NEUJAHRSBOTSCHAFT Dilay Banu Büyükavci

NEUJAHRSBOTSCHAFT Dilay Banu Büyükavci

Dr. Dilay Banu Büyükacvi promovierte am 1. August 1995 an der Trakya Universität die Fachrichtung Medizin. Zwischen 1996 und 2006 arbeitete sie als Ärztin in verschiedenen Krankenhäusern in der Türkei. Für eine Weiterbildung als Psychologin, kam sia am 3. Januar 2006 nach Deutschland.

Sie begann an der Klinik in Simbach a. Inn mit dem Spezialgebiet Psychologie. Bis zu ihrer Verhaftung wohnte und arbeitete sie in Nürnberg an der Nord Klinikum Nürnberg als Psychologin.

Sie hatte sich auf dem Gebiet „Gesundheitliche und soziale Probleme der Migranten aus der Türkei“ spezialisiert. Diesbezüglich nahm sie an zahlreichen Symposien teil und hielt Beiträge. Unter den ATIK Dachverband YENI KADIN (NEUE FRAU) arbeitete Sie aktiv mit. [aus der Broschüre]

Dilay Banu Büyükavci
JVA München Frauenanstalt
Schwarzenbergstr. 14
81549 München

NEUJAHRSBOTSCHAFT

Liebe GenossInnen, Liebe FreundInnen,

Wir haben ein weiteres Jahr hinter uns gelassen. Die Dinge stellen sich nicht anders da, als in den vergangenen Jahren. Krieg, Blut, Tod, Mord, Hunger, Armut, Unterdrückung, Gewalt und Migration. Ein Erdenkreis, auf den man nicht mehr leben kann; das ist das Leben, das die imperialistischen Räuber den Völkern der Welt anbieten. Aufgrund seines Charakters, begibt sich der Imperialismus in unterentwickelten, abhängigen Ländern in Beziehungen zu den rückschrittlichsten, am meisten feudalistischen, faschistischen, patriarchalischen Kräften, facht genau wie im mittleren Osten, nationale konfessionelle Gefechte an, stachelt mit einer “Teile und Herrsche” – Politik an, um danach – ohne jede Scham – seine Türen für diejenige, die vor Kriegen fliehen müssen, zu verschließen und Zäune und Wände hochziehen.

Diejenigen, die wenn es Ihnen gerade passt – die Menschenrechte verteidigen, wenn es Ihnen jedoch nicht passt, so wie in der Türkei, im Angesicht des brutalen Krieges, der gegen das kurdische Volk begonnen wurde, aller weiteren Angriffe im Lande und bei Verstößen gegen die Menschenrechte, genau gesagt gegenüber den Methoden des Faschismus keinerlei Reaktion zeigen, unterstützen damit die faschistischen Regierungen.

Auch für die Völker der imperialistischen Länder, ist die Situation nicht gerade rosig. Die zuletzt stattgefundene Krise und ihre Resultate, die Beschneidung von demokratischen, ökonomischen und sozialen Rechten, die zunehmende Arbeitslosigkeit, Armut, das Drama der Flüchtlinge, die Angriffe gegen Migranten und Migranten-Organisationen unter dem Vorwand der “Bekämpfung des Terrorismus”, die Verhaftungen, den wiedererstarkten Rassismus. Die Last von alledem bürdet man den unterdrückten Klassen auf.

Die Menschlichkeit befindet sich unter der Bombardierung der imperialistischen Ideologie. Mit unmittelbaren Angriffen wird Angst, Unsicherheit, Hoffnungslosigkeit und ein Mangel an Identifikation und Identität geschürt. Mit der Presse und anderen ideologischen Instrumenten, mit Manipulation, durch das Verzerren der Geschichte wird versucht den Massen ein auf sich bezogenes Leben und eine Logik des “Rette sich wer kann” aufzuzwingen. Es wird versucht, die Menschheit zu einer Masse zu machen, die ihrer Identität und Ehre beraubt ist und gehorsam ist.

In diesen dunklen, schmerzvollen Tagen müssen wir erst recht unsere Fähigkeiten “Nein” zu sagen, unsere Kraft aufzubegehren und unser Empfinden für die Zukunft lebendig halten. Ganz gleich wie sehr Tyrannen uns auch attackieren, müssen wir unsere Hoffnung für die Gegenwart und für unsere freiheitliche Zukunft aufrechterhalten und steigern. Wir müssen unsere Blicke und unsere Herzen auf diejenigen richten, die Widerstand leisten, auf das Andenken und die Sehnsüchte derer richten, die zum Wohle all dessen ihr Leben lassen mussten, auf den Zorn der Unterdrückten richten, auf die revolutionäre Kraft, die aus der Produktivität der Arbeiterklasse hervorgeht, auf die Entschlossenheit der Frauen aus dem Tod erneut das Leben zu erschaffen, richten. Mit dieser Entschlossenheit und diesen Empfindungen müssen wir die schönen Tage des neuen Jahres willkommen heißen. Wir müssen die kommenden neuen Tage mit Hoffnung, Begeisterung, Liebe, Kampf und Solidarität ausfüllen.

Ich wünsche Euch allen ein Jahr voller Liebe zum Leben, Hoffnung, Liebe und Widerstand.

Mit meinen tief empfundenen revolutionären Empfindungen.
Dilay Banu Büyükavci

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