alfon

SOLIDARITÄTSKUNDGEBUNG für Alfon

Berlin: Dienstag 16 September 12 Uhr vor dem Instituto Cervantes | Rosenstraße 18 | S-Bhf Hackesches Markt

Am 14. November 2012 wurde zum ersten Mal in der Geschichte der EU in mehreren Ländern gleichzeitig zum Streik aufgerufen. In Italien, Malta, Portugal, Spanien und Zypern fand ein eintägiger Generalstreik statt. In anderen Ländern wie Frankreich und Griechenland hat es Solidaritätsaktionen und Demonstrationen gegeben, auch in Belgien schlossen sich einige Bereiche dem Streik an.

An diesem Tag wurde Alfon durch die Polizei in Madrid festgenommen, als er auf dem Weg zu einem Streikposten war. In seinem Besitz soll sich ein Rucksack mit Sprengstoff befunden haben, so wird es von der Polizei behauptet. Desweiteren soll er Mitglied einer organisierten Vereinigung sein. Dabei soll es sich um die Bukaneros (eine antifaschistische Ultragruppierung des Fussballvereins Rayo Vallecano) handeln. Nach 56 Tagen in U-Haft (in der FIES 5), wurde Alfon vorerst frei gelassen. Sein Prozess findet am 18. September 2014 in Madrid statt. Wie aus Justizkreisen verlautet kann er fünfeinhalb bis acht Jahren Haft bekommen.

Spanien befindet sich in einer wirtschaftlichen Rezession, die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 53,5%, die Regierung fordert von der Bevölkerung die Unterwerfung unter das Spardiktat der EZB, 80% der Jugendlichen unter 30 Jahren leben noch im Elternhaus, gleichzeitig gibt es täglich 106 Zwangsgräumungen landesweit. Die Ausgaben für Materialen der Einsatzpolizei wurden um 1.780% erhöht, dass die Wenigen, die sehr viel besitzen auch in Krisenzeiten nicht zuviel verlieren. Die, die viel zu verlieren haben, beteiligten sich in hoher Anzahl am Generalstreik.

Alfon, ein 22-jähriger Genosse, der sich ebenfalls am Streik beteiligte, soll nun kriminalisiert werden, stellvertretend für alle die Widerstand gegen die herrschenden Zustände leisten. Auch andere wurden in der letzen Zeit für ihre Teilnahme an Streiks verhaftet und zu Gefängnisstrafen verurteilt.