] Er [Andreas‘ Zellenkollege] ist der einzige, mit dem ich mich hier abgebe, und der nicht wie alle anderen rechts ist und Vorurteile gegen Linke hat. Darum habe ich mich auch mit ihm zusammen getan, und wir sind auf dem zugangsüberwachten Bereich in einer 2 Mann Zelle. Wir haben uns das freiwillig angetan. Auf einer normalen Station sind wir behandelt worden wie Aussätzige, und uns wurde oft gedroht. Die einzigen, die uns relativ normal begegnen, sind die Afrikaner, weil sie mittlerweile mitbekommen haben, wie wir zu den anderen stehen, und dass auch wir bei so manchen Typen vorsichtig sein müssen. Es ist schon sehr gruselig zu wissen, dass die Neapolitaner mit Ausländern tun und lassen können, was sie wollen. Allerdings stehen wir unter ständiger Beobachtung der Beamten, die uns und besonders mich in Ruhe lassen. Bis auf zwei Vorfälle am Anfang ist Ruhe. Allerdings will ich über diese zwei Vorfälle ungern reden, weil sonst wieder alles hoch kommt. Zum Verfahren gibt es noch nichts zu sagen, außer, dass jeder etwas anderes sagt und gerade die scheiß Bullen so faule Schweine sind, dass ich hoffe, dass das mein Vorteil ist.

[…] Leider bekam ich vor kurzem den Paragrafen 41 dazu, weil ich in Deutschland zur linksextremen Szene gehöre, und ich kann noch nicht genau sagen was das für mich bedeutet. […] Ich drücke euch alle aus der Ferne und ihr fehlt mir alle!“

Andreas hatte im November einige Prozesstermine, die nächsten wären jetzt im Dezember gewesen, sind aber ausgefallen. Die kommenden Prozesstermine sind am 14.01.2019, 23.01.2019, 13.02.2019, 27.02.2019 und 13.03.2019.

Um für Andreas Geld zu spenden, überweist bitte an folgendes Konto:

Empfänger: Krebs

IBAN: DE 90 1005 0000 1067 1474 26

BIC: BELADE BEXXX

Verwendungszweck: Spende/Andreas Krebs

Um Andreas im Knast zu schreiben, verwendet folgende Anschrift:

Andreas Krebs
Sez. 1 Stz.1
Sez. Mediterraneo (CASA CIRCONDARIALE SECONDIGLIANO)
Via Roma Verso Scampia, 250,
Cap 80144 Napoli (NA),
Italy

Wenn ihr mehr über Andreas erfahren wollt, dann schaut auf https://andreaskrebs.blackblogs.org/ nach!

Freiheit für die Gefangenen! Nieder mit allen Knästen!

Freiheit und Glück für Andreas Krebs!
https://www.abc-wien.net/?p=6488#more-6488

Brief von Andreas Krebs vom 29. OKTOBER 2018

(Quelle: Gefangenen Info Nr. 420)

Lieber…, nun bin ich fast sechs Monate in Neapel in der Haftanstalt Secondiglicano und fühle mich erst jetzt im Stande, einige Zeilen zu schreiben, wie es mir hier ergeht und was bis jetzt passiert ist.

Deutschland bzw. Moabit hat mich ohne irgendwelche Krankenunterlagen noch sonstiges nach Italien verfrachtet. Es ging ein Konvoi von sechs Fahrzeugen inkl. SEK mit Blaulicht und Sirene zum Flughafen, wo ich dann in den Flieger gebracht wurde. Hier warteten lediglich drei Polizisten.

In Rom angekommen wurde ich ID(vermutlich ED) behandelt und Stunden später von den Vollzugsbeamten aus Secondigliano abgeholt.

Angekommen wurde ich durchsucht und mir wurde vieles abgenommen.Dann wurde ich noch in der Nacht um 22 Uhr in eine Zugangszelle mit vier Personen gebracht. Ich wurde Ärzten vorgestellt und erklärte jedes mal aufs Neue, welche Medikamente ich in Deutschland bekam, ich darauf eingestellt bin und und und.

Im Behandlungsraum wird geraucht und nebenbei TV Serien vom Sani und dem Personal angesehen. Das Ende vom Lied ist, das ich seit fünf Monaten darum bitte mir die richtige Medizin zu geben!

Doch lediglich Psychopharmaka bekomme ich und warte seit drei Monaten auf die Untersuchung in die Röhre zu kommen. Mein Zustand hat sich so verschlechtert, dass ich auf Krücken gehe. Ich wurde auf eine normale Station verlegt in eine Vier-Mann-Zelle und was ich da bis vor einem Monat erlebt habe ist Wahnsinn!

Ausländer werden gehasst und Schwarze erst recht. So konnte ich beobachten wie man einen Schwarzen, der gerade auf die Station verlegt wurde, drangsalierten das dieser sofort aus der Station genommen wird ohne Konsequenzen für die anderen.

Ich sah wie Gefangene Stichwaffen im Arsch herum tragen und wie schon Leute verletzt wurden. Tagtäglich wurde mit Mord und Tod gedroht. Linke werden gehasst.

Ich musste raus aus dieser Abteilung, denn ich hielt es einfach nicht mehr aus.

Ich tat mich mit einem Gefangenen zusammen, dem ständig mit Prügel gedroht wurde und er schrieb unzählige Anträge bis es klappte, dass wir in eine Zwei-Mann-Zelle verlegt wurden auf einer geschlossenen und überwachten Station. Wir sind 23 Stunden und 40 Minuten am Tag eingesperrt und sitzen den ganzen Tag nur in der Zelle. Dank Unterstützung meiner lieben Frau, die die Hälfte ihres Hartz-4 Geldes monatlich schickt, kann ich mir Essen und Wasser kaufen.

Denn Trinken gibt es von der Anstalt nicht und das Einige was es gibt, sind ein Plastikteller und ein Becher. Das Plastikbesteck und auch Toilettenpapier muss man selber kaufen. Da ich niemanden habe, wie die meisten anderen, wo Angehörige regelmäßig Essen und Kleidung bringen bzw. zum Waschen mitnehmen, bin ich ziemlich auf mich alleine gestellt.

Man kann sich Lebensmittel kaufen, braucht aber dazu den Campingkocher und die 190 Grad Gas sowie billige Töpfe und Pfanne. Dank ABC konnte ich mir endlich einen Teil an Kochsachen kaufen.

Auf der vorherigen Zelle war ja alles drin, aber durch die Verlegung in diese Zelle musste man sich alles neu kaufen. Hat man nicht mal das nötige Geld, ist man auf das wenige schlechte Essen der Anstalt angewiesen und Trinken aus der Wasserleitung. Jeder Gefangene versucht zu vermeiden, von der Anstalt Essen anzunehmen.

Alles Sachen, Kleidung und Geschirr wäscht man im Bad, wo man vorher seinen Arsch gewaschen hat. Der einzige Vorteil ist, dass heißes Wasser auf der Station bzw. der Zelle existiert. Es gibt von der Anstalt auch keine Putzmittel für die Zelle, auch die muss man selber kaufen.

Vor einigen Wochen war an einem Abend eine Grossfilzung und normalerweise werden Gefangene einzeln und getrennt von den anderen durchsucht. Hier nicht. Jeder musste vor den anderen seinen Intimbereich entblößen, damit Beamte dann mit einem Metalldetektor den Intimbereich abfahren, aber nichts finden. Das heißt jeder sieht beim anderen mit zu.

Ich habe so was noch nicht erlebt!

Nach sechs Monaten durfte ich endlich meine liebe Frau sehen und das Dank Unterstützung von ABC, denn finanziell würden wir es niemals schaffen! Sechs Monate ohne Besuch und Ehefrau ist ein Alptraum und ich bin den Menschen sehr dankbar, die uns finanziell unterstützen, damit u.a. meine Frau zu mir kommen konnte. Danke auch an gemeinsame Freunde in Neapel, die meine Frau aufgenommen haben und sie ab und an mit dem Auto von A nach B brachten.

Danke auch an die Menschen, die die Verletzungen meiner Frau nach einem doch krassen Unfall behandelten.

Leider wurde meine Frau jedes Mal am Einlass der Anstalt, wie Dreck behandelt. Sie durfte noch nicht einmal gewisse Sachen für mich abgeben, wie Bettwäsche usw. Man schmiss ihr Sachen vor die Füße, hielt ihr zum Nachteil, weil sie kein Italienisch sprechen kann und ließ sie stundenlang warten oder meinte das sie keinen Besuch mehr zur Verfügung hätte. Sie wurde regelrecht schikaniert!

Sieben Stunden hatten wir insgesamt Besuch, verteilt auf fünf Besuche. Aber es war eine Wohltat für die Seele, dass wir uns einige Male sehen durften! Allerdings ist nochmals zu erwähnen, ohne die finanzielle Unterstützung, hätte das niemals funktioniert! Danke an alle Beteiligten!

Mir geht es von der Psyche wie auch körperlich irre beschissen und ich will und kann kaum noch!

Die Medikamente, die ich bekomme, taugen nichts und regelmäßig scheide ich Blut aus. So oft sagte ich das schon und man tat dies damit ab, dass es Nierensteine sicher wären. Ich habe nach wie vor (auch in Magdeburg) Wasser in den Beinen und seit neuestem Bewegungseinschränkungen in den Händen. Auch meine rechte Gesichtshälfte und die Seite am Kopf tut so weh. Alles, jede Kleinigkeit teilte ich mit, aber man tat es salopp ab. Morgens, wenn ich in die Ambulance gehe, um meine Medizin zu holen, läuft der Fernseher und es wird genüsslich geraucht. Die Tropfen alleine nehme ich schon nicht mehr, weil sie mich so müde machen und ich Angst habe, dass diese auf die Nieren gehen. Also nehme ich nur meine Tablette und abends eine 200 Schmerztablette. Was ich nicht verstehe, dass ich bis vor kurzem 3000 mg abends bekam und plötzlich nur eine 200er. Also jeder gibt irgendwie anders. Für das Problem mit meinem Kopf und der Gesichtshälfte bekam ich Kortison. Für mich nicht nachvollziehbar.

Nun bekam ich vor ca. einer Woche ein Schreiben, dass bei mir 41bis (drakonisches Isolationsprogramm, Red.) angewendet wird, weil ich in Deutschland einer linksradikalen Szene angehöre. Was das letztendlich für Konsequenzen hat, mag ich mir gar nicht ausmalen.

Es gibt hier einige Beamte, die mich schikanieren. Da man genau darauf achtet von außerhalb, dass ich nicht geschlagen werde, besorgt man es mir anders. Indem man meine Frau aufs Übelste behandelte und ich der einzige bin der solche Sachen wie Bettwäsche und Decke von draußen, durch den Besuch nicht bekommt. Auch das Wörterbuch, was meine Frau mir besorgte Deutsch/Italienisch, wurde ihr am letzten Tag des Besuches einfach vor die Füße geworfen. Auch stellte ich fest, dass gewisse Sachen vom Einkauf nicht geliefert wurden und ich um das Geld betrogen werde. Auch das ist nicht das erste Mal.

Sagt man was, dann heißt es nur warten und ich bin dafür nicht zuständig.

Ich weiß ganz sicher, dass es einige Beamte gibt (nicht alle), die mich nicht misshandeln können, aber es auf eine andere Art spüren lassen. Post darf ich zukleben und nur die, die reinkommt, wird vor meinen Augen geöffnet, ob etwas verbotenes beigelegt ist, was schon einige Male passierte, von Menschen die ich nicht kenne, und mir einen Heidenärger eingebrachte! Womit man mir Gutes tun kann, wäre ein farblicher Schreibblock, damit ich etwas Basteln kann, wie schöne farbliche Umschläge für die Leute, denen ich schreibe. Leider darf man nur beschränkt Briefmarken kaufen und die Post nach Deutschland zu versenden ist richtig teuer. Daher kann ich nicht jedem schreiben, weil ich die Frankierungsmöglichkeiten einfach nicht habe.

Es ist nicht meine Art, aber ich stecke in einer so hilflosen Situation, dass ich es trotzdem schreibe. Und zwar würde ich mich sehr freuen, wenn man meine Partnerin unterstützt, damit sie mich bald wieder besuchen kann, das wäre für mich mein größter Wunsch! Denn finanziell ist es sonst unmöglich, dass sie nach Neapel kommt/fliegt. Zudem benötigt sie etwas für den Lebensunterhalt. Also wer helfen kann und möchte, es ist jeder Cent willkommen und wir sehr dankbar sind!

Zum Gerichtsverfahren kann man noch nicht viel sagen, außer dass ich bei der letzten Verhandlung als die Beamten mich abführten, ein Enzo Oltavio auf Deutsch ganz laut sagte, dass er hoffe ich verrecke dort wo ich gerade bin.

Die Zeugenvernehmung von ca. 20 Carabinieri war eine Katastrophe und jeder erzählte etwas Anderes oder konnte sich nicht mehr erinnern. Es wurde auch von der Polizei so schlampig alles aufgenommen, dass selbst meine Dolmetscherin den Kopf schüttelte und meinte, dass dies ein unmöglicher Zustand wäre!

Wie es weitergeht kann ich noch nicht sagen. Ich weiß nur, dass meine Frau als Zuschauerin eine Etage höher saß und Angehörige auf sie losgehen wollten. Daher sollte meine Frau nicht mehr alleine dort hin kommen. Aber ich denke bis sie wieder das nötige Geld zur Verfügung hat für eine Reise nach Neapel, dürfte das erste Verfahren gelaufen sein. Obwohl es schlimm ist für mich, alleine ohne Angehörige und Freunde zu sein.

Anfangs reisten zwei Freunde mit an, die mich bzw. einer davon, nicht besuchen durfte, weil er in Deutschland, laut italienischer Justiz, ebenfalls zur linksradikalen Szene gehört.

Nun das in einer Kurzform zu meiner Situation. Wie gesagt, von der Psyche bin ich ganz unten und körperlich ist es nicht anders. Doch das was mir am meisten gerade zusetzt, ist die Abreise meiner Frau und jetzt nicht zu wissen ob es ein weiteres halbes Jahr dauert bis sie wieder zu mir kommen kann. Daher benötigen wir jede erdenkliche Hilfe, die wir nur bekommen können und vielleicht gibt es den ein oder anderen, worüber wir sehr dankbar wären.

Ich vegetiere nun weiter Tag für Tag vor mich hin und weiß nicht weiter.

Ich hoffe nur, dass es keine Übergriffe gibt. Ich sage jetzt schon Danke für die Menschen, die sich die Zeit genommen haben meine Zeilen zu lesen und auch vielleicht helfen können!

Herzliche grüße an alle!

Andreas

Krebs Andreas

Sez. 1 Stz. 5

Via Roma Verso Scampia 250

Mediterraneo

CAP 80144 (NA)

-ITALY-

Spendenkonto für Andreas Krebs:

Berliner Sparkasse

Empfänger: Krebs

IBAN: DE 90 1005 0000 1067 1474 26

BIC: BELADE BEXXX

Verwendungszweck; Spende Andreas Krebs

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