Kostas Fragoulis an Schusswunde verstorben [Griechenland]  an Schusswunde verstorben [Griechenland]

Kostas Fragoulis an Schusswunde verstorben [Griechenland] an Schusswunde verstorben [Griechenland]

Kostas Fragoulis, der Jugendliche aus Thessaloniki, dem am 5. Dezember von der Polizei in den Kopf geschossen wurde, ist heute morgen (13. Dezember), für tot erklärt worden.

Es folgt eine Zusammenstellung der Ereignisse. Indymedia berichtete früher bereits hier: https://de.indymedia.org/node/242485

Heute morgen, kurz nach 10 Uhr, wurde Kostas Fragoulis Tod von dem Krankenhaus verkündet, in dem sich der 16-jährigein intensivmedizinischer Behandlung befand. Er war dort seit dem 5. Dezember, nachem ein Motorradpolizist der DIAS Einheit ihm von hinten in den Kopf geschosen hatte. Vermutungen, dass sein offizieller Tod aus politischen Gründen mehrere Tage geheim gehalten wurde, konnten nicht bestätigt werden. Bereits gestern Abend jedoch hat die gesamte griechische Polizei intern einen Ausnahmezustand aktiviert.

Im Zentrum von Thessaloniki sind seit dem Morgen starke Polizeikontingente der MAT Aufstandsbekämpfungseinheit und schweres Gerät auf der Straße. Siedlungen von Roma im ganzen Land wurden vor allem von OPKE Einheiten umstellt, um diese zu unterdrücken.
Auf der Insel Lesbos und in Aspropirgos in Attiki kam es dennoch schon tagsüber zu Auseinandersetzungen, wobei brennende Barrikaden gegen die Polizei errichtet wurden und anrückende Einheiten mit Steinen empfangen wurden. In Aspropirgos wurde auch mit scharfen Waffen geschossen, scheinbar jedoch nur zur Abschreckung soweit. In der Siedlung wo Kostas Fragoulis gelebt hatte, sind Menschen aufgebracht und haben heute die Presse verjagt. Die anarchistische Bewegung hat für heute Abend Demonstrationen in 14 Städten angekündigt.

Seit dem 5. Dezember gab es viele verletzte Polizist*innen bei Konfrontationen in den Nachbarschaften mit Gemeinschaften von Romas. Diese haben dort wie angekündigt begonnen, auch mit Schrotgewehren auf die Sondereinheiten zu schießen. Dabei ist unter anderem ein Führer der OPKE als schwer verletzt gemeldet worden, wobei sich später herausstellte, dass er lediglich ein wenig Schrot im Gesicht hatte und gar nicht in Lebensgefahr war. Ein Polizist der MAT, der bei den Riots in der Innenstadt von Thessaloniki von einem Molotov Cocktail getroffen wurde, musste sich einer plastischen Operation unterziehen. Bei einem Razziaartigen Besuch in einer Polizeistation kam es auch zu direkten körperlichen Auseinandersetzungen, wobei mehrere Menschen festgenommen wurden. Von Seiten der anarchistischen Bewegung war es nach dem 6. Dezember bis auf kleinere Aktionen relativ ruhig geblieben.

Die politische Polizei ermittelt mittlerweile gegen mehrere Menschen, die direkt nach dem tödlichen Angriff auf Kostas Fragoulis angekündigt und dazu aufgefordert hatten, dass sich die Roma bewaffnen und gegen die Polizei wehren sollten. Die Maßnahmen gegen den Mörder von Fragoulis andererseits sind mild. Er verbrachte die letzten Tag im Hausarrest. Innerhalb der nächsten 24 Stunden ist eine Gerichtsentscheidung über die Frage seiner „Schuld“ zu erwarten, wobei die Staatsanwaltschaft ihn freigesprochen sehen will.

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