Heute Morgen um 6 Uhr begannen Cops das Erdgeschoss des Hausprojekts Scherer 8 in Berlin-Wedding zu zerstören. Offenbar scheiterten sie bereits an den Türen von Infoladen und Bar, sodass sie auf dem Weg in das Haus ein Schaufenster einschlugen und den Infoladen mit Glasscherben übersäten.
Im Infoladen wurde vieles zerstört; von Pflanzen, Schränken bis zu den Toiletten. Im ganzen Raum lagen sämtliche Infomaterialen auf dem Boden.
Die Cops beschlagnahmten die personenbezogenen Akten der politisch Verfolgten von Rote Hilfe sowie den Computer von BASTA, die Sozialberatung für Menschen aus der Nachbarschaft machen. Die Beratungen werden aufgrund der Zerstörung und Beschlagnahmung erheblich erschwert. Außerdem fehlen einige Bücher für die neue Bibliothek des Infoladens.
Das Haus wurde gänzlich durchgesucht und einige Rechner und Mobilgeräte wurden beschlagnahmt. Die meisten Türen im Erdgeschoss sind nicht mehr nutzbar.
Die Hausdurchsuchung wurde im Zusammenhang mit Personen angeordnet, die nie in dem Haus gelebt haben. Die Tatsache, dass die Polizei gleichzeitig viele andere Orte durchsuchte, ohne einen Haftbefehl zu vollstrecken, zeigt, wie wenig es ihnen tatsächlich um die Suche nach Beweisen geht und wie sehr es vielmehr darum geht, Aktivistinnen und Nachbarinnen einzuschüchtern und ihnen finanziellen Schaden zuzufügen, indem Laptops, Computer und Telefone beschlagnahmt und Lebensräume zerstört werden.
Die Willkürlichkeit der Hausdurchsuchung zeigt sich beispielhaft anhand der Beschlagnahmung einer Zeitung mit dem Titel „Tanz auf dem Vulkan“, geschrieben von Künstler*innen aus dem Wedding über den lokalen Martha-Ndumbe-Platz, wobei „Vulkan“ lediglich eine Skulptur in der Mitte des Platzes symbolisiert. Unnötig zu sagen, dass ein offenbar obsessiver Ermittlergeist, der es auf linke Projekte abgesehen hat, dies mit „Vulkan“-Gruppen und den Brandanschlägen im Süden Berlins seit letztem Jahr in Verbindung bringen will.
Der Staat behauptet, weiterhin nach Hinweisen zu suchen, um anarchistische Communities und Individuen mit Infrastruktursabotage zu verknüpfen, nutzt dies aber tatsächlich als Vorwand, um wahllos alle auf dem Weg zu repressieren. Wie der Polizeisprecher sagte, „hoffen sie“, etwas zu finden, haben aber keine konkrete Vorstellung davon, wonach sie suchen. Es geht ihnen lediglich darum, Informationen zu sammeln und vermeintliche Verbindungen herbeizukonstruieren und durch ihre Repressionsalgorithmen zukünftige Ermittlungen zu legitimieren.
Vielen Dank an alle, die heute Morgen bei der spontanen Versammlung unterstützt haben! Wir stehen nun vor dem Durcheinander und freuen uns über Spenden, um die Reparaturkosten zu decken. Die Türen müssen ersetzt werden, und ein neues Schaufenster ist bereits bestellt worden. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf eine 4-stellige Summe. Kommt am Samstag um 13 Uhr zu unserer nächsten Veranstaltung vorbei, um alternative Lebensformen zum Kapitalismus in der Stadt zu unterstützen!
Wir bleiben solidarisch mit unseren Gefährt*innen in der anarchistischen Bibliothek Kalabalık in Kreuzberg, dem L5 Späti in Neukölln und allen, die von den Razzien betroffen sind. Gemeinsam sind wir stark!







