Seit Montag, den 26.Januar befindet sich der Gefangene Andreas Krebs im Hungerstreik
Nach einer Zellenrazzia wurden bei ihm angeblich Drogen gefunden. Er geht davon aus, dass ihn Drogen untergeschoben worden sind. Wahrscheinlich mit Unterstützung von Beamten!
Daraufhin wurde er auf die Isolationsstation A9 verlegt.
Seine Bedingungen haben sich dort generell verschlechtert:
Alle Besuche mit Trennscheibe einschließlich der von seiner Anwältin.
Telefonieren sind nur für 6€ monatlich möglich.
Kein TV!
Ausgänge sind alle gestrichen worden.
Studium ist zu Zeit auch nicht möglich.
Also alle Vollzuglockerungen einschließlich von 2/3 sind gestrichen worden.
Andreas erhält keine Zeitungen und Post!
Ihm soll als „größte Dealer des Knastes“ demnächst der Prozess gemacht werden.
Er verweigert auch die Einnahme seiner lebendnotwendigen Medikamente verweigern.
Vom Knast wird ihm auch Zwangsernährung angedroht.
Er befindet deswegen im Streik und fordert die Rückverlegung auf seine alte Station.
Dazu ein Brief von Andreas:
Brief von dem Gefangenen Andreas Krebs vom 22/23.01. 2026 zu seinem Hungerstreik
Lieber …,
wie versprochen schreibe ich Dir sofort, sobald sich etwas Neues bei mir ergeben hat.
Ich befinde mich nun auf der berüchtigten Isolationsstation A 9 in der JVA Tegel.
Da ich also in einem anderen Haus bin, werde ich natürlich versuchen, Dich anzurufen.
Vielleicht klappt es ja nun.
Dennoch möchte ich Dir meine Lage und Umfeld so gut es nur geht erzählen und beschreiben, was Du alles öffentlich machen kannst.
Heute morgen, ich habe die Nacht durchgemacht und mich auf das Schlimmste vorbereitet und mein ganzes Hab und Gut zusammen gepackt, gab ich Post ab und dann kam auch schon meine Sozialarbeiterin und holte mich zu sich für eine Vernehmung.
Dabei kam meine Stationsbeamtin, welche diese Woche aber auf einer anderen Station Dienst hat, mit dazu und unterstützte mich.
Nach dieser Vernehmung ging meine Stationsbedienstete zur Teil-Anstaltsleitung und die Sozialarbeiterin zum Vollzugsdienstleiter.
Während der Vernehmung äußerte ich mich lediglich zu gewissen Bediensteten von der Abteilung Sicherheit und meinen Vorhaltungen wegen ihrer Unprofessionalität und engen Zusammenarbeit mit den Dealern hier drinnen.
Zwei von diesen Bediensteten geben Dealern, die die Mitgefangenen abhängig machen und regelmäßig deren ganzen Einkauf abnehmen, Hinweise und Informationen.
Wenn diese also so etwas machen, muss man ihnen auch noch weit mehr zutrauen.
Ich kam also zurück auf die Station, doch weit und breit niemand, der mich wieder sofort unter Verschluß nimmt.
So kamen also sofort einige Jungs auf mich zu, brachten mir Tabak und machten mir etwas zu essen.
Gegen 9 Uhr kam dann der Stationsbeamte und sagte, dass ich mich fertig machen soll, da ich in einer halben Stunde abgeholt werde und man mich verlegt.
Auf Nachfrage, wohin, zögerte der Beamte und ich sah, dass es ihm schwer fiel, mir das zu sagen und meinte dann nur noch, Station A 9.
Ich sollte einen großen blauen Müllsack/Beutel nehmen und nur das Nötigste zusammen packen, wie etwa Lebensmittel, Hygieneartikel und etwas Schreibzeug.
Anschließend, als es 9:40 gewesen ist, wurde die Zellentüre geöffnet und zwei Pfleger standen da, die meine Sachen, welche ich zusammen gepackt hatte, nochmals kontrollierten.
Sie waren relativ entspannt, was bei mir nicht der Fall ist, da sofort die Isolationshaft aus Italien in mir hochstieg mit allen tiefgreifenden Erinnerungen!
So wurde ich in das Haus V gebracht, wo sich im letzten Stockwerk diese Unterbringungsform befindet.
Dort angekommen bekam ich nach einer Leibesvisitation alles an Anstaltswäsche und Geschirr (komplett aus Plastik) und ich wurde etwas über die Verhaltensregeln dieser Station aufgeklärt.
Anschließend bezog ich meine neue Unterkunft.
Das ganze Mobiliar ist fest verankert, dass heißt, nur der Stuhl ist beweglich.
Das Fenster geht zwar auf, ist aber zusätzlich mit einem dicken und engen Maschendraht versehen.
Unterhalb am Außenfenster befindet sich auch noch ein Natodraht, damit man ja nichts mit der unteren Station pendelt.
Die Besuchsmodalitäten finden hier im Haus statt, ob normale Besucher oder Anwalt, alles hinter einer dicken Glasscheibe und an Stelle von 22 Euro zwei Mal im Monat Automatenzug, ist hier nur zwei Mal 15 Euro.
Es gibt bestimmte Besuchszeiten; zwei Mal 30 Minuten Regelbesuch und zwei Mal 30 Minuten Sonderbesuch im Monat.
Toilette ist abgetrennt, jedoch alles total verschmutzt.
TV-Gerät gibt es keines auf der Zelle, nur die paar wenigen Habseligkeiten zum Briefe schreiben und das wenige an Lebensmitteln, was man haben darf.
Allgemein wird man ausdrücklich darauf hingewiesen, nicht zu viel in seiner Zelle zu besitzen, sondern schön übersichtlich.
Zu ganz gewissen Zeiten ist es auch möglich, dass man telefonieren kann, was ein Vorteil ist, aber sonst…
Für einen gewissen Zeitraum für duschen, Essen holen oder heißes Wasser, sind die Zellen geöffnet und da kann man dann gleichzeitig seine Anrufe machen.
Auch hier funktioniert Deine Telefonnummer nicht. (Seit zirka 3 Monaten nicht mehr)
Was das Telefonieren betrifft, habe ich gesehen, dass die Kabine mit dem Telefon bis zu gewissen Zeiten gesperrt ist und erst nachmittags zugänglich. (Für 6 € ist das nur für ihn möglich)
Im Haftraum sind bis zu drei Fotos erlaubt, wogegen ich keines habe.
Auch sonst muss alles sehr übersichtlich gehalten werden und man darf weder Hygieneartikel noch Lebensmittel zu viel haben.
Ein Schrank, nicht größer als ein Spind, jedoch ohne Türe und mit vielen Ablagefächern ist vorhanden, in welchen die Anstaltskleidung sauber und übersichtlich aufgereiht sein muss.
Insgesamt zählte ich mit meiner Person zehn Inhaftierte, alle wegen eher Kleinigkeiten auf dieser Station.
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Nun, sollte ich morgen durch meine Anwältin nichts erfahren, dann befinde ich mich ab Freitag, dem 23. Januar im HS mit der Begründung der Korruption in der JVA Tegel und dass ich vorsätzlich in Zusammenarbeit von gewissen Inhaftierten mit Bediensteten in diese Lage gebracht wurde.
Zu mehr kann ich mich gerade nicht äußern, sondern muss dies alles vorher mit meiner Anwältin besprechen.
Nun beende ich diesen Brief und sende Dir wie immer eine dicke Umarmung und ganz liebe Grüße an Dich und alle anderen.
Andreas
Freitag, den 23. Januar 2026
Konnte oder durfte meine Anwältin vormittags nicht anrufen und somit steht mein Entschluss fest!
Eines noch: es ist fraglich, ob ich mein Studium hier weiter machen darf und Bedienstete dieser Station stehen der Sache eher skeptisch gegenüber, obwohl man mir eine Bildungsmaßnahme nicht verwehren kann/darf.
Andreas Krebs
Seidelstraße 39
13507 Berlin
P.S.: Auf dieser Station, obwohl abgeschirmt, gibt es Unmengen von Drogen und da sollte man sich schon die einen oder andere Frage stellen, wie viele Beamte in dieses Netzwerk verstrickt sind!!










