Vorwurf: Aktionen gegen rechte Parteibüros: Julian aus München seit Oktober in Haft

Seit dem 7. Oktober 2025 sitzt Julian (20) in Untersuchungshaft in München. Ihm wird vorgeworfen, zwischen dem 29. September und 5. Oktober zweimal ein Büro der AfD und einmal die CSU-Landesgeschäftsstelle angegriffen zu haben – jeweils mit Brandbeschleuniger und Feuer.

Verletzt wurde bei all den Vorfällen niemand. Bekenner*innenschreiben gab es keine. Julian wurde in München bei seiner Ausbildungsstelle festgenommen und – obwohl er einen festen Wohnsitz hat, einen Ausbildungsplatz und das Verfahren vor dem Jugendgericht stattfinden
wird – in Untersuchungshaft genommen.

Im Haftbefehl werden ihm drei versuchte Brandstiftungen vorgeworfen.
Bei seiner Festnahme wartete der Staatsschutz gar nicht erst auf einen richterlichen Beschluss. Unter dem Vorwand, man könnte nicht ausschließen, dass er sich selbst bei der Tat verletzt hätte, durchsuchte die Po und mitteilte, dass es ihrem Sohn gut gehe und er auf der Arbeit sei, wurde er dort abgeholt und dann weiter durchsucht. Immer noch ohne richterlichen Beschluss, jetzt aber, weil nun eben Gefahr im Verzug vorliege, weil er ja über die Ermittlungen informiert sei. Zumal auch kein Notarzt verständigt wurde, ist wohl davon
auszugehen, dass der „Rettungseinsatz“ nur der Umgehung ders Ermittlungsrichterin diente.

Nicht nur, dass Julians Ausbildung durch die Untersuchungshaft gefährdet wird, auch in der Haft versucht die Staatsanwaltschaft, ihm das Leben so schwer wie möglich zu machen. Sämtliche Kontakte nach draußen und von draußen werden überwacht. Die Staatsanwaltschaft lehnte mehrere Besuchserlaubnisse ab mit der einzigen Begründung, die
Personen seien als Mitglieder der „linken Szene“ bekannt. Julian soll von allen seinen politischen Kontakten isoliert werden. In Verbindung damit, dass Briefe regelmäßig mehrere Wochen dauern, ist das nicht einfach für ihn.

Im Moment dauern die Ermittlungen weiter an. Die Staatsanwaltschaft plant nach eigener Aussage in der letzten Haftprüfung, zeitnah Anklage zu erheben, aber noch liegt diese nicht vor. Der Prozess könnte dann im Frühling oder Sommer beginnen.
Wer helfen will, diese Isolation zu durchbrechen: Julian freut sich über alle,
die Lust haben ihm zu schreiben und ihn in seiner Situation etwas zu unterstützen.

Julian Jörg
e-Vollzug EF254
Stadelheimerstraße 12
81549 München

Von Mathes Breuer Rechtsanwalt

https://rote-hilfe.de/sites/default/files/2026-03/rh_sonderzeitung_18032026.pdf