„Wir werden uns an jeden erinnern, der an unserer Seite stand, und wir werden uns an jeden erinnern, der gegen uns war.“ (Abdallah Alkhatib)

Abdallah Alkhatib erhielt auf der Berlinale 2026 einen Preis, den GWFF Preis für das Beste Spielfilmdebüt für Chronicles from the siege. Chronicles from the siege erzählt davon, wie Menschen versuchen, eine Besatzung zu überleben.

In seiner Dankesrede bezeichnete Abdallah Alkhatib die deutsche Bundesregierung als „Partner des Völkermords im Gazastreifen“. Im Wortlaut sagte Alkhatib:

„Einige Menschen haben mir gesagt: ‚Vielleicht musst du ein wenig vorsichtig sein, bevor du das sagst, was du jetzt sagen möchtest, weil du ein Flüchtling in Deutschland bist. Und es gibt so viele rote Linien‘. Aber darum geht es mir nicht. Mir geht es um meine Menschen und um Palästina. Und deswegen sage ich, dass meine letzten Worte hier an die deutsche Regierung gerichtet sind: Sie machen mit beim Genozid Israels in Gaza. Und ich glaube, dass sie intelligent genug sind, um diese Wahrheit zu erkennen. Aber sie wählen, dass es ihnen nicht wichtig ist. Free Palestine – von jetzt an bis zum Ende dieser Welt.“

Alkhatib schloss mit den Worten, dass es eines Tages ein wunderbares Filmfestival in Gaza geben wird:

„Wir werden uns an jeden erinnern, der an unserer Seite stand, und wir werden uns an jeden erinnern, der gegen uns war.“

Das tapfere Schneiderlein.
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat sich von der Rede Alkhatibs distanziert. Er sei als einziger Vertreter der Bundesregierung bei der Gala gewesen, teilte ein Sprecher seines Ministeriums der Deutschen Presse-Agentur mit.

Er nutzte seine Anwesenheit, um während der Rede des syrisch-palästinensischen Filmemachers Abdallah Alkhatib den Saal zu verlassen.

Mann, hat der Mut!
Soweit ich weiß, muss sich dieser SPD-Mann nicht distanzieren. Er ist Teil der deutschen Bundesregierung, die alles dafür tut, damit der Völkermord in Gaza möglich ist und die Kritik daran kriminalisiert und mundtot gemacht wird. Man würde ihm also alles zutrauen, aber keine Nähe zu der politischen Haltung von Abdallah Alkhatib.

Das Karaoke der deutschen Staatsraison steht stramm
Die Tagesschau ist ruckzuck zur Stelle und stellt sofort und unterwürfig die Bühne für die Beihelfer zum Genozid in Gaza/Palästina. Sie titelt ihren Beitrag mit:

„Empörung nach Gaza-Eklat“

Als Beleg dafür werden zwei deutsche Regierungsvertreter angeführt, die das Gesagte für „inakzeptabel“ halten, by the way „abstoßende Szenen“ gesehen haben wollen und dabei auch noch eine „bösartige Falschbehauptung“ auffliegen lassen.

Damit ist das gemeint, was der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag als Klage zugelassen und was durch die Weigerung Israels, alles zu unterlassen, was die Kriterien eines Genozids erfüllt, untermauert wird – Tag für Tag, mit und ohne Waffenstillstand. Ein Genozid.

Das ganz Besondere an diesem staatlich finanzierten-Lauftstallmedien ist, dass die Tagesschau es doch tatsächlich fertigbringt, nicht den Vernichtungskrieg in Gaza/Palästina als „Eklat“ zu bezeichnen, sondern die Kritik daran.

Abstoßender kann eine genozidal-freundliche Berichterstattung nicht sein.

Hier ein kurzer Mitschnitt seiner Rede: https://www.facebook.com/reel/858159666621015

Wolf Wetzel 23.2.2026

Quellen und Hinweise:

Die Berlinale 2024. Ein Stofffetzen und ein paar Palästinensertücher, Wolf Wetzel, 2024: https://wolfwetzel.de/index.php/2024/03/05/die-berlinale-ein-stofffetzen-und-ein-paar-palaestinensertuecher/

Was die Berlinale diesmal bietet, Sophie Albers Ben Chamo, Jüdische Allgemeine vom 11. Februar 2026: https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/was-die-berlinale-diesmal-bietet/

Eine respektvolle Berlinale scheint möglich, Sophie Albers Ben Chamo, Jüdische Allgemeine vom 13. Februar 2026: https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/eine-respektvolle-berlinale-scheint-moeglich/

Leugnen, bis es nicht mehr geht, taz vom 4.2.2026: https://taz.de/Zahl-der-Todesopfer-in-Gaza/!6150835/

Wim Wenders: Berlinale hält sich politisch nicht raus, welt.de vom 15.2.2026: https://www.welt.de/regionales/berlin/article250119228/Wim-Wenders-Berlinale-haelt-sich-politisch-nicht-raus.html

Tilo fragt Berlinale-Jury zu Gaza & selektiver Solidarität | 12. Februar 2026: https://www.youtube.com/watch?v=QqjOw7QXrxs

„Unerhörte Aussagen“ der Jury zu Gaza: Indische Autorin Roy sagt Teilnahme an Berlinale ab, merkur.de vom 14. Februar 2026: https://www.merkur.de/politik/kontroverse-um-berlinale-jury-autorin-roy-sagt-teilnahme-ab-zr-94170172.html

Eine Zensur in Deutschland findet nicht statt. Wenn doch, dann ist es ein Glitch, Wolf Wetzel, 2026: https://wolfwetzel.de/index.php/2026/02/16/eine-zensur-in-deutschland-findet-nicht-statt-wenn-doch-dann-ist-es-ein-glitch/