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[Frankreich] Über den Undercover-Cop, die beim G7-Gegengipfel entlarvt wurde

30.08.19

flic-infiltrée-toulouse-150x150Dies ist ein Text, der eilig geschrieben wurde, damit die Nachricht sich verbreitet und sich alle Personen und Gruppen, an die sich diese Person in den letzten Monaten gewandt hat, entsprechend organisieren können.

Es scheint, dass sich diese Undercover-Cop „Dan", „Rose", „Rose des sables" oder „Clara" nannte, je nachdem, in welchen Städten und Gruppen sie aktiv war, und wahrscheinlich hatte sie noch viele andere Spitznamen. Sie ist Mitte 60, ziemlich schmal, zwischen 1,55 m und 1,65 m groß, starke Raucherin und trägt fast immer eine Sonnenbrille. Sie gab an, aus Clermont-Ferrand zu kommen und dort militant aktiv gewesen zu sein. Sie sagte auch, sie würde bei Enedis [Stromanbieter] in Toulouse arbeiten.

Im Camp des Gegengipfels wurde diese Frau (von Leuten, die die GJ*-Bewegung in Toulouse kannten) während einer ziemlich sensiblen Versammlung, die sich insbesondere mit der Abreise von der Bayonne-Demonstration befasste, bemerkt, wie sie diskret mit ihrem Handy Fotos von den Teilnehmer*innen machte. Diese Leute beschlossen, einzugreifen und sie außerhalb der Versammlung zu konfrontieren.

Bei der Überprüfung ihres Handys zeigte sich, dass während der letzten drei Tage mehrere hundert Fotos von Aktionen, Demonstrationen und Versammlungen gemacht wurden. Anschließend stellten die Gefährt*innen fest, dass einige dieser Fotos, darunter auch Nahaufnahmen von klar identifizierbaren Personen, (zusammen mit ausführlichen Berichten über ihre Aktivitäten sowie Protokolle der Versammlungen) an einen Vorgesetzten gesendet wurden, der nach Einzelheiten fragte und weitere Anweisungen gab. In dem durch diese Entdeckung entstanden Chaos gelang es ihr, aus dem Camp zu verschwinden (und es ist wahrscheinlich, dass sie während des ein paar Stunden später stattfindenden Angriffs der Cops auf das Camp aus dem benachbarten Centre Pierre & Vacances, indem sie zweifellos Zuflucht gesucht hatte, „gerettet" wurde). Es sei darauf hingewiesen, dass sie kurz zuvor versuchte, an eine Telegram-Gruppe eine Nachricht mit dem Inhalt „Telefon kaputt" zu senden, aus der hervorgeht, dass sie mit anderen Polizist*innen die in dieser Gruppe waren Kontakt hatte.

Viel mehr als nur eine Informantin

Was bei dieser Geschichte auffällt, ist das Ausmaß der Verbindungen und Informationen, auf die diese Person Zugriff hatte. Bis heute wissen wir, dass sie im Januar in der Gelb-Westen Bewegung in Toulouse aktiv war, dass sie an der Organisation der Demorouten teilnahm, dass sie sich in vielen Telegram- und Facebookgruppen (bisher sind zwei Facebook-Profile bekannt: „Dan boro" und „Rose des sables") positionierte, dass sie an verschiedenen Versammlungen der Bewegung teilnahm, dass sie Kontakte zu Menschen und Gruppen aufnahm [...]. Es sei auch darauf hingewiesen, dass sie in den Telegram-Gruppen für die Organisation der Unterkünfte der GJ in Toulouse während der landesweiten Aktionen aktiv war und sie daher eine umfangreiche Sammlung von Daten vornehmen konnte. Wir sind also weit davon entfernt, es mit einer einfachen Polizei-Spionin zu tun zu haben, denn dies gibt es natürlich hier und da. Diese Person allerdings organisierte, trieb an und forcierte Aktionen, sie verband Menschen, damit die Polizei Verhaftungen vornehmen konnte. Es war der Staat, der seine Angriffe organisierte...

Diese Situation haben wir in Toulouse, Bordeaux und Montpellier, aber auch und gerade bei der Organisation des G7-Gegengipfels festgestellt. Um glaubwürdig zu erscheinen, stützte sich diese miese Spionin auf Verbindungen und betonte ihren Platz in anderen Netzwerken – eine etablierte Technik der Polizei.

Was den Gegengipfel anbelangt, so hat sie seit Monaten viele Menschen aus verschiedenen Städten dazu motiviert, dorthin zu reisen, und ihnen die Bereitstellung von Verteidigungs- und Angriffsausrüstung vor Ort versprochen. Es stellte sich heraus, dass sie viele Aktionen gefördert und ermöglicht hat und die einzige Kontaktperson vor Ort für Menschen aus ganz Frankreich und anderen Ländern war. Diese Technik der Cops, insbesondere der RG**, ist allgemein bekannt: Erst das Drängen zu einer Straftat und dann die Verhaftung ... Sie organisierte (und "sicherte" ...) die Ankunft der Menschen im Camp und nahm einen großen Platz in der Logistik der Gegengipfels ein (Organisation der Demonstration in Bayonne, andere "Camps" in der Nähe von Bayonne, mögliche Besetzungen, Verbindungen zu Teilnehmer*innen der offiziellen Anti-G7 Plattform...). Der Plan der Polizei wurde sicherlich durch die Entdeckung eines ihrer schmutzigen Maulwürfe zerstört. Es ist jedoch jetzt sicher, dass diese Infiltration zur Inhaftierung vieler Gefährt*innen in den letzten Monaten beigetragen hat. Das Ausmaß des Schadens ist bis heute schwer zu erkennen.

Trotz allem, was hier gerade gesagt wurde, geht es darum, sich nicht von Paranoia überwältigen zu lassen. Lasst uns nicht abschotten, unsere Stärke liegt auch in unseren offenen Räumen der kollektiven Organisation. Die Repression, der wir ausgesetzt sind, steht im Verhältnis zur Stärke unserer Bewegung. Der beste Weg, sich vor den Cops zu schützen, ist die Zerstörung dessen, was sie produziert: das System, das sie braucht.

Wenn ihr weitere Informationen habt, zögert nicht:

deratisation1312 @ riseup.net

Quelle: attaque, übersetzt von abc wien

https://www.abc-wien.net/?p=7856#more-7856

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