Hamburg: „Kennen Sie Kelly Freygang?“

Der Hamburger Verfassungsschutz hat eine kurdische Aktivistin auf ihre Beteiligung an Demonstrationen und die bei einem türkischen Drohnenangriff in Kurdistan gefallene Internationalistin Kelly Freygang angesprochen.

Kurdische Aktivistin von Verfassungsschutz angesprochen
Eine kurdische Aktivistin ist in Hamburg vom Verfassungsschutz angesprochen worden. Wie die Siebenundzwanzigjährige gegenüber ANF mitteilte, bekam sie am Dienstagnachmittag einen Anruf von der Mobilfunknummer +49 151 67794857. Die Person am Telefon stellte sich als Herr Raabe von der Behörde für Inneres vor. Als sie fragte, was er möchte, sagte er: „Sie gehen ja in Richtung PKK-Sympatisierung, da wollten wir mal gerne mit ihnen sprechen.“ Auf ihre Nachfrage, wie er darauf komme, antwortete er: „Sie haben ja ein paar Demos gemacht zum Beispiel. Und da hören wir ja, was Sie so erzählen.“ Als sie entgegnete, dass die Demos nichts mit der PKK zu tun gehabt hätten, sagte er: „Na ja egal, wir würden insgesamt über die kurdische Befreiungsbewegung mit Ihnen sprechen.“

Danach fragte er, ob sie Kelly Freygang kenne. Er wolle nicht, dass ihr dasselbe passiere, und würde deshalb gerne mit ihr sprechen. Bevor die Aktivistin das Gespräch beendete, sagte „Herr Raabe“, sie könne ihn unter der Hamburger Behördennummer 428397777 erreichen.

Am Donnerstagnachmittag wurde die Aktivistin vor einem Café in Hamburg-Altona von einem Mann angesprochen. „Er war groß, jung und blond und trug einen schwarzen Stoffmantel und weiße Kopfhörer“, so die Aktivistin. „Er fragte mich, ob ich Frau M. sei, und ich fragte warum. Daraufhin sagte er: ,Wir hatten uns ja schon bei Ihnen gemeldet und würden gerne um ein Gespräch mit Ihnen bitten.‘ Ich sagte, nein, ich möchte nicht mit Ihnen sprechen und nicht mehr belästigt werden, und ging weg.“

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