Repression gegen italienische Gefangenenhilfe

Repression gegen italienische Gefangenenhilfe

Erklärung der italienischen Anti-Repressionskasse Westalpen zu den Razzien der Terrorpolizei in Cuneo und Mentoulles von Mitte März
Wir erhielten und verbreiten ein Kommuniqué, das sich auf die Polizeirazzien im März in Mentoulles und Cuneo und die Ermittlungen gegen eine Reihe von Genoss_innen nach dem Terrorismusparagraphen 270bis bezieht.

 

Das Konstrukt der Ermittlungen der Staatsanwälte Padalino und Rinaudo basiert wie viele andere der letzten Jahre auf der Hypothese einer Doppelstrategie politischer Aktivität, einmal legal und öffentlich und einmal versteckt und ungesetzlich und bezieht sich völlig wage auf irgendwelche illegalen Aktionen.

Das neue an diesen Ermittlungen ist das Fokusieren auf die Gefangenenhilfe (in diesem Fall die Antireppressionskasse der Westalpen) um die Praxis der Solidarität an sich zu kriminalisieren.
Gegen diejenigen los zu schlagen, die ihrer Freiheit beraubte revolutionäre Gefährt_innen unterstützen, um die Solidarität und den Kontakt nach draußen zu unterbinden, hat einen wohl bekannten beunruhigenden Geschmack.

Gefangenenhilfe und den Kampf gegen Repression zu illegalisieren ist eine Strategie der Richter und Ermittler und sie wurde bereits vor Jahren in Italien probiert, ebenso wie aktuell und in der Vergangenheit auf der iberischen Halbinsel. Die Absicht, die dahinter steckt, ist eine Säuberungsaktion und das Auslöschen jedweder Form von Dissens und Solidarität, abgesehen von humanistischer Frömmelei und der sozialen Hilfe, die sich den Kriterien des Staates unterwirft, damit dieser freie Hand hat soziale Konflikte zu ersticken.
Beim Angriff auf Solidaritätsfonds versuchen sie die Gefangenen weiter zu isolieren, bedrohen ihre Familien, Freunde und Genossinnen und versuchen ihren Widerstand zu brechen. Der Westalpenfond ist eine von vielen geteilte Erfahrung, von Leuten, die sich für die Gefängnisfrage interessieren und die das Gesetz nicht als einen Wert an sich ansehen und er wurde geboren aus dem Bedürfnis sich kontinuierlich den Schlägen der Repression zu widersetzen, die Kritik am Gefängnissystem zu formulieren und Unterstützung zu garantieren für alle die, die im Knast landen oder die sich mit anderen restriktiven Maßnahmen rumschlagen müssen.
Auch wenn wir uns bewusst sind wie wichtig es ist direkte Kommunikation nach Drinnen zu ermöglichen um Isolation, Missbrauch und Drangsalieren vorzubeugen und daß die Aktivität dieses Widerstands aber längst nicht genug ist, glauben wir das diese Aktivität untrennbar von anderer Praxis und Methodik ist, die dieselben Ziele teilt und gegen denselben Feind steht. Wir lehnen die Linie der Ermittlungen ab, die versucht einige von uns zu identifizieren, die gesamtverantwortlich für diese Aktivitäten sein sollen und bestätigen unsere feste Absicht, die Praxis der Solidarität fortzusetzen, die einer der wichtigsten Aspekte des Kampfes ist und die wir nicht aufgeben werden.

Keine Untersuchung wird dazu führen, daß wird die Unterstützung revolutionärer Gefangener aufgeben oder ablehnen werden, die versuchen sich gegen den Status Quo zu stellen und zu rebellieren, die täglich mehr werden und die versuchen zwischen den ständig enger werdenden Zahnrädern des Systems zu überleben.
In einer Welt, in der Solidarität zu einem Verbrechen wird, können wir uns nur noch zu Komplizen erklären.

Cassa AntiRepressione delle Alpi occidentali

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