Angesichts der Ausweitung der Schüler- und Studierendenbewegung – die am Dienstag 480.000 Menschen auf die Straße brachte und sich in Blockaden von Bildungseinrichtungen im ganzen Land äußert – hat Premierminister Sébastien Lecornu seinen sicherheitspolitischen Kurs verschärft. Er bezeichnete die Blockaden, die an 200 Gymnasien (Lycées) stattfanden, als „urbane Gewalt“. Diese Strategie ging mit einer weiteren Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen einher. So wurde diese Woche ein Schüler aus Toulouse zu einer sechsmonatigen unbedingten Haftstrafe verurteilt, während eine 17-jährige Schülerin des Lycée Jacques-Brel in La Courneuve zu Hause festgenommen wurde. Ebenso ließen die Schulleitungen des Lycée des Arènes in Toulouse und des Lycée Paul-Éluard in Saint-Denis die Polizei auf das Schulgelände.
In der Einrichtung in Saint-Denis intervenierte die Brigade anti-criminalité (BAC) – nach der brutalen Festnahme von vier Jugendlichen im Umfeld des Schulgeländes – direkt im Gebäude. Mit Zustimmung der Schulleitung nahmen die Beamten einen Schüler fest, der zuvor zu einer administrativen Anhörung vorgeladen worden war. Dieser Polizeieinsatz löste eine sofortige Reaktion der Lehrkräfte und des Personals aus: Sie stellten sich dazwischen, machten von ihrem Recht auf Arbeitsverweigerung (droit de retrait) Gebrauch und traten in den Streik. Sie schlossen sich den schulübergreifenden Protesten an, die in Aubervilliers ihren Ausgang nahmen, sowie den Studierenden, die vor dem Polizeikommissariat demonstrierten.
Während die Regierung versucht, den Protest im Vorfeld der Ferien durch geringfügige Zugeständnisse bei der Hochschulzulassungsplattform „Parcoursup“ einzudämmen, rufen die Generalversammlungen dazu auf, den Kampf mit der Arbeitswelt zu verknüpfen. Ihr Ziel ist es, den Streiktag am 17. Oktober in eine großangelegte Auseinandersetzung gegen den Sparhaushalt und die staatliche Repression zu verwandeln.







