(LE) Solidarität mit der ganzen Bäckerei!

Wir sind schockiert von dem rassistischen Angriff auf die Bäckerei in der Nacht zum 24.10.2023.

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Wir sind schockiert von dem rassistischen Angriff auf die Bäckerei in der Nacht zum 24.10.2023.

In der „Bäckerei“, dem kollektiv verwalteten Laden im Hausprojekt in der Josefstraße 12, wurden Dienstagnacht die Scheiben zertrümmert und es wurde versucht Schweinefett im Inneren zu verteilen.

Das Kollektiv „Die ganze Bäckerei“ versteht sich als emanzipatorischer, selbstorganisierter Raum für Stadtteiltreffen, Diskussionsgruppen, kollektive Lebensmittelversorgung und politischen Aktivismus. Neben Küfas, finden dort Kultur- und Diskussionsveranstaltungen unterschiedlichster politischer und kultureller Gruppen statt.
Wer sich wagt, auch nur ein paar Jahre in die Vergangenheit zu blicken, weiß, dass die Bäckerei nicht nur antifaschistische Bastion zu Zeiten der NPD-Hochburg in Lindenau war. Sondern seit vielen Jahren eines der wenigen Leipzige Projekte ist, in denen etwas weniger elitäres Szenegeklüngel herrscht, ein Ort, wo Räume niedrigschwelliger nutzbar sind. Es ist auch ein Ort, an dem es migrantische und BiPOC* Organisierung gibt. Ein markanter Gegensatz zu den meisten anderen Leipziger Haus- und Wagenplatzprojekten, wo selten nicht fast ausschließlich weiße Szenelinke wohnen.

Umso verurteilenswerter und klarer ist die rassistische und islamfeindliche Botschaft, die mit dem Angriff gesendet werden sollte!
Wir fragen uns auch, wieso ein Angriff gegen vermeintlichen Antisemitismus sich antisemitischer Symbolik – wie Schweinefett – bedient.

Kritik an politischen Gruppen lässt sich anders äußern, als über eine derart feige Aktion.

Bekannt zu dem Anschlag hat sich die „Antifa“. Wir wollen klarmachen: Das war nicht die Antifa. Denn Antifa heißt Zusammenstehen!
In Zeiten, in denen ca. 500 bewaffnete Nazis untergetaucht sind und auf ihren Tag X warten, in Zeiten, in denen die faschistische AfD bald stärkste Kraft in Sachsen ist, in Zeiten, in denen die Repressionsorgane versuchen, unsere Familien und unser Leben zu zerstören sagen wir: wir lassen uns nicht brechen!

So verzwickt die Konflikte auch sein mögen, möchten wir doch darauf hinweisen, nicht zur Seite zu schauen, sondern nach oben!
Solidarität mit unseren migrantischen und BIPOC* Genoss:innen, Solidarität mit allen von Krieg betroffenen Bevölkerungen!
Hoch die internationale Solidarität!

Was: Soli-Event
Wann & Wo: checkt eure lokalen kanäle
Spendenzweck: Bäckerei

Wir möchten an dieser Stelle auch auf das Statement des Bäckerei-Kollektivs verweisen, das bisher auf Instagram zu finden ist. Und hier als Fotos angeheftet ist.

  • Wir möchten nochmal ausdrücklich feststellen, dass wir die Autor:innen dieses indymedia Beitrags, nicht die Autor:innen des Statements sind. Uns jedoch in allen Punkten solidarisch erklären –

Heute, am 24.10.2023, mitten in der Nacht, kam eine Gruppe von Menschen zu unserem Hausprojekt und Vereinsraum. Sie schlugen zwei Fenster in unserem Gemeinschaftsraum ein und warfen Glasgefäße mit unbekannten Substanzen hinein. Laut Polizei und Feuerwehr handelte es sich höchstwahrscheinlich um Schweinefett, was auf einen eindeutig islamfeindlichen und rassistischen Angriff hindeutet. Dies ist nicht das erste Mal, dass der Raum von Casa und Backerei angegriffen wird.

Eine Gruppe, die sich selbst „Antifa“ nennt, übernahm online die Verantwortung für den Angriff – siehe die nächsten Folien.

Wir sind ein aktiver, linker migrantischer Raum, der eine vielfältige Gruppe von Menschen und organisierten Gruppen/Kollektiven beherbergt. Wir sind ein wichtiger Raum für die nicht-weiße, migrantische Gemeinschaft. Wir empfinden dies als einen Angriff auf die hier lebenden BIPOC und Migranten sowie auf die Gemeinschaften, die wir unterstützen.

Es ist gewalttätig und rassistisch, gezielt marginalisierte Menschen anzugreifen, ohne vorher ein Gespräch zu initiieren oder Raum zu schaffen, um zu verstehen, was in unserem Raum wirklich passiert – und das ist in Deutschland nichts Neues, besonders im aktuellen politischen Klima.

Wir fordern diejenigen, die dafür verantwortlich sind, und alle, die in der Vergangenheit versucht haben, uns zu schaden, auf, beim nächsten Mal ihr Gesicht zu zeigen. Wenn Sie Probleme mit unseren Überzeugungen oder den Gruppen, die wir unterstützen, haben, kommen Sie und reden Sie mit uns allen. Wir veranstalten einmal im Monat ein offenes Plenum, bei dem alle Gruppen mitbestimmen können, wer den Raum betreten und nutzen darf – 3. Sonntag im Monat, 12:00 Uhr.

Wir lassen uns von diesen Taktiken nicht einschüchtern. Wir haben keine Angst, unsere Meinung zu sagen. Dies war eine feige Tat und wir weigern uns, uns dem deutschen Mainstream-Narrativ aus Angst vor „antideutschen, Antifa“-Angriffen zu beugen.

Wir laden insbesondere weiße politische Gruppen und Einzelpersonen dazu ein, sich zu zeigen und Solidarität zu zeigen – nicht nur mit uns, sondern mit allen migrantischen, rassifizierten Menschen, die derzeit unterdrückt werden, da es diese Leute sind, die normalerweise an vorderster Front von dieser Art von Gewalt betroffen sind.

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https://de.indymedia.org/node/313134