Leonard Peltier ist der TAZ keine Meldung mehr wert – Aktionsaufruf

Leonard Peltier ist der TAZ keine Meldung mehr wert – Aktionsaufruf

Der Aktivist Leonard Peltier sitzt seit 46 Jahren. Doch wen kümmert’s?

Mit einem Leserinnenbrief machen wir auf die Nichtberichterstattung der TAZ zu Leonard Peltier, Mumia Abu-Jamal sowie weiteren politischen Langzeitgefangenen der USA aufmerksam. Ob der Artikel veröffentlicht wird wissen wir derzeit nicht. Doch diesesmal wollen wir unser Unverständnis über das „TODSCHWEIGEN“ zum Anlass eines Aktionsaufrufes machen, sich massenhaft bei der TAZ diesbezüglich zu beschweren. Leserinnenbriefe sind dabei e i n ein probates Mittel.
Seit über zwanzig Jahren haben wir immer wieder Anzeigen in der TAZ aufgegeben, anfänglich noch auf der WIESE. Wir haben auch Artikelentwürfe zu Peltier oder zur Veröffentlichung des durch unseren Verein herausgegebenen Buches „Ein Leben für die Freiheit – Leonard Peltier und der indianische Widerstand“ sowie Interviewbeiträge angeboten, so 2021 mit Peltiers Anwalt Kevin Sharp. Antworten: NULL. Hier nun also der Text unseres eingereichten Leser*innenbriefes. Unterstreicht mit kurzen Mails an die TAZ, dass ihr gegen diese Nichtberichterstattung protestiert. Bis zum Jahr 2000 fanden sich teils ausführliche Artikel zu Peltier (z. B. 1991 und 2000 von Stefan Schaaf) in der TAZ. Zahlreiche Tageszeitungen Zeitungen wie Süddeutsche Zeitung, junge Welt, Tagesspiegel, Frankfurter Rundschau, Offenbach Post und gar das Stader Tageblatt oder auch Magazine wie Coyote, Rote Hilfe Zeitung, Mut und Liebe, berichteten immer mal wieder über Peltier oder über das 2016 erschienene o.g. Buch zu Peltier. Verhelfen wir Peltier also wieder in die TAZ, diesmal ohne dass dafür unser Verein noch zahlen muss.

Leserinnenbriefe an die TAZ: online https://taz.de/Kontakt/!112355/, als Empfänger könnt ihr anklicken entweder eine der genannten Leserinnenbrief-Redaktionen oder taz.de-redaktion – per Post: taz Verlags u. Vertriebs GmbH, Friedrichstr. 21, 10969 Berlin

Der Aktivist Leonard Peltier sitzt seit 46 Jahren. Doch wen kümmert’s? So oder ähnlich hätte eine Überschrift der TAZ in der vergangenen Woche lauten können, denn mit einer fast gleichlautenden Headline fand sich am 19.2.2014 der letzte Artikel zu dem indigenen Langzeitgefangenen in der TAZ. Und auch die gerade mal 528 Zeichen lange letzte in der TAZ veröffentlichte Nachricht über Peltiers Nichtbegnadigung durch Barack Obama ist mitlerweile 5 Jahre alt.

Am 6.2.2022 war der wenige Tage zuvor an Covid 19 erkrankte 77jährige indigene Aktivist seit 46 Jahren inhaftiert. Doch wen kümmerts? Die TAZ wie sich zeigte, jedenfalls längst nicht mehr. Wenn sich in der TAZ dennoch Anzeigen fanden oder beigelegte Postkarten zu Peltier, so wurden diese durch unseren Verein bezahlt: anlässlich Peltiers 70. und 75. Geburtstag 2014 und 2019, anlässlich der Herausgabe unseres Buches zu seinem Fall 2016, anlässlich seiner 45jährigen Inhaftierung und unserer Postkartenkampagne 2021. An journalistischem Unvermögen dürfte es kaum liegen. Mit Dorothea Hahn und Jan Pfaff verfügt die TAZ über zwei ausgezeichnete Korrespondent*innen. Es dürfe eher an der Prioritätensetzung seitens der Chef- und Auslandsredaktion liegen, wenn Anfang Februar zwar ein Artikel über die rechts-rassistische US-Politikerin M. Taylor Greene erscheint, aber das Schicksal des seit 1976 inhaftierten schwererkrankten Peltiers keine Zeile mehr wert ist.

Ähnliches könnte man im Falle der ebenfalls langzeitinhaftierten politischen Gefangenen Mumia Abu-Jamal (seit 40 Jahren in Haft) oder des seit 58 Jahren inhaftierten Ruchell Cinque Magee anmerken. In seinem im November 2021 veröffentlichten sehr lesenswerten Artikel über die Zunahme tödlicher Schießereien in Philadelphia berichtete Jan Pfaff auch über Philadelpias Staatsanwalt Larry Krasner, allerdings erwähnt wurde mit keinem Wort dessen aktuelle Rolle im Falle Abu-Jamals. Und so verwundert das buchstäbliche „Todschweigen“ Peltiers in der TAZ auch nicht. ILIJA TROJANOW untertitelte in der TAZ 2014 seinen Artikel „Vernichtung statt Strafe“ mit der Zweitüberschrift „Der Aktivist Leonard Peltier sitzt seit 38 Jahren. Doch wen kümmert’s?“ 8 Jahre später können wir nur mit Empörung und Unverständnis feststellen, die TAZ nicht mehr. Sie trägt längst dazu bei, politische Gefangene medial lebendig zu begraben. Menschenrechtsaktivist*innen sollten hiergegen massenhaft protestieren und mit Leserbriefen und Schreiben an die Chefredaktion aufmerksam machen, die Menschen auch hierzulande an die Schicksale Peltiers und anderer politisch progressiver Gefangener zu erinnern.
Dr. Michael Koch, SeligenstadtMitgründer von Tokata-LPSG RheinMain e. V. -Verein zur Unterstützung indigener Sozial-, Kultur-, Umwelt- und Menschenrechtsprojekte & Leonard Peltier Support Group und Autor (gemeinsam mit Michael Schiffmann) des Buches „Ein Leben für die Freiheit-Leonard Peltier und der indianische Widerstand“ (2016/2017)

Tokata-LPSG RheinMain e. V.
Verein zur Unterstützung indigener Sozial-, Kultur-, Umwelt- und Menschenrechtsprojekte & Leonard Peltier Support Group
Association for the support of indigenous social, cultural, environmental and human rights projects & Leonard Peltier Support Group/Germany
c/o Dr. Michael Koch
Aschaffenburger Str. 135, D-63500 Seligenstadt, Germany
auch Unterstützerinnen brauchen Unterstützung, auch Helferinnen brauchen Hilfe – ohne Ihre Spenden könnten wir unsere ehrenamtliche Arbeit nicht auf dem hohen Niveau aufrechterhalten
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Wir sind als gemeinnützig anerkannter Verein anerkannt Spendenbescheinigungen für die Vorlage beim Finanzamt auszustellen
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