Deutschland: Erneute Vorladungen für Wolfgang Lettow, Aktivist des SRI und des Netzwerks

Wolfgang Lettow, der sich seit über 50 Jahren für politische Gefangene einsetzt, ist Mitglied des Netzwerks „Freiheit für alle politischen Gefangenen“ und des Secours Rouge International. Am 23. Juni muss er sich im Rahmen einer Ermittlung, die insbesondere mit Volker Staub in Verbindung steht – einem ehemaligen Aktivisten der RAF (Rote Armee Fraktion), der nach drei Jahrzehnten im Untergrund immer noch gesucht wird –, einer zweiten Vorladung durch die Hamburger Polizei stellen.

Er war bereits im Dezember 2025 vorgeladen worden und hatte sich geweigert auszusagen, was ihm eine Geldstrafe von rund 1.000 Euro einbrachte. Die Behörden erwägen nun weitere Sanktionen, darunter eine zusätzliche Geldstrafe und eine mögliche Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten. Dieses Verfahren ist Teil einer umfassenderen Repressionswelle, die sich gegen mehrere mutmaßliche ehemalige RAF-Mitglieder richtet, darunter Daniela Klette. Wolfgang Lettow weigert sich kategorisch, mit den Behörden zusammenzuarbeiten, und ruft alle von diesen Verfahren Betroffenen dazu auf, es ihm gleichzutun.

Für Dienstag, den 23. Juni, von 11:30 bis 16:00 Uhr ist eine Solidaritätskundgebung vor dem Polizeirevier 42, Möllner Landstraße 44, in der Nähe der U-Bahn-Station Billstedt in Hamburg angekündigt. Die von Unterstützer*innen-Gruppen organisierte Kundgebung zielt darauf ab, die Vorladungen und gerichtlichen Zwangsmaßnahmen anzuprangern und die uneingeschränkte Solidarität mit den von diesen Verfahren betroffenen Personen zum Ausdruck zu bringen.
Die französischsprachigen Sektionen von der Roten Hilfe aus Toulouse, Brüssel und Genf.