Kürzlich veröffentlichte E-Mails belegen eine enge Zusammenarbeit zwischen der ICE und iranischen Beamten bei der Organisation der Abschiebung von mehr als hundert Iranern in ihr Heimatland zwischen September 2025 und Januar 2026. Aus dem Schriftverkehr geht hervor, dass Vertreter der iranischen Botschaft Änderungen an den Listen der abzuschiebenden Personen sowie die Beschleunigung bestimmter Verfahren gefordert haben – Forderungen, denen US-Beamte nachkamen. In einigen Fällen scheinen die iranischen Behörden somit direkten Einfluss auf die Auswahl der abzuschiebenden Personen ausgeübt zu haben.
Diese Zusammenarbeit wurde fortgesetzt, obwohl die Beziehungen zwischen Washington und Teheran äußerst angespannt waren. Im Juni 2025, während des zwölf Tage andauernden Angriffs Israels und der Vereinigten Staaten auf den Iran, hatte die Leitung der ICE die Rückführung von Iranern zu einer „Priorität“ der Trump-Regierung erklärt, trotz der Sperrung des iranischen Luftraums und massiver Bevölkerungsbewegungen. Interne Korrespondenz zeigt, dass US-Beamte trotz dieser Hindernisse versuchten, die Abschiebungen aufrechtzuerhalten, und sogar einen Plan zur Rückführung von 58 von der ICE inhaftierten Iranern forderten.
Die Enthüllungen geben auch Anlass zur Sorge um iranische Asylbewerber. Zeugenaussagen und ein separates Gerichtsverfahren belegen Treffen zwischen Inhaftierten und iranischen Vertretern, wobei einige behaupten, dass diese über detaillierte Informationen zu ihren Asylanträgen verfügten. Die US-Vorschriften verbieten jedoch die Weitergabe von Informationen, die darauf hindeuten könnten, dass eine abgeschobene Person Asyl beantragt hat. Die Trump-Regierung bestreitet, solche Daten weitergegeben zu haben.
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