Die Repression gegen die Mobilisierungen der Schüler*innen hat ein außergewöhnliches Ausmaß erreicht: 5.060 Personen wurden in Polizeigewahrsam genommen, darunter 4.406 Minderjährige (87 %) und 654 Volljährige (13 %). Gegen 1.802 Personen wird strafrechtlich vorgegangen, darunter 1.483 Minderjährige und 319 Volljährige. Schließlich wurden 14 Personen in Untersuchungshaft genommen (10 Volljährige und 4 Minderjährige). Die Justiz hat zudem 1.376 alternative Maßnahmen zur Strafverfolgung verhängt (1.258 davon betrafen Minderjährige) und 790 Verfahren eingestellt.
Diese offiziellen Zahlen, die am 5. Oktober feststanden, gehen mit einer schweren Bilanz an Polizeigewalt einher: Seit Beginn der Bewegung wurden Hunderte von Schülern verletzt. Berichten zufolge verlor ein Jugendlicher in Tours ein Auge, ein anderer in Saint-Ouen-l’Aumône mehr als die Hälfte seiner Zähne und einem 15-jährigen Schüler in Lens wurde in Lens eine Hand abgerissen. Zeugenaussagen und Anzeigen berichten zudem von Würgegriffen, dem Abfeuern von Granaten aus nächster Nähe oder in Gruppen von Jugendlichen, gezielten Schüssen auf den Kopf sowie sexueller Gewalt und Übergriffen auf Demonstrantinnen.
https://secoursrouge.org/france-une-repression-exceptionnelle-contre-un-mouvement-lyceen-qui-resiste-et-fait-face/
Angesichts dieser Mobilisierung greift der Staatsapparat auf behördliche Schließungen, Versammlungsverbote, Polizeigewalt, Überwachung und gerichtliche Repression zurück: CRS, mobile Gendarmen, BAC und Drohnen wurden rund um die Einrichtungen und Versammlungsorte eingesetzt, während die Regierung die Staatsanwälte zu einer raschen und entschlossenen strafrechtlichen Reaktion aufgefordert hat. Die Festnahmen und Strafverfolgungen betreffen daher überwiegend Minderjährige: Fast jeder dritte Minderjährige, der in Polizeigewahrsam genommen wurde, wird nun strafrechtlich verfolgt, gegenüber fast jedem zweiten Volljährigen. Die Aufnahmen zeigen somit das Ausmaß der sicherheitspolitischen Reaktion auf eine beispiellose Mobilisierung von Gymnasiasten, während am Dienstag, dem 6. Oktober, ein weiterer Aktionstag stattfindet.
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