Informationen von Pit Scherzl zu seinem Hungerstreik

Informationen von Pit Scherzl zu seinem Hungerstreik

Diese Informationen von Pit und seinem Hungerstreik stammen aus der zweiten Streik-Woche:
Am 07. Februar um 3:30 in der Nacht betrat der Vollzugsbeamte Scheuer ( Abteilung „Sicherheit und Ordnung“) mit drei weiteren Beamten die Zelle von Pit und leitete seine Verlegung in eine andere Abteilung ein.

Seine persönlichen Sachen wurden dabei in einer Weise behandelt, die man nur als Sachbeschädigung charakterisieren kann: sie wurden nur teilweise eingepackt (der Rest ist ‚verschwunden‘) und das auch noch mit offensichtlich provozierender Absicht; so fand sich in einem Karton die bereits benutzte Klobürste inmitten anderer Dinge. Besonders erbittert ist Pit darüber, dass viele seiner Dokumente (z. B. Briefwechsel mit Behörden und auch Freunden und Mitkämpfern) ‚weg‘ sind. Pit sieht in dieser Vorgehensweise einen Bestandteil der Strategie, ihn zum Ausflippen zu bringen und ihm dann leichter was anhängen zu können.
Zum Hungern selbst berichtet Pit, dass er bis zum 12. Hungerstreik-Tag 4,5 kg abgenommen hat und dass eine plötzliche ‚Fürsorglichkeit‘, was die Messung von Blutdruck und Zuckerwerten anbetrifft, ausgebrochen ist. Dies zeigt, dass die Vollzugs-Funktionäre vor einer Kombination Angst haben: tote Gefangene und eine darüber informierte Öffentlichkeit. Für kritische Menschen ‚draußen‘ heißt das: haltet nicht nur Kontakt mit Gefangenen, sondern stellt besonders im Falle von Hungerstreik Öffentlichkeit her!

Infos von von ihm aus der dritten Streik-Woche:

Bis zum 18. 02. hat Pit 8 kg abgenommen; die Blutwerte etc. sind in Ordnung. Pit berichtet, dass er Schlafträume über leckeres Essen hat und nimmt das mit Humor. Er bedankt sich für die reichlich eingehende Post und die Solidaritätsbekundungen:

„Ich grüße Euch alle und bedanke mich ganz herzlich für die unwahrscheinlich viele Post voller guter Wünsche und Solibekundungen, über die ich mich wirklich sehr freue. Aber dieser Postflut werde ich nun nicht mehr gerecht und bitte um Verständnis, wenn ich nicht jeden Gruß sofort beantworten kann,… .“ Insbesondere erwähnt er die Inhaftierten Sonja Suder (JVA Frankfurt/M.) und Werner Braeuner (JVA Sehnde), der sich aus Solidarität seinem Hungerstreik angeschlossen hat:
„Wenngleich auch mit Sorge … – nichtsdestotrotz aber auch mit Freude darüber, dass sich Werner Braeuner dem HS angeschlossen hat (Sorge um seine Gesundheit, da er ja gerade erst einen sehr massiven Hungerstreik relativ unbeschadet überstanden hat), möchte ich diese Woche des Hungerstreiks der …. immer noch eingeknasteten Sonja Suder widmen. Es gibt in meinem Leben nur relativ wenig Menschen, vor denen ich ganz ganz tief den ‚imaginären‘ Hut ziehe……
Ausführlich nimmt er Stellung zum – offensichtlich von vielen ‚draußen‘ missverstandenen – Thema ‚Nazis im Knast‘: Hilfe gewährt er nur solchen, die erkennbar auf dem Absprung sind!
Breiten Raum müssen leider wieder die Schilderungen der Repression.
im Knast einnehmen. Aus der Anwaltschaft wird von der Justiz in NRW die Verlegung Pits in den offenen Vollzug nach Gießen oder Castorp-Rauxel gefordert.

Am 16.03. um 9:30 h hat Pit im Landgericht Bonn ( Saal 1.07 ) einen Gerichtstermin wegen der angeblichen Bedrohung eines Vollzugsbeamten.

Folter-und Rechtsbeugeknast 53359 Rheinbach, den 26.02.2012   /   Info 5 zum HS

Hallo!
So,- der erste Monat ist fast vorbei und die ersten 10 kg Gewichtsverlust ebenfalls in Kürze. Mir geht es derzeit noch richtig gut dabei und hoffe, dass Werner in Sehnde dies ebenfalls von sich behaupten kann.

Und ansonsten :
Die mir anlässlich der Zellenräumung entnommenen Sachen habe ich in der letzten Woche von diesen Vandalen allesamt zurückerhalten. Was jetzt noch fehlt, haben sie entweder geklaut (u.a. 39 CD‘s von den insgesamt 110) oder ebenfalls weggeworfen. Das gibt eine fette Amtshaftungsklage gegen NRW, welches ja f ü r seine Büttel haftet. W äre nicht das erste mal.
Müsste eigentlich den neuen Rundbrief in Angriff nehmen … kam bislang aber nicht dazu. Bin zwar nach wie vor gut drauf, allerdings nun oft auch ziemlich m ü de und schlapp. Es liegt auch neben der normalen Post auch jede Menge Gerichtsscheiß bundesweit an, welche in der Regel immer eilig ist und vorgezogen werden muss , da ansonsten Fristversäumnis und daraus resultierende Klageabweisungen drohen.
Herzliche Grüße an Euch alle vom (Pit)
———————
Interessenvertretung Inhaftierter (Iv.I.)
Postfach 1267
56451 Westerburg
kontakt@ivi-info.de

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