Freiheit für Deniz K.

HH: 19. Juni: der Tag der revolutionären Gefangenen

1986 wurden an diesem Tag in den drei peruanischen Gefängnissen Lurignacho, El Fronton und Callao fast 300 Gefangene der Kommunistischen Partei Perus, infolge eines Gefängnisaufstandes auf Anordnung des damaligen Präsidenten Alan Garcia und mit Billigung des damaligen Vorsitzenden der Sozialistischen Internationale Willy Brandt, ermordet.

Die Gefangenen leisteten unerbittlichen Widerstand und machten den 19. Juni zum Tag des Heldentums. Ihr Kampf ist noch heute ein Beispiel für alle revolutionären Gefangenen und Kriegsgefangenen auf der ganzen Welt.

Wir befinden uns auch heute in bewegenden Zeiten. In allen Teilen der Welt erheben sich die Unterdrückten gegen das System, das sie in Armut, Hunger und Elend stürzt, sie kehren dem Alten den Rücken und wenden sich dem Neuen zu. Nach einem Vierteljahrhundert, das die Herrschenden der Welt zum „Sieg des Kapitalismus“ erklärt haben, spitzen sich die Klassenkämpfe weiter zu.

Der Kampf zwischen den Herrschenden und den Unterdrückten wird „Draußen“ auf den Straßen und Plätzen, in den Schulen, Fabriken, auf den Feldern ausgetragen, während „Drinnen“ der Kampf auf den Schultern der revolutionären Gefangenen ausgetragen wird. Die Gefängnisse, die zu den Zwangsapparaten des Staates gehören, sind Zentren, in denen die Vorreiter:innen der Klasse gefangen gehalten werden. Heute sind von der Türkei und Kurdistan bis Palästina, von Indien bis zu den Philippinen, überall dort, wo der revolutionäre Kampf weitergeführt wird, die aktivsten, lebendigsten und kämpferischten Teile der Gesellschaft in Gefängnissen eingesperrt. Gefängnisse werden genutzt, um revolutionäre Freheitskämpfer:innen einzusperren und damit den palästinensischen Befreiungskampf immer wieder zurückzuwerfen. Eines der unzähligen Beispiele revolutionärer Gefangener sind Georges Ibrahim Abdallah oder Ahmed Sa’adat.

Aber auch die Morde in den Gefängnissen der Türkei und Kurdistans, beginnend wie zum Beispiel mit dem Tod von Garibe Gazer, die Nichtfreilassung von Kishan Da und Sheela Marandi in Indien, trotz ihrer gesundheitlichen Probleme, die Hungerstreiks der palästinensischen Gefangenen gegen die zionistische Besetzung des israelischen Staates: Zeigen uns, dass die Gefängnisse eines der Kampfgebiete zwischen den bürgerlichen Staaten und den Revolutionär:innen sind. Die so genannten „zivilisierten“ bürgerlichen Staaten Europas zögern nicht, Antifaschist:innen und Revolutionär:innen zu inhaftieren und zeigen damit, dass Gefängnisse auch in imperialistischen Zentren ein Kampfgebiet sind. Die Herrschenden, die den revolutionären Kampf als Ganzes nicht fesseln können, versuchen, die lebendigsten und kämpferischsten Kräfte des Kampfes zu fesseln, und damit den Kampf zu stoppen und ihre Vorherrschaft fortzusetzen. Mit Verhaftungswellen denken sie, dass die Massen erschrecken und sich zurückziehen werden und aufhören werden, ihr Gesicht dem Kampf zuzuwenden. Sie planen, dass die Revolutionäre in den Gefängnissen aufgeben werden. Doch ihre Pläne werden scheitern!

Heute tragen die politischen Gefangenen den revolutionären Willen aus den Kerkern, sie verteidigen die Ideale der Revolution in den Gefängnissen und erheben die revolutionären Werte. Wir, die „draußen“ sind, haben die Aufgabe, zu den Stimmen der „drinnen“ zu werden. Ihre Forderungen und ihren Widerstand zu verteidigen und sich zu eigen zu machen, bedeutet, die Folter und Vernichtungshaft zu durchbrechen, von der sie umgeben sind. Unsere Aufgabe ist es, ihnen zu vermitteln, dass wir immer an ihrer Seite sind, mit Briefen und Besuchen und vor allem auch am Tag der revolutionären politischen Gefangenen auf die Straßen zu gehen, um sie perspektivisch zu befreien.

Kundgebung: Montag, 19. Juni 2023 | 18 Uhr | S-Sternschanze

Palästina Bündnis Hamburg