Statement by KOMintern (Communist Trade Union Initiative International) in Austria regarding the police attack to a solidarity event for political prisoners in Germany to prevent Grup Yorum’s concert

Statement by KOMintern (Communist Trade Union Initiative International) in Austria regarding the police attack to a solidarity event for political prisoners in Germany to prevent Grup Yorum’s concert

They showed up at the rally with dozens of cars and announced that they would ban the concert without any legal basis as soon as the band members started playing.
However, Grup Yorum did not bow to these intimidation attempts – the event started as planned. With the beginning of the performance, the police began their attacks on rally participants: several people were injured, drums were confiscated and the electricity for the microphone was cut off.
Since its founding in 1985, the left-wing Turkish political band Grup Yorum, which is extremely popular both in Turkey and in Western Europe (and which we have already had as guests at KOMintern), has been criminalized and persecuted by the Turkish state and the rulers in Ankara, and its members have been abducted, imprisoned, mistreated and tortured.
In the hunger strike against this arbitrariness and state terrorism recently also some of their most well-known members and musicians have died.
Once again, the German state proves to be a compliant accomplice of the AKP/MHP regime. We declare our solidarity with Grup Yorum and condemn their criminalization in the service of Ankara.

FACEBOOK LİNK:
https://fbshort.com/mz

ORIGINAL ERKLÄRUNG **

Die deutsche Polizei griff am Freitag, den 18. Juni in Magdeburg die „Solidaritätskundgebung mit politischen Gefangenen“ an.

Als Grund für die Schikane der Exekutive wurde die Teilnahme der linken Musikband Grup Yorum genannt. Mit dutzenden Autos tauchten sie auf der Kundgebung und kündigten an, das Konzert ohne rechtliche Grundlage verbieten zu wollen, sobald die Bandmitglieder zu spielen beginnen würden. Grup Yorum beugte sich diesen Einschüchterungsversuchen allerdings nicht – die Veranstaltung startete wie geplant. Mit Beginn des Auftritts, begann die Polizei ihre Angriffe auf KundgebungsteilnerhmerInnen: etliche Personen wurden dabei verletzt, Trommeln beschlagnahmt und der Strom für das Mikrofon abgeschaltet.

Seit ihrer Gründung 1985 wird die sowohl in der Türkei wie auch in Westeuropa äußerst populäre linke, türkische Polit-Band Grup Yorum (die wir auch als KOMintern schon zu Gast hatten) vom türkischen Staat und den Machthabern in Ankara kriminalisiert, verfolgt und ihre Mitglieder verschleppt, inhaftiert, misshandelt und gefoltert. Im Hungerstreik gegen diese Willkür und staatlichen Terror verstarben zuletzt auch einige ihrer bekanntesten ProponentInnen und MusikerInnen.

Erneut erweist sich der deutsche Staat als willfähriger Erfüllungsgehilfe des AKP/MHP-Regimes. Wir erklären uns mit Grup Yorum solidarisch und verurteilen ihre Kriminalisierung im Handlangerdienst für Ankara.

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Übersetzte Stellungnahme von Grup YORUM:
„DER DEUTSCHE IMPERIALISMUS KANN UNSERE KUNST NICHT VERHINDERN!“

Die deutsche Polizei griff heute, am Freitag den 18. Juni die „Solidaritätskundgebung mit politischen Gefangenen“ in Magdeburg mit der Begründung, dass wir , Grup Yorum daran teilnehmen, an.
Die Magdeburger Polizei, die zu der Veranstaltung, die um 15.00 Uhr begann, mit Dutzenden von Polizeiautos und Einheiten aufkreuzte, erklärte das Konzert ohne irgendein Dokument oder einen Gerichtsbeschluss für verboten, und sagte, dass sie eingreifen würde, wenn Grup Yorum ihre Instrumente nehmen und das Konzert beginnen würde.
Wir gaben auf dem Platz bekannt, dass wir diese willkürliche Entscheidung nicht anerkennen und unsere Lieder heute hier spielen würden, egal was passiert. Und so begannen wir mit dem Programm gemeinsam mit unseren FreundInnen, die die Veranstaltung organisiert hatten.

Nachdem die Erklärungen von Mitgliedern des Magdeburger Netzwerks für politische Gefangene und von der Revolutionären Jugend in Europa (Avrupa Dev-Genç) verlesen worden waren, machten wir uns bereit, die Bühne zu betreten, und inzwischen bereiteten sich auch die Polizeieinheiten auf den Einsatz vor.

Wir machten unser letztes Statement und kündigten an, dass wir mit dem Konzert begonnen hätten. Dann luden wir alle zum Volkstanz ein.
Menschen aus Magdeburg, die Revolutionäre Jugend und das Solidaritätsnetzwerk für politische Gefangene, die zum Konzert gekommen waren, bildeten einen Kreis um uns und klammerten sich aneinander. Ein paar Minuten später, als die deutsche Polizei angriff, klammerten sich alle aneinander und wir sangen gleichzeitig unsere Lieder weiter.
Die Polizei versuchte, uns und unsere FreundInnen mit Gewaltanwendung festzunehmen, musste aber angesichts unseres Widerstands zurückweichen. Die Polizei, die die Menschenkette, die wir bildeten nicht auflösen konnte, zog sich nach einer Weile zurück.
Während des Angriffs wurden mehrere unserer FreundInnen verletzt, unsere Trommeln wurden als „Straftatbestand“ beschlagnahmt, während wir sangen wurde der Strom abgestellt, damit wir die Mikrofone nicht benutzen konnten, einem Freund wurde das Mikrofon aus der Hand gerissen während er redete, etwa 100 Polizisten griffen uns und unser Publikum an und versuchten, uns festzunehmen.
Die gesamte Gegend, die Straße die am Platz vorbeiführte, die Seitenstraßen und die Straße auf der wir uns befanden, waren mit Polizeiautos und ihren Einheiten belagert, und die Einheiten verließen das Gebiet erst abends um 21.00 Uhr.
Heute konnten wir wieder einmal die Angriffe des deutschen Imperialismus zurückschlagen und die Lügen der Demokratie entlarven.
Wir haben mit unserem Widerstand alle willkürlichen Angriffe auf uns abgewehrt, und gemeinsam mit unseren ZuhörerInnen und GenossInnen haben wir gezeigt, dass sie uns nicht mundtot machen können, wo immer wir sind, dass wir das niemals zulassen werden, dass wir auf ihre Angriffe nur mit Widerstand antworten.

Die Repression kann uns nicht einschüchtern!
Grup Yorum ist das Volk und kann nicht zum Schweigen gebracht werden!
Die Lieder können nicht zum Schweigen gebracht werden, die Volkstänze gehen weiter!
GRUP YORUM“

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