OFFENER BRIEF AN GG/BO-MITGLIEDER

OFFENER BRIEF AN GG/BO-MITGLIEDER

Wo ist die Basis der Basisgewerkschaft?

Hallo, ihr engagierten Mitglieder der GG/BO !
Wir suchen Euch, wir möchten mit Euch diskutieren. Wir möchten mit Euch zusammen gegen Ausbeutung angehen.

 

Wir, das ist der (etwas frustrierte) Rest des Kölner Unterstützungskreises der GG/BO. Dieser Kreis entstand sehr schnell nach der Gründung der GG in Tegel. Wir freuten uns über den Aufbruch im Knast. Und wir dachten, da gäbe es sinnvolle Arbeit für uns.
Besonders in unserer Region wollten wir uns nützlich machen. Mehr als etwas Öffentlichkeitsarbeit (einschließlich kleiner Aktionen, um Interesse bei Mitgliedern in DGB-Gewerkschaften hervorzurufen) kam dann aber nicht zustande. Uns fehlten Informationen und konkrete Anlässe für mehr Aktivität. Und so verloren wir hier draußen einen Teil der Unterstützungwilligen.

Lange vorher hatten wir darum gebeten, Kontakte zu „einfachen“ GG-Mitgliedern in unserem Umkreis zu bekommen, also zur Basis der Basisgewerkschaft. Jede/r von uns hätte dann einen persönlichen Briefwechsel führen können. In der Gruppe hätten wir Informationen zusammentragen und daraus eventuell Aktionen planen können. Doch es blieb beim Kontakt zu einem offiziellen
Sprecher. Die Basis war für uns nicht ansprechbar.
Datenschutz? Mangelhafte interne Kommunikation? Oder hat tatsächlich keine/r Interesse? Wir wollen uns nicht aufdrängen.
Vielleicht sind wir für Euch ja überflüssig. Dann lesen wir in Zukunft mit Interesse manchmal die Outbreak und freuen uns über Euere Erfolge, wenden uns aber ansonsten Initiativen gegen Unterdrückung, Kapitalismus, Rassismus, Ausbeutung, Ausgrenzung
usw. zu, wie sie von draußen halt laufen können.
Aber es gibt die Parole:

Drinnen und draußen EIN Kampf.
Wir wünschen uns, dass es mehr ist als nur eine Parole. Doch dafür
brauchen wir Austausch mit einigen von Euch. Damit wir auf beiden Seiten besser erkennen, was notwendig und nützlich ist, was uns weiter bringen kann.
Eine Organisation, die etwas durchsetzen will, ist nur so stark wie ihre Basis. Das gilt ganz besonders für Orte, in denen fast jeder Zusammenschluss zerschlagen wird. Es ist ja offensichtlich, dass gefangene Gewerkschafter/innen vom System nicht vorgesehen waren.
Ihr könnt bisher nicht mal in den einzelnen Knästen Versammlungen abhalten. Noch schwieriger ist der Austausch zwischen
verschiedenen Knästen und mit Außenstellen. Schriftverkehr unterliegt der Zensur. Vor den Augen der gegnerischen Partei Strategien
zu diskutieren oder auch Schwächen zuzugeben, ist kaum möglich. Zumindest sind das schwierige Ausgangsbedingungen.
Trotzdem, wenn Gewerkschaft auch in den Knästen durchgesetzt werden und mehr als ein „Papiertieger“ sein soll, braucht es die
Erfahrungen, Fragestellungen, Vorschläge, Ideen und Aktionen vieler Beteiligter. Ihr

ALLE werdet gebraucht. Wenn viele etwas tun, wird der Kontrollaufwand für die Überwachenden größer. Die Sprecher/innen zum Schweigen zu bringen, wird ja durchaus schon versucht. Allgemeines Schweigen durchzusetzen wird den Knastverwaltungen nicht gelingen. Und wenn eine beträchtliche Menge von Euch Erfahrungen schildert und Probleme diskutiert, kann das Kraft freisetzen für die GG/BO. „Die Basis ist die Grundlage des  Fundaments“ war einmal ein Werbespruch in den Sechzigern. Stimmt immer noch. Natürlich müsste von unserer Seite eine mögliche Vielfalt von Beiträgen aus dieser Basis wieder gebündelt und an alle Mitglieder zurück vermittelt werden. Dann haben wir wieder die mögliche Behinderung durch Zensur. Eine Katze, die sich in den Schwanz beißt? Lasst es uns trotzdem versuchen!
Das ist ein Aufruf an die uns unbekannte Basis der GG, besonders an Mitglieder in NRW. Wer in anderen Bundesländern „sitzt“, aber bereit ist mit draußen Aktiven Kontakt zu pflegen, kann sich erst mal auch bei uns melden. Wir könnten dann versuchen, in Euerer
Region dafür Genoss/inn/en zu finden. Jedenfalls richten wir uns an Euch alle, die Ihr die GG/BO erst ermöglicht, um ein Stimmungsbild zu bekommen,
Wie ist es, seit Ihr der GG/BO beigetreten seid? Bekommt Ihr zu spüren, dass Ihr Euch unbeliebt macht? Was erwartet Ihr von der GG? Was könnte sich wie weiter entwickeln? Welche Möglichkeiten gibt es Eurer Meinung nach, Forderungen auch durchzusetzen?

Bitte glaubt nicht, dass wir einen Keil zwischen Basis und Sprecher/innen oder die Berliner Zentrale treiben wollen.
Wir sehen, dass von den namentlich Bekannten mit viel Engagement – oft bis an die Grenze ihrer Kräfte – gute Arbeit geleistet wird. Sonst wäre die GG/BO nicht so schnell bekannt geworden. Sonst könnte sie nicht so viele Mitglieder zählen. Aber die Funktionsträger/innen halten
auch den Kopf hin, sind besonders angreifbar und können allein nicht viel bewirken. Uns fehlt die Sichtbarkeit der Basis und der Kontakt zur dieser! Ihr seid ja nicht bloß Zahlen. Ihr könnt mit eigenem Engagement viel zur Stärke der GG/BO beitragen. Dabei möchten wir etwas behilflich sein.
Überschätzt aber bitte nicht unsere Möglichkeiten! Wir, die wir aktiv Gefangene in ihren Kämpfen unterstützen wollen, sind viel weniger als Ihr, die Ihr Euch jetzt von drinnen zusammen geschlossen habt. Wenn Ihr alle antwortet, könnten wir schnell überfordert sein. Vielleicht kommen dann aber hier draußen auch wieder einige zurück, die sich mangels konkreter Inhalte und Aufgaben
inzwischen vom Solikreis gelöst hatten. Vielleicht gewinnen wir auch neue Aktivist/inn/en draußen, wenn wir von breitem Engagement in der GG-Basis berichten können. Eine Empfangsbestätigung und später wenigstens einmal einen Rundbrief könnt Ihr auf jeden Fall erwarten, auch wenn Ihr uns mit Euerer geballten Mehrheit „überrollt“.
Also, wie schaut ́s aus an der Basis?
GG/BO-Unterstützungskreis Köln

Ihr könnt uns erreichen unter der Adresse:
GUK, c/o Zosamme e,V.
Elsaßstraße 34
50677 Köln

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