Die deutsche Journalistin Eva Maria Michelmann, die seit ihrer Entführung durch die syrische Übergangsregierung am 18. Januar in Raqqa zusammen mit ihrem kurdischen Kollegen Ahmet Polad in Syrien festgehalten wurde, ist freigelassen worden und am 19. Juni nach Deutschland zurückgekehrt. Beide arbeiteten für die Nachrichtenagentur Etkin Haber Ajansi (ETHA) und den Sender Özgür TV. Nach Angaben des deutschen Auswärtigen Amtes verließ sie Syrien über ein Drittland, bevor sie nach Deutschland zurückkehrte.
Lange Zeit gab es keine Nachrichten von ihr, doch Anfang April erfuhr ihre Familie, dass sie in Einzelhaft saß, zunächst in Aleppo, dann in Damaskus, wo sie körperlicher und psychischer Folter ausgesetzt war. Das Engagement ihres Anwalts, ihrer Familie und mehrerer Solidaritätsbewegungen erhöhte den Druck auf die syrischen Behörden. Damaskus begründete ihre Festnahme mit angeblich fehlenden Ausweispapieren, eine Darstellung, die von ihrem Anwalt bestritten wird. Ihr Kollege Ahmet Polad, der zusammen mit Eva in Raqqa entführt wurde, wird nach wie vor von der syrischen Übergangsregierung festgehalten. Zeugenaussagen zufolge wurde er im Gefängnis von Aleppo inhaftiert, wo er sich offenbar noch immer befindet.
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