UK: Palestine Action Aktivist tritt in Todesfasten

Der Palestine Action Aktivist Umer Khalid hat in britischer Haft ein Todesfasten begonnen, nachdem Mitgefangene ihren Hungerstreik beendet haben. Khalid fordert die Freilassung politischer Gefangener und eine Untersuchung der britischen Beteiligung an israelischen Kriegsverbrechen. Solidaritätsaktionen verschärfen den Druck von außen.
Nachdem der 22-jährige Umer Khalid als letzter der sieben Hungerstreikenden von Palestine Action jede Nahrungszufuhr ablehnte, soll er nun zum „Todesfasten“ übergegangen sein. Während die restlichen Aktivist:innen nach dem geplatzten Milliarden-Deal zwischen Elbit-Systems und der britischen Armee ihren Sieg bekanntgaben und den Streik einstellten, hatte Khalid vor wenigen Tagen angekündigt, ab Samstag auch keine Flüssigkeiten mehr zu sich zu nehmen.

Er und die sechs Aktivist:innen wurden im Rahmen von Ermittlungen rund um Aktionen gegen den israelisch-britischen Waffenhersteller „Elbit-Systems“ in Filton sowie einen Einbruch in eine Royal-Air-Force-Basis im vergangenen Jahr verhaftet. Mehr als 70 Tage führten die anderen Aktivist:innen den längsten Hungerstreik in der Geschichte Großbritanniens.

Khalids Zustand ist kritisch
Khalids Forderungen gegenüber der britischen Regierung betont er immer wieder in Interviews mit der Presse. Neben der Freilassung aller Gefangenen der Palestine Action fordert er ein Ende der Zensur im Gefängnis, eine Untersuchung der britischen Beteiligung an israelischen Kriegsverbrechen und die Veröffentlichung von Aufnahmen aus einem britischen Spionageflugzeug, welche die Ermordung von mehreren britischen humanitären Hilfskräften aufgezeichnet haben.

„Das Einzige, was irgendeine Auswirkung zu haben scheint, ob positiv oder negativ, sind drastische Maßnahmen“, sagte Khalid im Interview mit Al-Jazeera. „Der Streik spiegelt die Schwere dieser Haftbedingungen wider. In diesem Gefängnis zu sein, ist kein Leben.“

Laut Familienmitgliedern, die direkten Kontakt zu ihm haben, sowie einem beratenden Team aus Ärzt:innen ist seine Lage kritisch. Erschwerend kommt dazu , dass Khalid an Gliedermuskeldystrophie leidet. Er musste aufgrund seiner schwierigen gesundheitlichen Lage bereits einmal seinen Hungerstreik abbrechen; vor 16 Tagen setzte er den Streik allerdings wieder fort.

Prof. Dr. Rapya Marya, ehemals von der UCSF School of Medicine, sagte gegenüber dem Guardian, dass Khalid in seiner Lage binnen weniger Tage der Tod ereilen könnte. Die britische Regierung gab bisher keine Erklärung ab.

Demonstrant:innen auf Gefängnisgelände festgenommen
Laut mehreren Berichten gelang es einer Gruppe aus fast neunzig solidarischen Demonstrant:innen am Samstag bis auf das Gefängnisgelände einer Haftanstalt in Wormwood Scrubs bei London vorzudringen. 86 von ihnen wurden dabei festgenommen.

Die Aktivist:innen betonten ihre Solidarität mit Umer Khalid und seinem lebensgefährlichen Einsatz und forderten die britische Regierung auf, in Gespräche zu gehen. Auch Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International machen Druck auf die britische Regierung.

Die Aktivitäten der Palestine Action haben der britischen Regierung, doch vor allem Elbit Systems, nach Berichten Milliarden an verlorenen Einnahmen gekostet. Mehrere Standorte mussten ihre Tore schließen und die Produktion einstellen. Mehrere lukrative internationale Deals sind geplatzt. Die Aktivist:innen sollen nun dafür stellvertretend gerade stehen.

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