Palästina-Demo: Wir fordern die deutsche Presse auf, journalistischen Prinzipien nachzukommen und unsere Gegenperspektive ebenfalls zu veröffentlichen!

Palästina-Demo: Wir fordern die deutsche Presse auf, journalistischen Prinzipien nachzukommen und unsere Gegenperspektive ebenfalls zu veröffentlichen!

An die 2.000 Menschen nahmen gestern (23.4) an der von uns organisierten Demonstration für Palästina in Berlin teil! In Zeiten brutaler Repression der israelischen Besatzungstruppen im annektierten Jerusalem und anderswo ist unsere Stimme auf den Straßen umso wichtiger.

Unser Grundkonsens ist ein internationalistischer, intersektionaler und damit konsequent antirassistischer. Das haben wir in unseren Reden und Parolen deutlich gemacht. Natürlich war uns im Vorfeld klar, dass diese der rechten, rassistischen Medienlandschaft ein Dorn im Auge sind. Deswegen lagen Springer und Co. ausschließlich auf der Lauer nach Einzelpersonen unter Hunderten, die sie ablichten konnten, um die gesamte Demo in den Schmutz zu ziehen. Ihr gefundenes Fressen war eine Hand voll unorganisierter Jugendlicher, von denen einer einen Springer-Journalisten antijüdisch beleidigte.

Selbstverständlich lehnen wir als Palästina Spricht auf Grundlage unseres antirassistischen Grundkonsens solche rassistischen Sprüche entschieden ab und unterbinden sie, wo wir sie mitbekommen. Konsequenterweise lehnen wir ebenso die rassistische Berichterstattung ab, die mit diesem Vorfall den gesamten Demonstrationszug und palästinensische Menschen per se in Kollektivhaft nehmen will.

Wir waren letztes Jahr Augenzeugen, als wir Palästinenser*innen im Mai 2021 zur Zielscheibe einer bösartigen und rassistischen Hetz- und Verleumdungskampagne wurden. Während Israel Bomben auf die Köpfe unserer Familien in Gaza fallen ließ, haben Vertreter ALLER deutschen Parteien im Bundestag, von den LINKEN bis zur AfD, gemeinsam eine Solidaritätsbekundung mit Israel, einem Apartheidstaat, am Brandenburger Tor gehalten und Waffenlieferungen nach Israel genehmigt. Dieses feige, menschenverachtende Verhalten des Bundestages wurde mit großem Jubel seitens der deutschen Presse begrüßt.

Wir wurden in den Medien entmenschlicht, gedemütigt, verleumdet und mussten zusehen, wie Deutschland seine Geschichte mit unserem Blut reinwaschen wollte. Pressefreiheit bedeutet für diese rassistischen sogenannten „Journalisten“ nur ihre Freiheit, uns Palästinenserinnen zu unterdrücken und zu verleumden. Dieses widerwärtige Verhalten, das einen Verrat an journalistischer Integrität darstellt, ist die propagandistische Ablenkung vom israelischen Apartheidsystem und dessen Verbrechen gegen uns Palästinenserinnen.

Unsere Erfahrungen mit der Propaganda der deutschen Medienlandschaft sind weitreichend. Dementsprechend wissen wir sehr genau, wie sie unseren Protest darzustellen versuchen. Sie sind im ideologischen Kampf gegen palästinensische Menschenrechte das, was die Knüppel und Gewehre der israelischen Besatzungstruppen im physischen Kampf gegen palästinensische Menschenrechte sind.

Wir danken allen jüdischen Teilnehmenden und Genoss*innen, die sichtbar auf unserer Demo vertreten waren. Wir versichern ihnen, dass wir auch zum Tag der Nakba in wenigen Wochen für die Menschenrechte der palästinensischen Bevölkerung bundesweit auf die Straße mobilisieren werden und sie weiterhin willkommen auf unseren Veranstaltungen sind. Für ein freies Palästina vom Jordanfluss bis zum Mittelmeer, in dem palästinensische, jüdische und alle anderen Menschen gleichberechtigt leben können!

https://www.palaestinaspricht.de/news/demo-23apr2022

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