Solidarität mit der Anwältin  Barkin Timtik und allen Verhafteten vom 15. 12. 16

Solidarität mit der Anwältin Barkin Timtik und allen Verhafteten vom 15. 12. 16

Die türkische Regierung forciert seit dem Putsch-Versuch im Sommer den Ausnahmezustand (OHAL), um den Krieg gegen die Bevölkerung, die kurdische und die revolutionäre türkische Bewegung, auf allen Ebenen besser führen zu können.

Progressive Anwälte und Anwältinnen haben dabei überall in der Welt die Funktion, diesen Angriff mit allen ihren Möglichkeiten zu stoppen und zurückzuschlagen.
Rechtsanwältin Barkin Timtik ist deswegen inhaftiert worden.

Wie kämpferisch die Arbeit von demokratischen und linken VerteidigerInnen in der Türkei ist, konnten wir selbst auf dem Internationalen Symposium „Isolation und Widerstand“ der Anwaltskammer Istanbul am 23./24. Januar in diesem Jahr erleben.

Wir selbst berichteten dort vom Kampf gegen die Isolationsfolter in Deutschland in den siebziger und achtziger Jahre. 1977 gab es in der BRD zahlreiche Verhaftungen von GenossInnen, die gegen diese drakonischen Haftbedingungen kämpften. Unter den Festgenommen waren auch 3 Anwälte.
Diese Verteidiger agierten mit juristischen und politischen Mitteln gegen die Vernichtungshaft, wie es viele ihrer KollegInnen auch heute in der Türkei praktizieren .
Nach all diesen Verhaftungen in der BRD war der Schutz der revolutionären Inhaftierten nicht mehr ausreichend gewährleistet und so starben 1977 in den Knästen 4 Gefangene der „Roten Armee Fraktion“ (RAF) :
am 18. 10. Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl-Raspe in Stuttgart-Stammheim und am 12. 11. Ingrid Schubert in München.
Die offizielle Version der Klassenjustiz lautete „Selbstmord“, wer das in der BRD in Frage stellt, wurde und wird kriminalisiert.

Wir haben Parallelen von der Festnahme von Barkin Timtik und den Verhaftungen der damaligen Anwälten von den Gefangenen aus der RAF, Armin Newerla, Arndt Müller und Klaus Croissant gezogen, die mehrere Jahre weggesperrt waren.
Nach dem Tod dieser 4 Gefangenen aus der RAF gab es in ca. 10 Ländern massive Proteste.
Heute ist es wichtig, weiterhin gegen die konterrevolutionäre Entwicklung in der Türkei auch international Widerstand zu organisieren.

International, da ohne die Unterstützung der Staaten des NATO-Pakts, der Ausnahmezustand in der Türkei nicht möglich wäre und für uns die Kämpfe dort wichtig sind.

Freiheit für Barkin Tekin und alle Verhafteten vom 15. Dezember!
Hoch die internationale Solidarität!

Netzwerk Freiheit für alle politischen Gefangenen, Hamburg

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