Wie geht es Maja? – Ein Update aus dem Gefängnis

„Ich verbringe viel Zeit damit, über die schlimmen Dinge nachzudenken. Aber hey, hier ein Trinkspruch auf Orbáns Abgang und ein Spritzer auf den Boden, damit er nie wieder zurückkommt.“

Seit dem Urteil ist außerhalb der Gefängnismauern viel passiert. Orbán ist weg, die Prozesse in Dresden und Düsseldorf laufen noch, und Lina wurde aus dem Gefängnis entlassen. Für Maja hat sich in den letzten Monaten nicht viel geändert, und die Bedingungen im ungarischen Gefängnis sind nach wie vor schrecklich. Maja versucht durchzuhalten, weiterzumachen.

Maja muss sich weiterhin einen Tagesablauf schaffen, um nicht in Zweifel und Lethargie zu versinken. Eine Schreibmaschine wurde nun zur Verfügung gestellt, sodass Briefe nicht mehr komplett von Hand geschrieben werden müssen. Maja liest, schreibt Briefe und spricht bereits sehr gut Italienisch. Zweimal pro Woche ist Bewegung außerhalb der Zelle erlaubt, aber selbst das findet nicht zuverlässig statt.

Was nach wie vor fehlt, ist menschlicher Kontakt. Majas Familie muss sich gerade einmal 80 Minuten Telefonzeit pro Woche untereinander aufteilen, und für Besuche bei Maja in Budapest sind unter strengen Auflagen nur zwei Stunden Besuchszeit pro Monat erlaubt. Majas Freunden ist es weiterhin untersagt, Kontakt aufzunehmen.
Unterdessen zehren die bevorstehende Sommerpause und das Warten auf das Berufungsverfahren an Majas Nerven. Das Gericht in Budapest hat bereits angekündigt, dass vor September nichts passieren wird. Für Maja bedeutet das also, den Kampf fortzusetzen – jeden einzelnen Tag. Und das gilt auch für uns. Wir machen keine Sommerpause – jeder Tag, den Maja im Gefängnis verbringt, ist ein Tag zu viel.

Am 27. Juni ist es zwei Jahre her, dass Maja unrechtmäßig ausgeliefert wurde. Kommt mit uns auf die Straße und erhebt eure Stimmen.

Befreit Maja! Befreit alle Antifas!

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