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Hıdır YILDIRIM: Raus aus dem Knast

05.06.20

pkkAm 30. April wurde Hıdır YILDIRIM aus der Haft in Hamburg-Billwerder entlassen. Im Februar 2017 ist er aufgrund eines Haftbefehls des Kammergerichts Berlin in Frankfurt/M. verhaftet worden wegen des Vorwurfs, sich von August 2013 bis April 2014 als Kader an einer „terroristischen Vereinigung im Ausland“ (§§129a/b StGB) beteiligt zu haben.

Am 1. März kam er in die JVA Berlin. Das Hauptverfahren vor dem Kammergericht Berlin, das am 4. September 2017 begann, endete am 18. Dezember.

Vor Gericht hatte Hıdır YILDIRIM den geschichtlichen Hintergrund seines alevitischen Glaubens und seine damit verbundene politische Identität und über Verfolgung und Massaker im Laufe der Jahrzehnte bis in die jüngste Vergangenheit, aber auch den Widerstand der Menschen geschildert. „Wenn die ‚Türkei so wie manche europäische Staaten Respekt vor Menschenrechten und Demokratie hätte und die Rechte von Individuen achten würde, würden weder die Aleviten noch die Kurden gegen den türkischen Staat rebellieren. Und ich wäre heute nicht hier und würde nicht vor Gericht stehen müssen. Ich hätte meine Heimat nicht verlassen. Das heißt: jede Grausamkeit erzeugt Widerstand. Wenn mein Glaube, meine Identität mit Füßen getreten werden, sollte sich keiner das Recht herausnehmen mir zu sagen, ich müsse im Angesicht all dessen schweigen. Auch nach der deutschen Verfassung ist die Würde des Menschen unantastbar.“ Er frage sich, warum das den Völkern von der UN zugesprochene Selbstbestimmungsrecht nicht für Kurden und Aleviten in der Türkei gelte. „Ich bin ein Ausländer, ein Kurde und Alevit. Als solche werden wir in der Türkei nicht wie Menschen behandelt und hier sind wir mit der gleichen Behandlung konfrontiert.“

Azadi info dienst Nr.200