Kalifornische Knäste drohen streikenden Gefangenen

+++ Kalifornische Gefängnisbehörde droht Gefangenen und verweigert Rechtsanwält_innen den Zutritt +++ Das Vermittlungsteam drängt Gouverneur zum Einschreiten +++

Am vergangenen Montag begann die zweite Runde des Hungerstreiks gegen die permanenten Isolationshaft Bedingungen in kalifornischen Gefängnissen (1). Momentan sind etwa 6000 Gefangene an dem Streik beteiligt. Die Behörden setzen wie bereits im Juli 2011 auf Konfrontation.

Übersetzung einer Pressemitteilung der Hungerstreik Solidaritätsgruppen: Free-Mumia-Berlin

 Nachdem der Hungerstreik von Pelican Bay und Calipatria sich auf mindestens sechs weitere Gefängnisse ausgeweitet hat, droht die kalifornische Gefängnisbehörde (CDCR) damit, Vergeltung gegen mindestens 6000 Teilnehmer zu üben. Zu den Maßnahmen gehörten auch absolute Kontaktsperre. Die CDCR hat auch zwei Anwält_innen des Vermittlungsteams Rauswürfe zugefaxt, in denen es ihnen den Zutritt zu allen Gefängnissen verweigert. Gegen die beiden werde ermittelt, ob sie nicht „die Sicherheit der kalifornischen Gefängnisbehörde“ gefährdeten. Inzwischen hat ein von den Gefangenen ausgewähltes Vermittlungsteam seit dem Streikbeginn im Juli wiederholt versucht, Verhandlungen mit der CDCR zu führen. Nun haben sie einen Brief an Gouverneur Jerry Brown geschickt, in dem sie ein Treffen verlangen und sich über die vehementen Blockaden der Behördensprecher beschweren.

„Das ist gelinde gesagt besorgniserregend,“ sagte Carol Strickman, eine der von den Gefängnisbehörden verbannten Anwält_innen aus dem Vermittlungsteam. „Wir haben von den Gefangenen Berichte über Einschüchterungen und Vergeltung im Vorfeld des Streiks gehört. Nun haben wir Drohungen gegen Gefangene und Kontaktsperre zur Verteidigung durch die CDCR. Wir wollen jetzt erstmal nicht das schlimmste annehmen, aber wir sind berechtigterweise besorgt über das Verhalten der Gefängnisverwaltung.“

In einem Brief an Gouverneur Brown vom 30. September haben die Vermittler_innen die Forderungen der Gefangenen (2) dargelegt und festgestellt, dass das fehlende Verhalten der Behörden am Verhandlungstisch sowie die Drohungen gegen Gefangene „deutlich den Widerwillen der CDCR zeigen, angemessen auf die Forderungen der Gefangenen einzugehen.“ Die Vermittler_innen möchten ein Treffen mit Brown und sagen: „Wir sind bereit, detaillierte Vorschläge einzubringen, um die kürzlich vorgeschlagenen Reformen zu ergänzen und Kalifornien auf eine Linie mit den besten landesweiten Praktiken zu bringen. Wir können und müssen die Folter in Kaliforniens Gefängnissen jetzt beenden.“

Weiterhin wächst die landes- und weltweite Unterstützung für den Hungerstreik. „Der Streik breitet sich in den Hochsicherheitstrakten (SHU), der Schutzhaft (Ad Sec) und in der generellen Haft aus. Gefangene vereinigen sich mehr und mehr in ihrem Widerstand gegenüber den grauenhaften Bedingungen, welche sie auf allen Ebenen des Gefängnissystems erdulden müssen,“ so Manuel La Fontaine von der Prisoner Hunger Strike Solidarity Coalition. „Und genau in dem Maße, wie sich der Streik ausdehnt, verhält es sich auch mit der Unterstützung von außerhalb der Gefängnismauern. Die Leute begreifen das als Menschenrechtsfrage. Daher wird CDCR mit keiner Ebene der Repression die Leute von überall in der Welt davon abbringen, diese Gefangenen mit ihren Forderungen zu unterstützen.“ (3)
Prisoner Hunger Strike Solidarity
Büro: 001 – 510 444 0484
Mobil: 001 – 510 517 6612
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Ergänzungen/Anmerkungen der Übersetzung

(1) Kalifornischer Knast-Hungerstreik geht weiter (25.09.2011)
http://de.indymedia.org/2011/09/316860.shtml

(2) Demands (Forderungen)
http://prisonerhungerstrikesolidarity.wordpress.com/the-prisoners-demands-2/

(3) 10 Ways to support the strike (10 Schritte für die Unterstützung des Streiks)
http://prisonerhungerstrikesolidarity.wordpress.com/take-action/

http://prisonerhungerstrikesolidarity.wordpress.com/

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