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Die Anwältin Ebru Timtik befindet sich seit 141 Tagen mit der Forderung nach einem gerechten Verfahren im Hungerstreik.

22.05.20

ebru  atacIhr Gesundheitszustand hat sich rapide verschlechtert. Die Juristin wiegt nur noch 46 Kilo und hat Schwierigkeiten beim Sprechen.

Ebru Timtik befindet sich aufgrund der widersprüchlichen Beschuldigungen
eines Polizeikronzeugen im Gefängnis.
Die Rechtsanwältin ist Mitglied des Vereins progressiver Juristen (Çağdaş Hukukçular Derneği, ÇHD) und aktiv im Istanbuler Rechtsbüro des Volkes (Halkın Hukuk Bürosu, HHB).

Seit 141 Tagen ist Timtik im Hungerstreik, ihr Kollege Aytaç Ünsal seit 110 Tagen.
Auch die Anschuldigungen gegen ihn beruhen auf den widersprüchlichen Aussagen des Kollaborateurs Berk Ercan, die bisher zur Verhaftung von knapp 200 Menschen führten.

Unter ihnen war auch Mustafa Koçak, der zu einer erschwerten lebenslangen Haft verurteilt worden war und am 24. April nach 297 Tagen Hungerstreik verstarb. Sie alle wurden im Komplex der Verfahren gegen vermeintliche Angehörige der bewaffneten Organisation DHKP-C nach Terrorparagraphen verurteilt.

Unsere Korrespondentin Zeynep Kuray hatte
die Gelegenheit, mit Güçlü Sevimli zu sprechen. Der Anwalt konnte Ebru Timtik am 21. Mai im Hochsicherheitsgefängnis von Silivri besuchen.

Timtiks Gesundheitszustand verschlechtert sich zusehends
Sevimli ist sehr besorgt über Timtiks Gesundheitszustand. Das Gewicht der Anwältin betrage nur noch 46 Kilo. „Insbesondere ihre Hände haben sich sehr dunkel gefärbt. Sie sagt, sie habe Wunden im Mund. Sie betonte aber auch, dass ihre Forderungen gerechtfertigt sind und sie ihren Widerstand mit Entschlossenheit fortsetzen werde.“

„Das Urteil war von vorne bis hinten widerrechtlich“
Sevimli beschreibt die Urteile gegen seine Kolleg*innen als vollkommen widerrechtlich. Der Widerstand der Hungerstreikenden dürfe nicht als individueller Protest gegen das eigene Urteil betrachtet werden, sondern müsse als Widerstand gegen die Ungerechtigkeit der Justiz im ganzen Land begriffen werden.

„Ihre Forderungen sind vollkommen klar und legitim. Sie fordern gerechte Verfahren und Gerechtigkeit. Dabei geht es ihnen aber nicht nur um die Strafprozessordnung, sie fordern, dass die Justiz nach universellen Grundwerten vorgeht, diese Forderung muss erfüllt werden“, erklärt er.

„Das Oberste Berufungsgericht ericht muss diese Entscheidung annullieren“
Sevimli fordert die sofortige Freilassung von Timtik aufgrund ihres Gesundheitszustand und vor dem Hintergrund der Gefahren durch die Corona-Pandemie. Außerdem müsse das Urteil vom Obersten Berufungsgericht annulliert werden, da es unter Verletzung der Prozessordnung zustande gekommen sei.

Unterschriftenkampagne
Die Anwält*innen haben eine Unterschriftenkampagne für ein gerechtes Verfahren von Aytaç Ünsal und Ebru Timtik begonnen. Sie fordern den Obersten Gerichtshof und das Justizministerium zum sofortigen Handeln auf und erklären, dass die Verteidigung des Rechts auf Leben der Anwält*innen in der Verantwortung der gesamten Gesellschaft liege.

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