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WIR FORDERN GERECHTIGKEIT! Für die inhaftierten Musiker Von Grup Yorum sowie für Mustafa Koçak

13.10.19

mustafa kocakSeit dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei im Jahre 2016 herrscht der Ausnahmezustand. So wird die Situation als Terrorherrschaft Erdoğans und seiner Regierungspartei, der AKP beschrieben.

Innerhalb weniger Tage wurden mehr als 150.000 Staatsbediensteten gekündigt- mehrheitlich Oppositionelle und regie- rungskritische Menschen- Journalisten, Dekane, Studenten, Abgeordnete, Professoren, alle Teile der Bevölkerung werden mit massiven Repressionen überzogen, wenn sie sich der Erdoğan-Regierung kritisch entgegenstellen.

So reicht es in der Türkei bereits, Nachrichten mit Kritik an der Führung des Landes auf sozialen Me- dien wie Twitter und Facebook zu teilen, um als vermeintlicher Terrorpropagandist für Jahre in Untersuchungshaft gesteckt werden, ohne Aussicht auf einen fairen Prozess. Das Musikerkollektiv Grup Yorum sieht sich solch einer Repression ausgesetzt, da etliche Mitglieder der Band aufgrund des Terrorvorwurfes inhaftiert sind. Auch der Jugendliche Mustafa Koçak, der aufgrund seiner Herkunft und oppositionellen Haltung inhaftiert wurde, sah sich dem Terrorvorwurf ausgesetzt und wurde zu einer erschwerten lebenslangen Haftstrafe verurteilt!

GRUP YORUM
Grup Yorum ist eine antifaschistische, sozialistische Protestband, die sich im Zuge des Militaerputsches und seiner Verbrechen im Jahre 1985 gegründet hat. Die Gruppe thematisiert in ihren Liedern die Missstände, Verbrechen an der Bevölkerung, Hunger, Armut und andere Sorgen des Volkes in der Türkei. Zudem setzt es sich auch seit Gründung für die Rechte von Minderheiten wie Kurden, Aleviten, Armenier, Lazen und anderer Volksgruppen in der Türkei ein.

Grup Yorum war die erste Band in der Geschichte der Türkei, die Musik in der damals verbotenen kurdischen Sprache gemacht hat und dafür einen hohen Preis bezahlte- alle Mitglieder der Gruppe wurden damals inhaftiert. Bis heute muss sich Grup Yorum immer mit Repressionen auseinandersetzen, da sie nicht aufhören, Verbrechen der Regierung- heute der Regierung Erdoğan- anprangern. Diese Haltung wird ihnen von der Regierung Erdoğan als Mitglied- schaft in einer terroristischen Vereinigung ausgelegt. Heute befinden sich mehrere Mitglieder in Haft, 6 Mitglieder werden per Kopfgeld zwischen 300.000 und 4 Mio. Lira gesucht (Tod oder lebendig). Konzerte werden verboten, das Kulturzentrum in Istanbul wurde innerhalb von 2 Jahren 9 Mal von der Polizei gestürmt und in Schutt und Ssche gelegt. Gegen all diese Willkürlichen Akte der Repressionen setzt sich Grup Yorum zur Wehr, in dem 4 ihrer inhaftierten Mitglieder in einen unbefristeten Hungerstreik für Gerechtigkeit getreten sind.
Ihre Forderungen:

-Ende der Polizeirazzien in ihrem Kulturzentrum -Aufhebung der Kopfgeldlisten
-Ende der willkürlichen Gerichtsverfahren -Aufhebung der Konzertverbote in der Türkei
Grup Yorum Mitglied Bahar Kurt und ihre Mutter- vor (links) und waehrend dem Hungerstreik

MUSTAFA KOÇAK
Mustafa ist ein Jugendlicher Mitte 20. Aufgrund der Tatsache, dass in dem Wohnviertel, in welchem er geboren und aufgewachsen ist, Sozialisten und Oppositionelle sehr praesent sind, galt er den Behörden schon im Voraus als potentieller Terrorunterstützer. Dort werden willkürlich Wohnungen von der Polizei gestürmt, Menschen auf offener Strasse entführt,
schon die vermeintliche Bekanntschaft mit vermeintlichen Terroristen reicht, um bis zum Lebensende inhaftiert zu werden.

Auch Mustafa ereilte solch ein Schicksal. Im vergangenen Jahr wurde er vor seiner Arbeitsstelle verhaftet und sitzt seitdem in Gefangen- schaft. Er wurde mittlerweile zu erschwerter lebenslanger Haft verurteilt, weil er an einer bewaffneten Aktion im Jahre 2015 teilgenommen haben soll. Hierfür gibt es jedoch keinen einzigen Beweis. Lediglich die Aussagen eines Kronzeugen, welcher Mustafa belastet, reichten aus, um eine Haftstrafe bis zum Tode zu verhaengen, wobei laut türkischem Gesetz mindestens eine weitere Aussage die Aussagen des Kron- zeugen decken muss. Dies ist nicht der Fall. Mustafa Koçak begab sich aufgrund dieser Willkür in einen unbefristeten Hungerstreik, welchen er am 30.September in ein Todesfasten umwandelte. Entweder seine Forderungen nach Gerechtigkeit werden erfüllt, oder er wird sich in den Tod hungern...Mustafas Forderungen:

-Wiederaufnahme des Falles -Anwendung geltender Gesetze Mustafa mit seinen Eltern in der Haftanstalt- das Foto enstand am 97.Tag seines Todesfastens für Gerechtigkeit!

DIE FORDERUNGEN VON GRUP YORUM UND MUSTAFA KOÇAK SIND VÖLLİG LEGITIM! DIESE FORDERUNGEN MÜSSEN IN EINER DEMOKRATIE SELBSTVERSTAENDLICH SEIN! LASSEN WIR NICHT ZU, DASS DIE MITGLIEDER GRUP YORUMS UND MUSTAFA KOÇAK STERBEN!


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