Dr. Marwan al-Hams in zionistischem Gefängnis in Anwesenheit von Ben-Gvir misshandelt und gefoltert: Freiheit für inhaftierte palästinensische Gesundheitskräfte!

Der palästinensische Arzt Dr. Marwan al-Hams, Leiter der Feldlazarette im Gazastreifen und Sprecher des palästinensischen Gesundheitsministeriums, wurde am 7. Oktober 2026 in einem Gefängnis der Besatzungsmacht brutal angegriffen – in Anwesenheit des zionistischen „Ministers für öffentliche Sicherheit“, Itamar Ben-Gvir.

Wie das „Asra Media Office“ am 13. Oktober bekannt gab, ereignete sich der Vorfall im Gefängnis Ganot (ehemals die Gefängnisse Nafha und Ramon), wo Dr. al-Hams gemeinsam mit anderen aus dem Gazastreifen verschleppten Palästinensern inhaftiert ist. Ben-Gvir betrat Zelle 5 in Abteilung 2, sprach Dr. al-Hams gezielt mit Namen an und provozierte ihn bewusst. Daraufhin fixierten Gefängniswärter den palästinensischen Arzt, trennten ihn von seinen Mitgefangenen und schlugen gewaltsam auf ihn ein.

Trotz des Angriffs betonte Dr. al-Hams, dass er lediglich seine berufliche und humanitäre Pflicht als Arzt erfüllt habe, indem er Verwundete und Kranke behandelte. Berichten zufolge beschuldigten ihn Soldaten der Besatzungsmacht, einen israelischen Soldaten getötet zu haben – jenen Soldaten, der später im Rahmen eines Gefangenenaustauschs lebend zurückkehrte.

Dr. al-Hams erlitt bei dem Angriff nach vorliegenden Informationen Knochenbrüche und schwere Rückenschmerzen. Sein Gesundheitszustand hat sich in der Haft drastisch verschlechtert; sein Gewicht ist auf etwa 65 Kilogramm gesunken. Er benötigt dringend eine unabhängige medizinische Untersuchung und Behandlung – beides wird ihm jedoch verweigert. Dies ist Teil einer systematischen Politik der medizinischen Vernachlässigung und Misshandlung, der palästinensische Gefangene in den Haftanstalten der Besatzungsmacht ausgesetzt sind.

Der Angriff auf Dr. al-Hams war Teil einer umfassenderen Kampagne gewaltsamer Unterdrückung, die am 7. Oktober 2026 gegen palästinensische Gefangene entfesselt wurde – als eine Form der „Rache“ an jenen Palästinensern, deren Anliegen im Zentrum der Operation „Al-Aqsa-Flut“ steht. Laut „Asra Media“ stürmten Besatzungstruppen die Zellen palästinensischer Gefangener aus dem Gazastreifen im Gefängnis Ganot. Sie setzten dabei gummibeschichtete Projektile sowie Gas und Pfefferspray ein, schlugen mit Knüppeln und Schlagstöcken auf die Gefangenen ein und brachten Polizeihunde in deren Zellen. Mehrere Gefangene erlitten Knochenbrüche, während andere Verbrennungen und blutende Wunden davontrugen. Gefangene, die bereits an Krätze und infizierten Geschwüren litten, wurden so lange geschlagen, bis ihre Wunden wieder aufbrachen; verletzten Inhaftierten wurde zudem eine medizinische Behandlung verweigert.

Ein Gefangener erlitt eine Rippenfraktur sowie eine Kopfverletzung. Einem anderen, dessen zuvor verletztes Bein mit Metallplatten stabilisiert war, wurde selbst ein Schmerzmittel verweigert. Ähnliche Übergriffe ereigneten sich gegen palästinensische Gefangene im Damon-Gefängnis: Dort wurden Tränengas und Blendgranaten in den Zellen eingesetzt, und die Frauen wurden in Einzelhaft gesteckt. Diese koordinierten Angriffe fanden vor dem Hintergrund von anhaltendem Hunger, medizinischer Vernachlässigung, dem Fehlen grundlegender Hygienemöglichkeiten und wiederholten gewaltsamen Razzien statt – unter der direkten Aufsicht von Ben-Gvir, der die Folterung palästinensischer Gefangener sogar für seinen Wahlkampf instrumentalisiert.

Dr. Marwan Shafiq Ali al-Hams wurde am 21. Mai 1972 im Flüchtlingslager Yibna in Rafah geboren. Er stammte aus einer palästinensischen Flüchtlingsfamilie, die während der Nakba 1947–48 gewaltsam aus Yibna vertrieben worden war. Er war als Direktor des Abu-Yousef-al-Najjar-Krankenhauses und später als Leiter der Feldlazarette im Gazastreifen tätig. Er wurde zu einer wichtigen Stimme, die die Zerstörung von Gesundheitseinrichtungen durch die Besatzungsmacht sowie das Leid der Palästinenser unter dem Völkermord dokumentierte.

Am 21. Juli 2025 wurde Dr. al-Hams von zionistischen Spezialeinheiten in der Nähe von al-Mawasi (Chan Yunis) entführt. Bei dem Einsatz eröffneten israelische Streitkräfte das Feuer; Berichten zufolge wurden dabei zwei Palästinenser getötet, darunter ein Journalist.

Auch seine Tochter, die palästinensische Krankenschwester Tasneem al-Hams, wurde von der Besatzungsmacht entführt und inhaftiert. Nach ihrer Freilassung berichtete Tasneem, dass die israelischen Verhörspezialisten ihre Gefangenschaft nutzten, um Druck auf ihren Vater auszuüben. Sie schilderte, wie sie in das Asqelan-Gefängnis verlegt wurde – dorthin, wo auch ihr Vater inhaftiert war. Sie erfuhr, dass ihre Inhaftierung in direktem Zusammenhang mit dem Versuch stand, ihren Vater zu falschen Geständnissen und zur Denunziation anderer Palästinenser zu zwingen – was er jedoch verweigerte. Dass sowohl der Vater als auch die Tochter ins Visier genommen wurden, verdeutlicht, wie die Besatzungsmacht Inhaftierungen nicht nur gegen palästinensische medizinische Fachkräfte selbst einsetzt, sondern auch gegen deren Familien – mit dem Ziel, diejenigen zu terrorisieren und zu bestrafen, die weiterhin die medizinische Versorgung der palästinensischen Bevölkerung sicherstellen.

Die jüngsten Enthüllungen geben Anlass zu ernster Sorge um das Leben von Dr. al-Hams, insbesondere angesichts der Tatsache, dass bereits palästinensische Ärzte in zionistischen Haftanstalten zu Tode gekommen sind.

Dr. Adnan al-Bursh, ein renommierter orthopädischer Chirurg und Leiter der orthopädischen Abteilung des Al-Shifa-Krankenhauses, wurde im Dezember 2023 entführt, während er im Al-Awda-Krankenhaus im Norden des Gazastreifens Patienten behandelte. Er kam am 19. April 2024 in israelischer Haft – im Gefängnis Ofer – ums Leben. Nach ihrer Freilassung berichteten mehrere palästinensische Gefangene, die im Gefängnis Ofer inhaftiert waren, dass er schwerer Folter ausgesetzt war.

…in der Gewalt der Besatzungsmacht.

Dr. Iyad al-Rantisi, Leiter der geburtshilflichen Abteilung am Kamal-Adwan-Krankenhaus, wurde im November 2023 verschleppt und starb etwa eine Woche später während eines Verhörs durch den israelischen Inlandsgeheimdienst Schin Bet im Gefängnis Aschkelon – infolge von Folter. Sein Tod wurde monatelang vor der Öffentlichkeit geheim gehalten, bis er im Juni 2024 durch israelische Medien bekannt wurde.

Dr. Ziad al-Dalou, ein palästinensischer Facharzt für Innere Medizin am Al-Schifa-Krankenhauskomplex in Gaza-Stadt, wurde im März 2024 während des israelischen Angriffs auf das Krankenhaus verschleppt. Nur drei Tage später, am 21. März 2024, kam er in der Haft der Besatzungsmacht ums Leben – während eines Verhörs und unter Folter. Sein Tod wurde erst am 18. September 2024, also fast sechs Monate später, öffentlich bekannt. Er war etwa 65 Jahre alt.

Diese Fälle verdeutlichen die tödlichen Folgen der von der Besatzungsmacht betriebenen Praxis von Verhaftungen, Folter, medizinischer Vernachlässigung und dem gewaltsamen Verschwindenlassen palästinensischer Gesundheitsfachkräfte.

Die Inhaftierung und Tötung von medizinischem Personal sind untrennbar mit der systematischen Zerstörung des Gesundheitssystems im Gazastreifen verbunden. Israelische Streitkräfte haben wiederholt Krankenhäuser bombardiert, gestürmt, belagert und verwüstet – darunter das Al-Schifa-Krankenhaus, das Kamal-Adwan-Krankenhaus, das Indonesische Krankenhaus, das Al-Awda-Krankenhaus sowie das Europäische Krankenhaus in Gaza.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) waren bis Ende 2025 alle 36 Krankenhäuser im Gazastreifen beschädigt; nur etwa die Hälfte war noch teilweise in Betrieb.

Diese Angriffe und Drohungen dauern trotz eines erklärten „Waffenstillstands“ an. Am 6. Oktober 2026 erneuerte das israelische Militär seine offenen und öffentlichen Drohungen gegen die Krankenhäuser im Gazastreifen. Am 9. Oktober warnte die Organisation „Euro-Med Human Rights Monitor“, dass eine zunehmende israelische Kampagne der Hetze und der Anschuldigungen gegen medizinische Einrichtungen den Boden für weitere Angriffe bereite. Am 11. Oktober drohte die Besatzungsmacht erneut dem Kamal-Adwan-Krankenhaus – und brachte damit eine bereits zerstörte medizinische Einrichtung, ihre schutzbedürftigen Patienten sowie das dort tätige medizinische Personal in äußerste Gefahr. Euro-Med Human Rights Monitor stellte fest:

„Dies entspricht dem Vorgehen, das die israelische Armee seit Beginn des Völkermords verfolgt: Krankenhäuser werden präventiv angegriffen, während gleichzeitig unbelegte Anschuldigungen erhoben werden, die sie mit militärischen Aktivitäten in Verbindung bringen. Diese Anschuldigungen dienen dann als Vorwand, um Krankenhäuser zu bombardieren, zu stürmen und außer Betrieb zu setzen. Die systematische Zerstörung der Gesundheitsversorgung wird dabei als Operation gegen militärische Ziele dargestellt – und das zu einem Zeitpunkt, an dem das Gesundheitssystem im Gazastreifen keinerlei weitere Angriffe oder Störungen mehr verkraften kann.“

Die Zerstörung von Krankenhäusern, die Verfolgung von Beschäftigten im Gesundheitswesen und die Inhaftierung von medizinischem Fachpersonal sind miteinander verknüpfte Elemente des andauernden Angriffs auf die Überlebensfähigkeit der Palästinenser – auf ihre Möglichkeit, sich zu erholen und lebensrettende Behandlungen zu erhalten.

Dr. al-Hams befindet sich weiterhin in Haft, ebenso wie andere palästinensische medizinische Fachkräfte. Dazu gehören: Dr. Hussam Abu Safiya, Direktor des Kamal-Udwan-Krankenhauses, der im Dezember 2024 verschleppt wurde und schwerer Misshandlung sowie medizinischer Vernachlässigung ausgesetzt ist; Dr. Mohammed Obeid, ein orthopädischer Chirurg, der im Oktober 2024 während des Angriffs der völkermörderischen Besatzungstruppen auf das Kamal-Udwan-Krankenhaus verschleppt wurde; Dr. Dima Amin, eine Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, die im August 2026 aus ihrem Zuhause in Ramallah entführt wurde; sowie Dr. Mazen Rantisi, bekannt als „Arzt der Armen“, der im Juni 2026 verhaftet wurde. Allein aus dem Gazastreifen befinden sich mindestens 81 palästinensische Gesundheitskräfte in zionistischen Haftanstalten. Ihnen wird oft vorgeworfen, „rechtswidrige Kombattanten“ zu sein – allein deshalb, weil sie ihrem Volk, das einem Völkermord ausgesetzt ist, medizinische Hilfe geleistet haben.

Diese Fälle stehen beispielhaft für viele weitere, die palästinensische Ärzte, Pflegekräfte, Rettungssanitäter und andere Beschäftigte im Gesundheitswesen betreffen, welche von der Besatzungsmacht inhaftiert wurden. Die fortdauernde Gefangenschaft dieser Fachkräfte entzieht den Palästinensern unverzichtbares medizinisches Fachwissen – genau dann, wenn ihre Dienste am dringendsten benötigt werden.

Das „Samidoun Palestinian Prisoner Solidarity Network“ ruft zu dringendem internationalem Handeln und breiter Mobilisierung auf, um Dr. Marwan al-Hams zu schützen, eine unabhängige medizinische Versorgung sicherzustellen sowie die sofortige Freilassung aller inhaftierten palästinensischen Gesundheitskräfte – und aller palästinensischen Gefangenen in den Haftanstalten der Besatzungsmacht – zu fordern. Medizinische Fachverbände, Gewerkschaften im Gesundheitswesen, Menschenrechtsorganisationen und Palästina-Solidaritätsbewegungen müssen sich gegen die Verfolgung palästinensischen medizinischen Personals stellen, Rechenschaft für Todesfälle in der Haft fordern und den anhaltenden Angriffen und Drohungen gegen die Krankenhäuser im Gazastreifen entgegentreten. Dies umfasst die Verhängung eines vollständigen Waffen- und Handelsembargos gegen die Besatzungsmacht, die Ablehnung sämtlicher Partnerschaften und der Zusammenarbeit mit zionistischen medizinischen Verbänden und Einrichtungen sowie den Einsatz dafür, Ben Gvir und seine Mitstreiter – die ebenfalls Kriegsverbrecher sind – vor allen internationalen Gerichten und Gremien zur Rechenschaft zu ziehen.