Am 4. Juni wurde am Heinrichplatz in Berlin Kreuzberg ein Banner aufgehängt und die Menschen in den Cafes sowie Passant*innen mit Flyern über das Prozessende im Verfahren gegen Daniela Klette informiert. Außerdem wurde an Interessierte ihr Abschlussstatement aus dem Gerichtssaal in Form einer Broschüre verteilt. Es gab viel Interesse und positives Feedback. Zu guter Letzt wurden noch hunderte Wurfzettel am Heinrichplatz hinterlassen, um der kleinen Aktion mehr und längere Sichtbarkeit zu geben. Es folgt der Text, der auf den Flyern verteilt wurde.
Erster Prozess gegen Daniela Klette zu ende
Am 27. Mai wurde Daniela Klette auf Grundlage von Indizien zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt. In einem extra für sie gebauten Gerichtsgebäude im Niedersächsischen Verden waren ihr mehrere Überfälle auf Geldtransporter vorgeworfen worden. Bald wird sie vermutlich wegen angeblicher Beteiligung an Aktionen der RAF vor ein anderes Gericht geschleppt werden.
Daniela Klette lebte bis zu ihrer Festnahme 2024 mehr als drei Jahrzehnte unter falscher Identität und entzog sich damit erfolgreich der Polizei. Sie war eine der am meisten gesuchten Personen in der BRD. Öffentlich wurde sie verdächtigt, früher in der bewaffnete Gruppe Rote Armee Fraktion RAF gewesen zu sein und später an zahlreichen bewaffneten Enteignungsaktionen beteiligt gewesen zu sein, bei denen viel Geld den Besitzer wechselte und nie ein Mensch körperlich zu Schaden kam.
Der Staat will mit der Verfolgung und dem jetzigen Urteil nicht nur ein rebellisches, sozial und politisch engagiertes Individuum bestrafen. Ihm geht es darum, die Popularität von revolutionären Kämpfen und Widerstandsgruppen anzugreifen. Mit Gerichtsverfahren und Medienkampagnen wurde zwanghaft versucht, ein Bild von Daniela Klette zu zeigen, dass sie als blutrünstige Egoistin darstellt. Die Geschichte der RAF und ihrer Mitglieder soll durch einseitige Betrachtung manipuliert werden. Es sollen die eigenen Grausamkeiten in Kriegen, Genoziden und in der Unterdrückung und Ausbeutung auch hier relativiert werden. Außerdem soll gezeigt werden, dass Widerstand zwecklos ist und all jene, die nicht mehr glauben, dass Demonstrieren alleine etwas verändern wird, so enden werden wie Daniela Klette – eingekerkert und dem Staat ausgeliefert.
Wir dürfen aber nicht zulassen, dass der Staat von seinen Grausamkeiten ablenkt und die Menschen davon abbringt, für eine bessere Welt zu kämpfen. Und es sind viele, die denken, dass Daniela Klette das richtige getan hat, als sie sich der Verfolgung durch den Staat entzogen hat. Daher ist klar, dass sie vielleicht viele Jahre im Gefängnis verbringen wird, doch niemals allein sein wird und sich nicht ausgeliefert fühlen wird. Alle Teile des Widerstands gegen den Kapitalismus waren und sind wichtig und müssen als Teil unserer Geschichte verteidigt werden – so auch die RAF, ihre Unterstützer*innen und Aktiven.
Solidarität mit allen vom Staat verfolgten! Freiheit für Daniela Klette! Freiheit für alle!
Berliner Versammlung in Gedenken an Kyriakos Xymitiris und in Solidarität mit den Verfolgten im Ampelokipi Fall








