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HH: Freiheit für die Gefangenen Betül Varan, Seher und Sevcan Adigüzel aus der Türkei

01.03.21

turkey.3freiFreitag, den 5.März von 16-17 Uhr

Generalkonsulat der Türkei, Tesdorpfstraße 18, 20148 Hamburg

Alle drei Frauen sind in Europa aufgewachsen: Betül in den Niederlande und Seher und Sevcan in der BRD.

Seher und Betül schlossen sich in der Türkei der linken Musikgruppe GrupYorum an und wurden deshalb verhaftet.

Grup Yorum aus der Türkei hat eine langjährige Widerstandsgeschichte. Sie wurde 1986 von einer Gruppe linker Student*innen gegründet.

Sie hat es in ihrem Land als einziges Musikkollektiv geschafft, in einer derartigen Breite und bunt gemischten Zuhörer:innenschaft ihre Musik an Millionen Menschen heranzutragen. Bereits in den Jahren der Militärdiktatur von 1980, wo sich kaum ein Blatt rührte und Oppositionelle massenhaft aus dem Land flohen, spielte sie als erste Band bei ihren Konzerten kurdische Befreiungslieder, was auch zum Verbot ihrer Alben und Konzerte führte.

Mitglieder von Grup Yorum sind immer wieder mit Repression, Festnahmen und Verhaftungen konfrontiert. Sie haben inzwischen in der Türkei wieder ein Auftrittsverbot.

Seit 2015 ist die Gruppe auch Repressalien durch den deutschen Staat unter Berufung auf den reaktionären Paragrafen 129 b StGB („Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Ausland“) ausgesetzt. Der Gefangene Musa Aşoğlu ist in Hamburg auch wegen der Organisierung von Konzerten inhaftiert.

Sevcan Adigüzel

Sie ist vor 28 Jahren in Wuppertal geboren, aufgewachsen und dort zu Schule gegangen. So besuchte sie in München den Prozess der rassistischen und faschistischen NSU und stellte durch eine kämpferische Intervention im Gerichtsaal den Rassismus der Faschisten und des Staates bloß.

In der Türkei nahm auch sie am antifaschistischen Kampf teil und wurde verhaftet

Der APK-Faschismus beschuldigt sie, an den Beerdigungen von Revolutionär:innen teilgenommen zu haben. Er beschuldigt sie, während der Beerdigungszeremonie von Berkin Elvan, einen von der Polizei erschossenen Jugendlichen, in den vordersten Reihen gestanden zu haben.

Von dieser Klassenjustiz ist Servan zu 28 Jahre verurteilt worden, die nur auf Aussagen von Kronzeugen und sonstigen Lügen basiert. Derzeit befinden sich in der Türkei Tausende von Menschen auf diese Weise in Haft.

Übrigens ihre größtes „Verbrechen“ und auch das von Seher und Betül ist, die Solidarität mit den Hungerstreikenden Helin Bölek und Ibrahim Gökcek von Grup Yorum – beide sind inzwischen im Kampf für ihre Forderungen gefallen.

Solidarität zu Gefangenen ist genauso legitim ist, wie gegen Faschismus hier und in der Türkei zu kämpfen!

FREIHEIT FÜR SEHER UND SEVCAN ADIGÜZEL UND FÜR BETÜL VARAN!

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