KNK: Dringlichkeitsappell wegen Situation von Öcalan

Nach bekannt gewordenen Drohungen gegen Abdullah Öcalan appelliert der Nationalkongress Kurdistan dringend an die Vereinten Nationen und die Europäische Union.

Aufgrund der bekannt gewordenen Todesdrohungen gegenüber dem auf Imrali inhaftierten kurdischen Repräsentanten Abdullah Öcalan ruft der Nationalkongress Kurdistan (KNK) die Vereinten Nationen und die EU zum Handeln auf. Öcalan befindet sich seit 24 Jahren in Isolationshaft, seit mehr als zwei Jahren gibt es kein Lebenszeichen mehr von ihm.

Der KNK erklärt: „In den vergangenen 28 Monaten konnten weder Anwält:innen noch seine Angehörigen Herrn Öcalan sehen. Auch Telefongespräche wurden nicht erlaubt. Zuletzt hatte es am 25. März 2021 ein kurzes Telefongespräch zwischen Öcalan und seinem Bruder gegeben. Trotz wiederholter Appelle an die zuständigen Behörden in der Türkei und an das Europäische Komitee zur Verhinderung von Folter (CPT) haben die Anwält:innen bisher keine Antwort auf ihre Besuchsanträge erhalten.“

Es dringen keinerlei Informationen aus Imrali nach außen. Der KNK fordert das Ministerkomitee des Europarates, die Parlamentarische Versammlung des Europarates, die Europäische Union und die Vereinten Nationen auf, eine Delegation zu Abdullah Öcalan zu entsenden. Alle Staaten und politischen Kräfte werden dazu aufgerufen, den juristischen, politischen und diplomatischen Druck auf die Türkei zu erhöhen.

Zuvor hatte Sabri Ok (KCK) gegenüber Stêrk TV berichtet, Abdullah Öcalan habe in der Vergangenheit immer wieder unsignierte, anonyme Briefe von der Gefängnisleitung ausgehändigt bekommen. Darin sei ihm gedroht worden, ihn zu vergiften. Ok erklärte dazu: „Privatbriefe, die sein Grundrecht sind, werden verboten, aber Drohschreiben sind erlaubt. Was hat das zu bedeuten? Man spielt mit seiner Psyche, man spielt mit seiner mentalen Gesundheit, man spielt mit seiner physischen Gesundheit, damit Rêber Apo aus der Realität ausbricht und seine Rolle nicht erfüllt.“

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