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(B) One struggle, one fight! Kommt auf die Straße am 2.11.!

23.10.19

Kein Gesetz, kein*e Eigentümer*in, kein Gericht – keine Autorität sollte die Macht besitzen, über unser Leben zu verfügen. Lasst uns die Feindschaft zu den Feinden der Freiheit ausbauen und die Logik von Wohneigentum weiter angreifen.

Die Demonstration am 2.11 ist einer der vielen Schritte, neben den Besetzungen, militanten Angriffen, Verhinderungen von Zwangsräumungen, Versammlungen oder anderen kämpferischen Momenten der letzten Monate.
Übersetzt heißt demonstrieren so viel wie zeigen, hinweisen, nachweisen, eine Versammlung mehrerer Personen, um Meinungen zu äußern. Und ja, es gibt verdammt nochmal viele Gründe, jeden Tag, die Meinung zu demonstrieren bzw. äußern; gegenüber der Chefin, dem sexistischen Arschloch, den Lebensverwalter*innen vom Jobcenter, dem autoritären Lehrer. So wie es viele konkrete Zustände gibt, auf deren Ungerechtigkeit wir hinweisen wollen. Die tödliche Grenze Europas, der Krieg, den autoritäre wie demokratische Regime nach „Außen“ wie nach „Innen“ führen, die Zwangsräumungen aufgrund der Logik von Wohneigentum und Profit, die Knastmauern, die Menschen bestrafen und isoliert sollen.
Währenddessen erleben wir in Berlin, einer Stadt der Techgiganten und Start-Ups, immer wieder Angriffe gegen jene, die für autonome Organisierung und ein solidarisches Leben kämpfen. 2019, in Zeiten der totalen Vereinzelung und der maximalen Profitorientierung durch Mieten und Immobilienspekulation, gehört es zum staatlichen und kapitalistischen Treiben, linksradikale Infrastruktur und Schmieden staatsfeindlicher Kampagnen anzugreifen.
Doch das lassen wir uns nicht gefallen. Seit Anfang des Jahres sind die Neuköllner Kiezkneipe Syndikat, das autonome Jugendzentrum Potse und das anarcha-queer-feministische Projekt Liebig34 hier im Friedrichshainer Nordkiez besetzt. Die Kreuzberger Kiezkneipe Meuterei hält sich seit 144 Tagen ohne Vertrag. In der Rummelsburger Bucht wehren sich Menschen gegen die Verwertung einer der letzten freien Flächen der städtischen Betonwüste. Die Wagenplatzgruppe DieselA kämpft für einen Raum für kollektives Leben und wurde vor Kurzem von einem von ihnen besetzen Bahngelände in Marzahn geräumt. Die Köpi ist wieder bedroht und die Rigaer 94 bleibt weiterhin ein Dorn im Auge des Staatsschutzes und ist als teilbesetztes Haus stets räumungsbedroht.
Es reicht nicht, auf die Misere eines Systems hinzuweisen, das Ungerechtigkeit als seine Basis hat. Keine Regierung, kein*e Politiker*in hat daran ein Interesse, etwas an den ausbeuterischen und unterdrückenden Verhältnissen zu ändern, auf die sie ihre Macht konstruieren. Wir weigern uns, Forderungen an diejenigen zu stellen, die ihre Machtposition genau in diesem System aufgebaut haben. Unser Ruf nach einem anderen Leben ist ungebändigt und laut und richtet sich an all jene, die ausbrechen wollen, aus der Normalisierung des sozialen Krieges von oben.
Die aktuelle Situation widerständiger Orte in Berlin sehen wir als eine Bedrohungslage, die es in so einem Ausmaß lange nicht gab und die Teil eines allumfassenden neoliberalen Projektes der Herrschenden für die freie, ungestörte Bewegung der Waren ist. Umso wichtiger ist es das widerständige Orte erhalten bleiben. Wenn wir uns dabei jedoch nur um uns selbst drehen und kümmern, dann tappen wir in die Falle, die sie uns stellen. Denn unsere Idee einer von Staat, Patriarchat, Rassismus und Ausbeutung befreiten Gesellschaft ist mehr als die Verteidigung einiger aufeinander gebauten Steine im Moment der akuten Bedrohung. Sie verbindet uns tagtäglich mit anderen Orten, Kämpfen und Menschen und die Solidarität unter uns als Individuen und Projekten kann uns eine Perspektive aufzeigen, sodass wir vielleicht stärker aus dieser Zeit hervor gehen.
Am 29.10. und 15.11. finden die Gerichtsprozesse über die Räumungsklagen gegen das Syndikat und die Liebig34 statt. Die bürgerliche Justiz wird Pears Global und Padovicz Recht geben wollen, so wie sie etliche Mieter*innen Tag für Tag für die Interessen der Spekulant*innen und Investor*innen vor die Tür setzt. Die Bullen werden willige Vollstrecker*innen der Ordnung sein.
Doch kein Gesetz, kein*e Eigentümer*in, kein Gericht – keine Autorität sollte die Macht besitzen, über unser Leben zu verfügen. Lasst uns also die Feindschaft zu den Feinden der Freiheit ausbauen und die Logik von Wohneigentum weiter angreifen. Die Demonstration am 2.11 ist einer der vielen Schritte, neben den Besetzungen, militanten Angriffen, Verhinderungen von Zwangsräumungen, Versammlungen oder anderen kämpferischen Momenten der letzten Monate.
Gegen jeden Kompromiss mit den herrschenden Verhältnissen und ihren Verteidiger*innen!
Freiheit entsteht als kämpfende Bewegung!
Eure Rigaer94
Wann: Samstag, 2. November / 17:00 Uhr

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